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Trauer um Karl-Heinz von Hassel. 

Trauer um den Schauspieler (77)

Ex-"Tatort"-Kommissar Karl-Heinz von Hassel gestorben

Hamburg - Action war sein Ding nicht, er ermittelte beharrlich und unspektakulär in Frankfurt. 17 Jahre lang war Karl-Heinz von Hassel als "Tatort"-Ermittler im Einsatz. Jetzt starb der Mann mit der Fliege.

Sein Markenzeichen war die Fliege: Stets korrekt gekleidet, beharrlich und eher unspektakulär ermittelte Karl-Heinz von Hassel als Kommissar Edgar Brinkmann in „Tatort“-Krimis des Hessischen Rundfunks. Fast 30 Mal war er zwischen 1985 und 2001 in Frankfurt am Main im Einsatz, bis er den Dienst quittieren musste, weil das Ermittlerteam verjüngt wurde. Später folgte noch die Reihe „Fliege kehrt zurück“. Am Dienstag ist der wandlungsfähige Hanseat, der bis zuletzt auf der Bühne stand, überraschend nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg gestorben, wie seine Ehefrau Karin von Hassel der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bestätigte.

Noch Anfang April stand Karl-Heinz von Hassel neben Anita Kupsch in der Komödie „Golden Girls“ im Essener Theater im Rathaus auf der Bühne, sollte hier Anfang Mai erneut in der Rolle auftreten. „In den vergangenen Jahren hat mein Mann fast nur noch Theater gespielt, stand in Düsseldorf, Hannover und Essen auf der Bühne“, sagte seine Ehefrau. Die beiden waren seit 53 Jahren verheiratet, haben einen gemeinsamen Sohn (51) und zwei Enkelkinder.

Geboren wurde Karl-Heinz von Hassel am 8. Februar 1939 in Hamburg als Sohn eines kaufmännischen Angestellten. Zunächst machte er eine Ausbildung als Außenhandelskaufmann bei einer Import- und Exportfirma, bevor er sich für seinen Traumberuf Schauspieler entschied.

Erste Berufserfahrungen sammelte Hassel als Regieassistent und Schauspieler an verschiedenen Landesbühnen. 1960 erhielt er in Gustaf Gründgens' berühmter Filmversion von Goethes „Faust“ die Rolle des Erzengels Michael.

Es folgten Stationen bei verschiedenen Theaterbühnen, darunter Schleswig, Bielefeld und Konstanz, Engagements führten ihn nach Bremen, Stuttgart und Hamburg. Als sich die Fernsehrollenangebote Mitte der 60er Jahre häuften, drehte er der Bühne zunehmend den Rücken. Neben „Tatort“-Folgen war Hassel auch in Literaturverfilmungen zu sehen. Mitte der 70er entdeckte ihn der legendäre Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, in dessen Filmen „Die Ehe der Maria Braun“, „Lola“ und „Lili Marleen“ er mitspielte.

Die Arbeit mit Fassbinder führte auch zu Engagements bei dem Szene-Filmer Walter Bockmayer, der Hassel in den 80ern für die Streifen „Kiez“ und „Die Geierwally“ holte. Unter der Regie von Franz Peter Wirth drehte er Ende der 70er den Vierteiler „Wallenstein“ nach Golo Manns Biografie oder auch die Serie „Die Buddenbrooks“ in elf Teilen. Hanseatisch war auch die Kaufmanns-Serie „Engels & Consorten“ vom NDR Mitte der 80er Jahre.

Die "Tatort"-Teams im Überblick

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dpa

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