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So sieht Ex-Onkelz-Sänger Kevin Russell heute aus. Er spricht erstmals öffentlich und exklusiv in "Metal Hammer" über den Autounfall aus der Silvesternacht 2009/2010, die Zeit hinter Gittern, den Drogenentzug und sein neues Leben als Familienmensch und Musiker.

Erstes Interview nach der Haft

Ex-Onkelz-Sänger: So war meine Zeit im Knast

Stuttgart - Ex-„Böhse-Onkelz“-Sänger Kevin Russell (49) sieht sich nach seinem Knast-Aufenthalt geläutert. Im ersten Interview in Freiheit spricht er ausführlich über seine Zeit im Gefängnis.

Russell spricht erstmals öffentlich und exklusiv in "Metal Hammer" über den Autounfall aus der Silvesternacht 2009/2010, die Zeit hinter Gittern, den Drogenentzug und sein neues Leben als Familienmensch und Musiker. Nach Jahren des Schweigens bezieht Russell konkret Stellung zu den tragischen Ereignissen.

"Metal Hammer"-Redakteur Matthias Weckmann, der die Karriere Russells und die der Böhsen Onkelz seit Mitte der Neunziger Jahre eng begleitet hat, besuchte den 49-jährigen Sänger in dessen Haus in Baden-Württemberg und erlebte einen Menschen, der gewillt scheint, seine Vergangenheit aufzuarbeiten.

Bis zum Ende der Böhsen Onkelz 2005 als Idol von Millionen Fans gefeiert, erlebte der gebürtige Hamburger in den Folgejahren einen beispiellosen Absturz. Im Oktober 2010 wegen Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, berichtet Kevin Russell im Interview von den Folgen seines jahrzehntelangen Drogen- und Alkoholmissbrauchs („Ich habe keinen Geruchssinn mehr, keinen Geschmacksinn, Nebenhöhlen im Arsch. Das habe ich mir alles weggeschossen.“) sowie von der Rückkehr in einen häuslichen Familienalltag („Ich will meinem Sohn endlich der Vater sein, den er sich und ich mir selbst wünsche.“). Zudem entschuldigt er sich bei den Opfern des besagten Verkehrsunfalls und bittet Fans wie Öffentlichkeit um eine zweite Chance: „Ich möchte den Leuten zeigen, dass es noch einen anderen Kevin gibt.“

Kiffen, Koksen und Saufen bei den Stars

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Im Interview spricht Russel auch ausführlich und höchst emotional über seinen Knast-Aufenthalt."Das war der absolute Tiefpunkt in meinem Leben! In den Knast gehe ich nie wieder", versichert er gegenüber dem "Metal Hammer" und betont: "Das ist unmenschlich. Jeder weiß, wie Tiere im Käfig leiden, und für Menschen ist es noch schlimmer. Grauenhaft... Manche Häftlinge wünschen sich eher die Todesstrafe als das."

Im August 2011 trat der Ex-Onkelz-Frontmann seine 27-monatige Haftstrafe an. Nach nur vier Monaten wurde er wieder entlassen und begann Ende Dezember 2011 eine Drogentherapie.

Russell habe freiwillig jede Hafterleichterung, die ihm angetragen wurde, abgelehnt und seine Zelle fünfeinhalb Monate lang nicht verlassen. "Das war mein eigenes Urteil über mich selbst. Das hatte ich verdient, und diese Qualen der Hölle musste ich ertragen. Vielleicht meinen einige, dass das nicht genug sei: Aber kein Gericht der Welt hätte mir eine härtere Strafe auferlegen können."

Die "Metal Hammer"-Ausgabe mit der Titelgeschichte zu Kevin Russell erscheint am Mittwoch, 15. Mai, und ist für 5,90 Euro erhältlich.

Nach eigenem Bekunden hat Russell nach einem halben Jahr Entzug im Knast seine langjährige Drogen- und Alkoholsucht überwunden. Die erste Zeit ohne Suchtmittel habe er als "die Hölle" empfunden. "Ich habe in meinem eigenen Saft, meinem Schweiß und meiner Scheiße gelegen. [...] Mein Hirn setzte komplett aus. Ich hatte Angst, im Knast direkt zu sterben."

Mit seinem Beispiel will er nun anderen gescheiterten Menschen Mut machen: "Man kann alles schaffen! Ich bin das beste Beispiel dafür. Ich möchte die Menschen dazu bewegen, sich einen Ruck zu geben und sich am Arsch zu packen, auch wenn es hoffnungslos erscheint. Wenn ich dadurch nur zwei, drei Leuten helfe, habe ich das erreicht, was ich Gott, so meine ich, schuldig bin ."

"Metal Hammer"-Herausgeber und -Chefredakteur Thorsten Zahn sieht in dem schonungslos ehrlichen Gespräch den richtigen Schritt Russels. „Wir haben lange überlegt, wie wir mit dem Thema Kevin Russell umgehen sollen“, erläutert Zahn. „Schließlich galt er in den letzten Jahren als einer der schlimmsten Auswüchse des Rock’n’Roll. Doch wer dem einstigen Frontmann der Böhsen Onkelz heute – nach seinem Gefängnisaufenthalt gegenübertritt, erkennt: Russell ist ein anderer Mensch geworden. Das sensationelle und offene Interview hat uns zu der Überzeugung kommen lassen, dass Kevin Russell eine zweite Chance verdient hat, als Mensch und auch als Musiker.“

Die "Metal Hammer"-Ausgabe mit der Titelgeschichte zu Kevin Russell erscheint am Mittwoch, 15. Mai, und ist für 5,90 Euro erhältlich.

fro

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