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Sarah Brandner in schaurig-schön.

Schauriger Kurzfilm

Erkennen Sie diese Münchner Schönheit?

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München - Schön-schaurig passt da wohl: Regisseur Michel Guillaume hat für seinen Grusel-Kurzfilm "Fuck" eine Münchner Schönheit gewonnen. Ahnen Sie, wer es ist?

Michel Guillaume hat von Anfang an gemerkt, dass die Filmbranche ein hartes Pflaster ist. Nur vier von 750 Kindern haben sie genommen, als das ZDF 1980 Nebendarsteller für den Film „Leutersbronner Geschichten“ mit Hauptdarstellerin Monica Bleibtreu suchte. Der 14-Jährige setzte sich durch. „Das nennt man wohl Geltungsdrang“, sagt er heute lachend. Derselbe Drang hat den gebürtigen Schwabinger, dessen Schauspielerkarriere 1980 begann, zum Regisseur gemacht. Sein neuer Kurzfilm mit Klatschspalten-Liebling Sarah Brandner ist gerade fertig – leicht hat es aber auch ein Regisseur nicht.

Guillaume, 47, sitzt in einem alten Wohnwagen, seiner rollenden Garderobe. Das Gefährt steht im Klinikviertel an der Pettenkoferstraße. Drinnen im Krankenhaus stirbt gerade das Opfer eines Gewaltverbrechens. Natürlich nicht wirklich: Das ZDF-Team dreht eine Einstellung der Serie „Soko 5113“, ein Schauspieler erledigt das Ableben. Guillaume, der in seiner Rolle als Kriminaloberkommissar Theo Renner die Ermittlungen leitet, hat gerade Pause – und Zeit, von seiner Herzensangelegenheit zu erzählen: „Fuck“, seinem neuen Kurzfilm.

Es ist ein Mystery-Thriller im Westentaschen-Format, 17 Minuten lang – der Titel „Fuck“ sei als Ausruf des Erstaunens zu verstehen, sagt Guillaume. Fünf frühere Freunde wollen sich bei einem Ausflug wieder näherkommen. Weit kommen sie allerdings nicht: Eine Leiche fliegt ihnen vors Auto. Auf der Suche nach einem Notruf-Telefon landen sie in einem verlassenen Haus – und kommen dort einer nach dem anderen auf sonderbare Weise ums Leben.

Ein Grusel-Spezialist sei er nicht, betont Guillaume, er erzähle halt gerne Geschichten. 3500 DVDs daheim in seinem Regal tun ihr Übriges, um Bilder im Kopf zu erzeugen – Filme wie „Braindead“ oder „The Fog“ klingen entfernt in „Fuck“ an. Horrorstreifen, die längst Kultklassiker geworden sind, einst billig produziert von den Regisseuren Peter Jackson und John Carpenter, die heute als Stars verehrt werden.

Auch Michel Guillaume muss mit wenig Geld auskommen. „8500 Euro haben wir gebraucht.“ Geld, das aus seiner eigenen Tasche kommt, denn er verantwortet als Autor und Regisseur alles selbst. „Andere kaufen sich eine Wohnung, ich gebe mein Geld für Kurzfilme aus.“ Deswegen hadert er auch nicht mit der Tatsache, dass er seit 22 Jahren den Serien-Kommissar spielt. „Mit Soko verdiene ich mein Geld, ich habe schließlich eine Familie mit zwei Kindern.“

Bei den Dreharbeiten leckte er allerdings auch Blut, sich einmal hinter der Kamera zu versuchen. „Irgendwann dachte ich mir: Die Szene könnte ich auch umsetzen. Meine damalige Frau sagte mir: Dreh halt einen Film, wenn du glaubst, du machst es besser.“ Er tat, wie ihm geheißen: 2005 verfilmte er „Schmock“, einen Kurzfilm mit seinem Freund Oliver Korittke und Doreen Dietel in den Hauptrollen. 2006 erhielt er dafür den Murnau-Kurzfilmpreis.

Auch Sarah Brandner lernte Guillaume am „Soko“-Set kennen, sie hatte eine kleine Nebenrolle. „Sie ist zwar keine gelernte Schauspielerin, macht ihre Sache aber sehr gut“, findet er. Brandner gibt das Kompliment zurück: „Es ist sicherlich von Vorteil wenn der Regisseur beide Seiten kennt: vor und hinter der Kamera. Michel hat das mit sehr viel Gefühl gemacht!“, sagt Sarah Brandner. Die größte Herausforderung seien die Nachtdrehs gewesen. Um 3 Uhr morgens seine Leistung zu 100 Prozent abzurufen, war nicht einfach.“

Michel Guillaume bezeichnet seinen Kurzfilm als „Fingerübung“ – denn er will Größeres: Eine Romanverfilmung, die in Wien spielt, mehr möchte er noch nicht sagen. „Aber ich habe schon die Bilder im Kopf.“ 2016 möchte er mit diesem seinem ersten Langfilm beginnen. Kosten: rund 3 Millionen Euro. Auch um an Fördergelder zu kommen, hat er „Fuck“ bei der Berlinale in der Kategorie Kurzfilm eingereicht. Ob die Fingerübung im Wettbewerb laufen wird? Er seufzt: „Da werden tausende Filme eingereicht und nur elf davon ausgewählt.“ Aber mit der Situation kennt sich der Filmemacher ja bestens aus.

Johannes Löhr

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