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Mehr als 300 000 Euro sollen Wilfried Mohren zugeflossen sein.

Korruptionsprozess um Ex-Journalist Mohren: Deal möglich

Leipzig - Wilfried Mohren, früherer Fernseh-Sportchef des MDR, steht seit Donnerstag vor dem Landgericht Leipzig wegen einer Schmiergeldaffäre. Er könnte mit einem Deal davon kommen.

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Mohren: Der Prozess beginnt

Im Korruptionsprozess könnte es eine Verständigung zwischen Wirtschaftsstrafkammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zur Verkürzung des Verfahrens geben. Nach gut eineinhalbstündigen Beratungen sagte der Vorsitzende Richter Carsten Nickel am Donnerstagmittag in Leipzig, die Kammer werde am frühen Nachmittag eine Erklärung zu einem Deal abgeben. Der Gesetzgeber räumt eine solche Verständigungsmöglichkeit ein. Prominentes Beispiel für dieses Vorgehen ist der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz, der im VW-Korruptionsskandal nach einem Deal mit einer Bewährungsstrafe davongekommen war. Mohrens Verteidiger Peter Manthey verwies zwar auf eine Stillschweigevereinbarung zum Inhalt der Gespräche, sagte aber, dass er für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe erreichen wolle. Mit der Vereinbarung eines Vergleichs mit dem MDR vor Prozesseröffnung habe man ein Signal aussenden wollen. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Mohren sich zur Zahlung von gut 380.000 Euro an seinen früheren Arbeitgeber bereiterklärt hatte. Der MDR will dann auf eine Schadenersatz-Klage verzichten. Damit habe man eine Vorleistung erbracht, sagte Verteidiger Manthey. Er sei sich sicher, dass das Signal bei der Kammer angekommen sei. Zur Frage, ob Mohren für den Fall einer Bewährungsstrafe ein umfassendes Geständnis angeboten hat, äußerte sich Manthey nicht. Er machte aber deutlich, dass das Verfahren sich nicht wie ursprünglich geplant bis ins kommende Jahr hinziehen wird. Bisher ist der Prozess bis Ende Januar 2010 terminiert.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mohren Bestechlichkeit in 19 Fällen, Vorteilsnahme in drei Fällen, Betrug in neun und Steuerhinterziehung in drei Fällen vor. Insgesamt soll Mohren bis zu 350.000 Euro an Schmiergeldern für die Platzierung von Sportveranstaltungen und Logos in Fernsehsendungen kassiert haben.

ap

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