„Let‘s Dance“ war schmerzhaft

Erol Sander und Caroline Goddet exklusiv: So hat ihre Liebe den Hass besiegt - folgt der ARD-Serien-Hammer?

  • Ulrike Schmidt
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Erol Sander und Caroline Goddet sind jeden Tag froh über ihr Liebes-Comeback. Die „unselige Zeit der Krise“ würden sie am liebsten vergessen. Das Interview.

Starnberg - Unsere Kolumnistin Ulrike Schmidt trifft Caroline Goddet und Erol Sander in ihrer neuen Heimat Starnberg zum Interview – in H’ugo’s ­Beachclub Undosa. Wirt Bino ­Crocamo steht am Eingang – große Wiedersehensfreude! Erol Sander hatte als Abiturient und Student bei ihm gearbeitet. 30 Jahre ist das her. Damals studierte Erol Sander Betriebswirtschaft, bevor er als Model und Schauspieler in Paris und seiner Heimatstadt München* Karriere machte.

Den Rücken dabei freigehalten hat ihm Ehefrau Caroline Goddet (46), Nichte von Starregisseur Oliver Stone und ehemals Presse-Dame bei Christian Dior in Paris, wo sie sich kennenlernten. „Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft“, sagt Erol Sander gern, „wir haben beide bei null angefangen und wir haben alles zusammen aufgebaut.“

