Die "Eiserne Lady" wird 80

- London - Als die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher vor ein paar Tagen in Luxusläden an der Londoner Bondstreet gesehen wurde, war sie britischen Zeitungen wieder ein Foto Wert. Resolut vorwärts schreitend, mit perfekt gestylter Frisur, Perlenkette am Hals und der typischen Handtasche am Arm erinnerte die konservative Politikerin an die von ihr geprägte Epoche zwischen 1975 und 1990. Damals hatte sie ihr Land von Grund auf verändert.

Das neue Foto stellt die heutige Lady Thatcher so dar, wie sie früher entschlossen in manche politische Auseinandersetzung gezogen war. Doch damit ist es längst vorbei. Weit entfernt von solcher Energie wird die Lady am 13. Oktober 80 Jahre alt, geplagt von Schlaganfällen und Vergesslichkeit.

Seit Maggie 1990 unter für sie bitteren Umständen aus dem Amt gedrängt wurde, ist sie vor allem noch Symbol für eine gegen starke Widerstände durchgesetzte Politik. In der Öffentlichkeit tritt sie nicht mehr auf. Zudem hat Labour-Premier Tony Blair mit einer zum Teil an Maggie erinnernden Politik und ebenfalls drei Wahlsiegen ihr inzwischen die Schau gestohlen.

"Die Russen haben gesagt, dass ich eine Eiserne Lady sei. Und sie hatten Recht", sagte Thatcher beim Abtreten von der politischen Bühne. "Großbritannien braucht eine Eiserne Lady", meinte sie. Viele waren damals nicht dieser Meinung. Das als Schimpfwort für die glühende Antikommunistin gemeinte Etikett der Eisernen hatte sie immer als Ehrentitel verstanden. Ihm wollte sie gerecht werden, als sie ihr Land gegen den Widerstand lähmender Kräfte wieder in Trab brachte, wirtschaftliche und soziale Reformen durchboxte und die Rolle des Staates im Alltagsleben des Bürgers zurückdrängte.

Auch international trat sie entschlossen auf: Sie gewann den Falkland-Krieg und an der Seite ihres Bruders im politischen Geiste, US-Präsident Ronald Reagan, bestimmte sie den Ausgang des Kalten Krieges entscheidend mit.

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