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Conrad Murray (rechts) war Michael Jacksons Leibarzt.

Experte: Jackos Tod klarer Fall von Tötung

Los Angeles - Der Tod von Popstar Michael Jackson war nach Ansicht des Gerichtsmediziners, der die Leiche obduzierte, ein klarer Fall von Tötung.

Dies gelte auch dann, wenn Jackson sich die tödliche Dosis des Narkosemittels Propofol selbst verabreicht haben sollte, sagte Christopher Rogers am Dienstag als Zeuge im Anhörungsverfahren gegen Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray.

Murrays Arzt hatte zuvor angedeutet, Jackson könnte das Mittel geschluckt haben. Rogers entgegnete, das sei zwar unwahrscheinlich, mache letztlich aber keinen Unterschied aus, da es dann um einen Fall mangelnder ärztlicher Fürsorge handele. Die Vernehmung des Gerichtsmediziners war ein erster Beleg dafür, wie Murrays Verteidigung den Vorwurf der fahrlässigen Tötung kontern will: als möglichen Selbstmord Jacksons.

Vor dem Auftritt des Gerichtsmediziners hatte die Aussage eines Polizisten mögliche Widersprüche zu anderen Schilderungen der Geschehnisse am Todestag des Stars offengelegt. Allerdings gingen weder die Staatsanwaltschaft noch Murrays Verteidiger am Montag auf die Diskrepanzen ein. Der Polizist Orlando Martinez war bereits der 20. Zeuge, der in dem Verfahren aussagt, an dessen Ende die Richter darüber entscheiden müssen, ob der Arzt wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt wird.

Nach Aussage von Martinez sagte Murray zwei Tage nach dem Tod Jacksons im Juni 2009 den Ermittlern, er habe an dem fraglichen Vormittag alles unternommen, dem “King of Pop“ beim Einschlafen zu helfen. Er habe Jackson die Füße massiert und seinen Rücken mit einer Lotion eingerieben. Dann habe er seinem Patienten Beruhigungsmittel verabreicht, die Musik leiser gedreht und ihm geraten zu meditieren. Doch Jackson sei nicht eingeschlafen.

Der Star sei frustriert gewesen, weil er seit seiner Rückkehr von der letzten Probe für seine Comeback-Tournee seit fast zehn Stunden nicht habe schlafen können. Er habe nach seiner “Milch“ verlangt, laut Murray war das Jacksons Bezeichnung für das Narkosemittel Propofol. Der Polizei habe Murray gesagt, er habe Jackson um 10.40 Uhr 25 Milligramm des Mittels gegeben. Dann habe er den Patienten einige Minuten beobachtet und sei danach für längere Zeit für längere Zeit ins Bad gegangen.

Bei seiner Rückkehr habe Jackson nicht mehr geatmet, wie Murray laut Martinez aussagte. Den Notarzt habe Murray nach eigenen Worten nicht gerufen, weil er seinen Patienten nicht habe allein lassen wollen.

Fest steht, dass erst um 12.21 Uhr ein Notruf beim Rettungsdienst einging. Aus dem Einzelverbindungsnachweis des Arztes geht außerdem hervor, dass er zwischen 11 und 12 Uhr die meiste Zeit telefonierte. Weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung gingen auf den Widerspruch zwischen der Aussage und den anderen Indizien ein. Murrays Anwalt Ed Chernoff sagte aber, dass der Polizist nur einen Teil von Murrays Aussage wiedergegeben habe.

Staatsanwaltschaft will Murray mehrere Fehler nachweisen

Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, Jackson am 25. Juni 2009 eine tödliche Dosis Propofol und andere Beruhigungsmittel verabreicht zu haben. Außerdem will sie beweisen, dass er zu lange wartete, bis er den Rettungsdienst rief, und dass er bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung pfuschte. Am Ende entscheidet der Richter in Los Angeles, ob es genug Beweise gibt, Murray wegen fahrlässiger Tötung den Prozess zu machen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft und der Entzug seiner Lizenz.

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