Ex-Postminister Wolfgang Bötsch wird 70 - "Ich war gern Politiker"

Würzburg - Er hat die 125-jährige Epoche der staatlich verwalteten Post und Telekommunikation und damit zugleich seine eigene Karriere als Bundesminister beendet: Der letzte Postminister Deutschlands, Wolfgang Bötsch, feiert am kommenden Montag seinen 70. Geburtstag und hat seine Entscheidung für eine Auflösung des Postministeriums zum Jahr 1998 nie bereut.

"Das war mir von vornherein klar, dass es im Zuge der Globalisierung keines Postministeriums bedarf", sagt der CSU-Mann. "Ich war gern Politiker, ich war gern Minister - es wird wenige Leute geben, die ein so interessantes Leben gehabt haben wie ich. Ich bereue nichts."

Bötsch wurde 1938 im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach geboren. Nach Abitur und Bundeswehr lässt er sich an der Universität Würzburg zum Juristen ausbilden und ist schon als Student politisch aktiv. 1960 tritt Bötsch in die CSU ein und steht von 1989 bis 1993 der Bonner CSU-Landesgruppe vor. Politischer Höhepunkt des zweifachen Vaters, der fast 30 Jahre dem Bundestag angehört (1976-2005), ist die Berufung zum Bundesminister für Post und Telekommunikation 1993.

Nach seinem Rückzug aus der Politik konzentriert sich der für seinen Fleiß geschätzte Würzburger auf seine Arbeit in einer Anwaltskanzlei. "Ich will noch ein wenig arbeiten, ich genieße mein Leben bei der Arbeit", sagt Bötsch, der im Mai dieses Jahres seine Lebensgefährtin Heidi Opas in der Mainstadt heiratete. Neben seiner zweiten Ehefrau gilt Bötschs Leidenschaft zudem der Oper und dem Fußball, hier insbesondere dem Fußball-Club Würzburger Kickers und dem FC Bayern München.

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