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Die persische Ex-Kaiserin Soraya (Archivbild vom 18.06.1997) vererbte bei ihrem Tod 2001 ein Millionenerbe.

Irrer Gerichtsstreit

Erbt der Privatsekretär Sorayas Millionen?

Köln - Die legendäre persische Ex-Kaiserin Soraya hinterließ ihrem Bruder 2001 ein Millionenerbe. Der vermachte alles seinem Privatsekretär. Doch das Testament wurde für unwirksam erklärt.

Das Millionenerbe der persischen Ex-Kaiserin Soraya beschäftigt zwölf Jahre nach deren Tod wieder ein deutsches Gericht. Am Dienstag begann am Landgericht Köln ein Berufungsverfahren, das der frühere Privatsekretär des ebenfalls verstorbenen Soraya-Bruders angestrengt hatte. Sorayas Bruder Bijan Esfandiary war Haupterbe der Kaiserin, hatte seine Schwester im Jahr 2001 aber nur um wenige Tage überlebt. Ein inzwischen jahrelanger Streit zwischen Verwandten und dem Sekretär begann - und geht nun in eine neue Runde.

In einem unmittelbar vor seinem Tod verfassten Testament hatte Esfandiary dem Privatsekretär den gesamten Nachlass vermacht. 2006 erklärte das Kölner Amtsgericht das umstrittene Testament aber für unwirksam. Dagegen hat der einstige Privatsekretär Beschwerde eingelegt und will den erforderlichen Erbschein zuerkannt bekommen, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Kölner Richter sind zuständig, weil die Domstadt der letzte Wohnsitz von Sorayas Bruder war.

Zu den Details äußerte sich das Gericht nicht, weil das Verfahren nicht-öffentlich ist (Az: 11 T369/06). Fest steht, dass das handschriftliche Testament auf den 1. November 2001 23.15 Uhr datiert ist - und Esfandiary schon 15 Minuten später bewusstlos in einem Pariser Hotelzimmer gefunden worden war. Am nächsten Tag starb der Bruder der früheren Kaiserin. Verwandte gingen juristisch gegen das Testament vor. Wie viel Geld der Soraya-Nachlass umfasst, gibt das Gericht nicht bekannt. Es soll sich um einen höheren zweistelligen Millionenbetrag handeln. Der Anwalt des Ex-Privatsekretärs, Claus Jenckel, sagte vor Beginn der Sitzung, sein Mandant sei optimistisch.

Die persische Ex-Monarchin mit auch deutschen Wurzeln war von 1951 bis 1958 mit dem damaligen Schah Reza Pahlavi (1919-1980) verheiratet, der die Ehe wegen Kinderlosigkeit nach acht Jahren auflösen ließ. Nachdem Soraya noch lange die Titelseiten der Boulevardpresse beherrscht hatte, starb sie vereinsamt in Paris.

Landgerichtssprecher Christian Hoppe sagte, Esfandiary sei nach Auffassung der ersten Instanz mental nicht mehr in der Lage gewesen, ein Testament zu verfassen. Eine Obduktion hatte Drogen und Alkohol nachgewiesen. Am Dienstag sollte sich ein medizinischer Sachverständiger äußern. Über dessen Angaben ließ das Gericht nichts verlauten.

Der Sprecher teilte aber mit, das Landgericht habe „eine ganze Reihe von Personen“ als Beteiligte in das Verfahren einbezogen, die möglicherweise gesetzliche Erben sein könnten. Diese könnten zum Zuge kommen, falls auch das Landgericht das Testament für unwirksam erklären sollte. Die Beteiligten waren am Dienstag nicht persönlich erschienen. Ein Urteil wurde noch nicht erwartet.

dpa

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