+
Erfolg für Ernst August Prinz von Hannover: Zehn Jahre nach seinem Angriff auf einen Discobesitzer in Kenia hat das Gericht die Geldstrafe für den Adligen reduziert.

Erfolg für Ernst August: Strafe reduziert

Hildesheim - Erfolg für Ernst August Prinz von Hannover: Zehn Jahre nach seinem Angriff auf einen Discobesitzer in Kenia hat das Gericht die Geldstrafe für den Adligen reduziert.

Lesen Sie auch:

Verteidiger von Ernst August fordert Strafverzicht

Prozess: Prinz Ernst August und die Ohrfeigen

Der Mann von Caroline von Monaco muss für die Attacke nun nur noch 200 000 Euro Geldstrafe zahlen, urteilte am Dienstag das Landgericht Hildesheim. 2004 war Ernst August noch zu 445 000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Prinz selber hatte das Verfahren angestrengt, weil er unzufrieden mit dem vorherigen Richterspruch gewesen war. Ernst August war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Die Kosten der Verhandlung muss die Staatskasse tragen.

Als nunmehr viertes Gericht hatte das Hildesheimer Landgericht 26 Tage lang zu klären versucht, wie hart der 56-Jährige zugeschlagen hatte. Auch Prinzessin Caroline hatte freiwillig für ihren Mann als Zeugin ausgesagt. Richter Andreas Schlüter sagte in seiner Urteilsbegründung, es sei nicht vollständig möglich gewesen, die Vorgänge auf der kenianischen Insel in der Tatnacht im Januar 2000 aufzuklären. Er betonte aber, der Prinz müsse sich nicht weiter nachsagen lassen, dass er den Discobesitzer mit einem Schlagring angegriffen habe. Die Schläge des Adligen seien “nicht dezent, aber auch nicht hemmungslos brutal“ gewesen, sagte der Richter.

Polizeifotos von US-Stars

Polizeifotos von US-Stars

Der Kammervorsitzende rügte nahezu alle Verfahrensbeteiligten. Sowohl der Prinz als auch das Opfer hätten in ihren Schilderungen überzogen und damit ihre eigene Glaubwürdigkeit infrage gestellt. Darüber hinaus hätten sowohl der Adlige als auch Prinzessin Caroline die Tendenz gehabt, den Angriff zu bagatellisieren. “Es gibt keinen richtigen Sieger“, sagte Richter Schlüter. Er erläuterte, entscheidend als Vergleich sei nicht das Urteil des Landgerichts Hannover aus dem Jahr 2004, sondern das erste Urteil des Amtsgerichts aus dem Jahr 2001 gewesen.

Damals wurde der Adlige zu rund 255 000 Euro (500 000 D-Mark) Strafe verurteilt. Scharf rügte der Richter, dass der Prinz das Verfahren zu einer Frage der Ehre stilisiert habe. Umso erstaunlicher sei es, dass er nicht selbst die Chance ergriff, sich persönlich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. “Wenn es um die eigene Ehre geht, kann man dann nicht größeren persönlichen Einsatz verlangen?“

Ernst Augusts Anwalt kündigt Revision an

Direkt nach der Verurteilung hat die Verteidigung von Ernst August Prinz von Hannover Revision angekündigt. Das Gericht habe sich vor der eindeutigen Entscheidung gedrückt, wer in dem Verfahren gelogen habe und wer nicht, sagte der Anwalt des Welfenprinzen, Hans Wolfgang Euler, am Dienstag in Hildesheim. 

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Melanie Griffith begleitet Lugner beim Opernball
Ihre große Zeit liegt rund 30 Jahre zurück. Da war Melanie Griffith ein echter Hollywood-Star. Schlagzeilen machte auch ihr Privatleben. An der Seite von Richard Lugner …
Melanie Griffith begleitet Lugner beim Opernball
Cranberries-Sängerin: So schätzt Scotland Yard ihren Tod ein
Nach dem Tod der Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan sind weiterhin viele Fragen offen. Inzwischen hat sich auch Scotland Yard geäußert.
Cranberries-Sängerin: So schätzt Scotland Yard ihren Tod ein
Matt Damon entschuldigt sich für #MeToo-Äußerungen
Er möchte Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein. Matt Damon macht einen Rückzieher.
Matt Damon entschuldigt sich für #MeToo-Äußerungen
Lechtenbrink: Hamburg ist mehr als Elbphilharmonie
Er mag die "Eventisierung" in seiner Heimatstadt nicht: Volker Lechtenbrinck plädiert für die Hamburger Vielfalt.
Lechtenbrink: Hamburg ist mehr als Elbphilharmonie

Kommentare