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Christian Lell kommt nach dem Gerichtstermin bei sich daheim an. Während des Prozesses wurde sein Anwesen durchsucht.

Verurteilung und Hausdurchsuchung am Dienstag

Drogen-Razzia bei Ex-Bayer Lell - das sagt sein Anwalt

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München - Im Anwesen von Christian Lell, dem ehemaligen Profi des FC Bayern, wurde am Dienstag eine Drogen-Razzia vorgenommen. Wurde Lell angeschwärzt?

Es gab mit Sicherheit schon angenehmere Tage im Leben des Ex-Bayern-Kickers Christian Lell (32). Der 28. März 2017 wird ihm deshalb länger in Erinnerung bleiben. Am Vormittag verdonnerte ihn das Amtsgericht wegen Beleidigung zu einer saftigen Geldstrafe, am Mittag fuhr dann auch noch die Staatsanwaltschaft zur Drogenrazzia an seiner Villa in Straßlach vor.

Dienstag, 9.45 Uhr, Saal A 124 im Strafjustizzentrum: Christian Lell kam mit Freundin Stephanie zum Prozess wegen Nötigung. Die Staatsanwaltschaft warf dem früheren Bundesliga-Fußballer vor, seine Mieterin Ingeborg Bader aus deren Wohnung geekelt zu haben – mit fiesen Methoden. Während der Wintermonate 2015 soll er ihr mehrmals Strom- und Warmwasserzufuhr abgedreht haben. Lell ließ über Anwalt Gernot Lehr ausrichten: „Diese Vorwürfe beruhen auf Erfindungen.“ Dieser Teil der Anklage spielte gestern aber ohnehin eine untergeordnete Rolle. Schwerer wog der letzte Punkt: Der 32-Jährige soll seine Mieterin als Hure beschimpft und ihr ins Gesicht gespuckt haben. Lell gestand den Vorwurf und muss deshalb jetzt 45 000 Euro Strafe zahlen. Ingeborg Bader war zu dem gestrigen Verhandlungstermin als Zeugin geladen. Als Entschädigung drückte ihr Lells Anwältin Regina Rick 3000 Euro in die Hand. Verteidiger Klaus Wittmann: „Herrn Lell tut die Sache leid. Er möchte sich hiermit entschuldigen.“ Bader sagte nach dem Urteilsspruch zur tz: „Das Geld bedeutet mir nichts. Das macht die schlimme Zeit nicht vergessen.“

Hier wird Lells Haus durchsucht - Bilder der Drogen-Razzia

Lell-Anwalt:  „Es wurden keine Drogen aufgefunden“

Kaum war die Verhandlung beendet, legten fünf Zivilfahnder, die vorher noch unter den Zuhörern saßen, Christian Lell einen Durchsuchungsbeschluss vor. Über eine halbe Stunde lang setzten sie den Ex-Profi und heutigen Immobilienmakler in einem Richterzimmer fest. Dann führten sie ihn durch das Gerichtsgebäude auf einen Parkplatz und stiegen in einen schwarzen Volvo. Mit quietschenden Reifen brausten sie davon. Anwalt Wittmann düste in seinem Skoda hinterher.

Staatsanwalt Florian Weinzierl bestätigte der tz am Mittag: „Ja, es wird gerade das Haus von Christian Lell durchsucht. Den Beschluss gibt es seit Ende Februar. Jetzt wird er vollstreckt.“ Vermutlich haben die Fahnder Lells Erscheinen beim Prozess abgewartet. Offenbar konnten sie ihn in den vergangenen Wochen nicht persönlich in seiner Villa antreffen. Am Nachmittag die Bestätigung: „Es besteht der Verdacht des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“, sagte Staatsanwalt Weinzierl – daher die Drogenrazzia beim Ex-Bayern-Star. Laut Lells Anwalt Gernot Lehr wurde bei der Durchsuchung kein Rauschgift gefunden. „Unser Mandant hat im vollen Umfang mit den Ermittlungsbehörden kooperiert und sie unterstützt, die Angelegenheit aufzuklären.“ Lell fühlt sich offenbar verraten. Lehr sagte zur tz: „Unser Mandant wird sich vorbehalten, die Person, die diese Aktion verursacht hat, zur rechtlichen Verantwortung zu ziehen.“

Fast zwei Stunden durchsuchten die Ermittler in Anwesenheit einer Staatsanwältin die Villa in Straßlach. Vor dem Haus parkten Lells Porsche Cayenne und ein schwarzes Bentley-Cabrio. Hinter dem Garagentor kamen zwei abgedeckte Ferraris zum Vorschein. Christian Lell stieß mit Verteidiger Wittmann erst dazu, als die Durchsuchung bereits im vollen Gange war. Zu der Frage, ob bei der Razzia in Lells Villa tatsächlich Drogen gefunden wurden, wollte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

fw/joh

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