Und – wie ist jetzt ­Euer Lebensgefühl im neuen Haus in Starnberg, nachdem Ihr die Altbauwohnung im Lehel verlassen habt?
Erol: Wunderbar! Einer unserer Hunde musste in Seeshaupt operiert werden, auf der Rückreise sagte ich zu Caro: Du, ich hab’ da eine Immobilie gesehen, Ende 70er-, Anfang 80er-Jahre, ich hab da ein Gefühl, dass sie wirklich gut sein könnte. Als wir drinstanden, wussten wir sofort: Boah, das ist es!
Caroline: Wir waren sofort verliebt in das Haus! Es ist alles grün außenrum, und wir haben viel Platz für unsere beiden Ridgeback-Hunde Mia und Isoke. Und es ist ja auch nur ein Katzensprung von München entfernt. Unser Kleiner, Elyas, geht dort weiter auf die französische Schule, der Große, Marlon, studiert in Paris Marketing und wohnt bei meinen Eltern. Gerade war er wieder da bei uns – wir sind alle so glücklich hier!
Erol: Wir haben eine Ehe­krise hinter uns, und in München kennt uns deshalb inzwischen jeder; man erkennt uns noch mehr als früher, und deswegen wollten wir wieder ein bisschen mehr Freiheit.
Und einen Neuanfang, oder?
Erol: Nein, wir brauchen keinen Neuanfang, die Liebe war ja nie weg! Wir hatten nach 21 Jahren eine Krise, die jedem passieren kann. Mir ist es unangenehm, darüber zu reden, wir würden diese Zeit am liebsten herausschneiden, aber das geht ja nicht.
Trotzdem – gestattet mir eine Frage: Wie ist das möglich, nach so viel offengelegtem Hass, mit gegenseitigen Anzeigen, die Liebe und das Vertrauen wiederzufinden?
Caroline: Liebe und Hass – das sind die stärksten Gefühle. Ich glaube, man kann auch nur jemanden hassen, wenn noch Liebe da ist. Die beiden Gefühle lagen da auf einer Ebene. 
Erol: Wir haben Kinder, wir sind eine Familie – wenn man so lange zusammen war, baut man Vertrauen und Integrität auf, und selbst wenn man sich trennt, sollte man vernünftig sein, und nicht mit Stolz und Ehre handeln, diese Erfahrung haben wir gemacht. Es ist vieles öffentlich falsch dargestellt worden, vieles war gar nicht wahr: Wir sind nie in unserer Beziehung oder gesellschaftlich unter eine Gürtellinie gegangen. Wir sind zwar ein Ehepaar, das emotional südländisch ist, Caro ist Halb-Korsin und ich geborener Türke, aber Gewalt ist für uns undenkbar.
Caroline: Wir kamen da in einen Strudel hinein, aber gemeinsam auch wieder heraus.
Wie ging das?
Erol: Wir mussten uns treffen, um für ein Problem eine gemeinsame Lösung zu finden. So haben wir angefangen, mal vernünftig miteinander zu reden, und innerhalb von Stunden war auf einmal wieder all das da, was uns früher verbunden hat! Jeder von uns beiden hat Fehler gemacht, aber wir haben es geschafft und sind froh, wieder beisammen zu sein! Wir würden uns wünschen, dass sich andere Menschen mit uns freuen und uns das gönnen.
Was habt Ihr aus der Krise gelernt?
Erol und Caroline abwechselnd: Wir versuchen, den anderen besser zu verstehen und aufmerksamer und bewusster miteinander umzugehen. Und wenn es mal zu emotional wird, macht jeder von uns eine kleine Pause und geht mit den Hunden spazieren. Es gab in den vergangenen Monaten Nächte, da haben wir zu viert in einem Bett geschlafen plus die zwei Hunde, also zu sechst in einem Bett, einfach in dem Glück, wieder zusammen zu sein. Dieses Happy End ist vor allem auch für die Kinder das Allerwichtigste. Sie haben die Botschaft mitgenommen: Man kann streiten, wie schwer auch immer, und trotzdem wieder zueinanderfinden.
Habt Ihr professionelle Hilfe in Anspruch genommen?
Erol: Nein. Leider haben wir keinen Friedensrichter gehabt, der es geschafft hätte, uns wieder zusammenzubringen. Doch wir hatten einen Hammer-Anwalt, Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub. Ich verneige mich vor dem Menschen, weil er mit so viel Ruhe an unsere Sache gegangen ist. Eigentlich war er Caros Anwalt. Er hat es geschafft, wieder Frieden reinzubringen und uns vor den Leuten beschützt, die uns immer noch weiter auseinandertreiben wollten.
Caroline: Er war leider nicht von Anfang an dabei, sonst wäre es vermutlich gar nicht so weit gekommen. Eine sehr gute Freundin aus Berlin hat ihn mir empfohlen. 
Erol, in der „Mordkommission Istanbul“ kommt es nach 13 Jahren zur Scheidung von Deiner Film-Ehefrau Sevim... Euer reales Happy End wäre doch eine gute Vorlage für die Fortsetzung der Ehe und der ARD*-Serie...?
Erol: Ja, wenn die Quote gut ist, wäre es vielleicht ein neuer Anfang, wieder mit meiner Ex-Frau zusammenzukommen (lacht).
Und am Freitagabend tanzt Du noch mal bei Let’s Dance* auf RTL, nachdem Du nach der fünften Show ausgeschieden bist...
Erol: Da war ich sehr, sehr gern dabei* – ich bin ein Entertainer, ich liebe es, zu unterhalten! Doch für meinen Körper war Let’s Dance eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Nachdem ich im November zwei im Voraus geplante Knie-OPs hatte und eigentlich alles ausgeheilt war, hatte ich mir beim Training zu meinem ersten Show-Tanz, einem Tango, bei einer Pirouette das Knie verdreht. Es hat mich volle Kanne erwischt, eigentlich hätte ich aufgeben müssen, aber ich bin keiner, der aufgibt und ich wollte auch kein Mitleid, deshalb habe ich weitergemacht – trotz dieser deftigen Schmerzen. Es tut mir leid für meine Fans, dass ich nicht das leisten konnte, was ich hätte zeigen können, meine Knie haben das nicht mitgemacht. Ich freue mich aber, dass ich noch einmal tanzen darf!
Und jetzt geht es weiter mit neuen Projekten, über die noch nicht geschrieben werden darf. Was fühlt Ihr, wenn Ihr auf all das zurückschaut, seit Ihr Euch 1996 kennengelernt habt...
Caroline: Ja, wir haben ganz schön was geschafft! Manchmal war es eine Achterbahn, aber man muss das Glück auch erkennen und greifen können.
Erol: Wenn wir jetzt noch einmal 25 Jahre zusammen sind, vergessen wir vielleicht diese unselige Zeit der Krise.
Caroline: Wir lachen viel und sind jeden Tag dankbar, dass wir uns wiedergefunden haben! 

Das Interview führte Ulrike Schmidt.*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Felix Hörhager/dpa

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