Erfolgsautor Dietrich Schwanitz tot

- Hartheim - Der Erfolgsautor Dietrich Schwanitz ist tot. Der Autor der Bestseller "Bildung" und "Der Campus" starb in seiner Wohnung in Hartheim im Breisgau und wurde erst Tage später am Dienstag leblos aufgefunden. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei vom Mittwoch gibt es keine Hinweise auf einen unnatürlichen Tod oder auf Selbstmord. Die Obduktion der Leiche in der Rechtsmedizin Freiburg ergab als Todesursache Unterkühlung.

<P>Der zuletzt völlig zurückgezogen lebende Schwanitz litt schon länger an einer unheilbaren Krankheit mit motorischen Störungen. Die Ermittler schließen nicht aus, dass ein Sturz den Tod herbeigeführt hat.<BR>Ein befreundeter Nachbar hatte Dienstagmorgen die Polizei alarmiert, nachdem er den Autor mehrere Tage nicht gesehen hatte. Die Beamten fanden den Schriftsteller und ehemaligen Hamburger Anglistikprofessor im Arbeitszimmers auf dem Boden liegend.<BR><BR>Mit dem satirischen Universitätsroman "Der Campus" (1995) traf Schwanitz den Nerv der Zeit. Bitterböse nahm er verkrustete Strukturen an der Hochschule und Politfilz aufs Korn. Das Buch wurde von Sönke Wortmann verfilmt. Mit seinem Roman "Bildung - alles was man wissen muss" (1999) regte Schwanitz eine Debatte über die Zukunft von Schule und Ausbildung an. Akademikerkreise kritisierten das Buch als populistisch.<BR><BR>Als unkonventioneller, eigenwilliger Autor und Hochschullehrer von den Lesern ebenso gefeiert wie von vielen seiner Uni-Kollegen geschmäht, hatte er sich 1997 - schon schwer krank - vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen. Schwanitz zog sich ins südbadische Hartheim zurück und isolierte sich wegen seiner Krankheit immer mehr. Seine in Hamburg lebende Ehefrau besuchte ihn hin und wieder. In dem Ort eröffnete der zweifache Vater 2003 in einer ehemaligen Dorfkneipe ein "Zentrum für Kreative", in dem er junge Talente fördern wollte.<BR><BR>Der Frankfurter Eichborn Verlag hat nach den Worten von Programmleiter Matthias Bischoff mit Schwanitz einen wichtigen Autor und eine bedeutende Persönlichkeit verloren. "Deutschland verliert einen Typ Professor, wie es ihn häufiger geben sollte: der sich nicht in seinen universitären Elfenbeinturm zurückgezogen hat, sondern an die Leute heran wollte, der Spaß hatte zu provozieren", sagte Bischoff. "Er war einer der eigensinnigsten und hellsten Köpfe, mit denen ich bisher zu tun hatte - auch in seiner Gabe, die Dinge völlig quer zu denken." Es sei auch ein neues Buch "über Deutschland und die Deutschen" von Schwanitz geplant gewesen.<BR><BR>Schwanitz habe sich wegen seiner Krankheit, die sich in einer körperlichen Hyperaktivität und unkontrollierbaren Zuckungen geäußert habe, komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, sagte Bischoff. Zum letzten Mal gesehen habe er Schwanitz im Frühjahr, damals habe er ihn als "sehr leidend" erlebt.<BR><BR>Der Präsident der Universität Hamburg, Jürgen Lüthje, nannte Schwanitz eine "eigenwillige Persönlichkeit". Durch sein Engagement habe er die akademische Kultur der Universität mitgeprägt. Schwanitz hatte dort von 1978 bis 1997 Englische Literatur und Kultur gelehrt.<BR><BR>Schwanitz wurde am 23. April 1940 in Werne an der Lippe im Ruhrgebiet geboren. Bis zu seinem elften Lebensjahr wuchs er bei Bergbauern in der Schweiz auf, ohne die Schule zu besuchen. Erst 1950 konnte er zu seinen Eltern zurückkehren und wurde sofort im Gymnasium aufgenommen.</P>

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