Familie "nicht an Geld interessiert"

- Santa Maria - Die Anklage im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson sieht sich durch neue Aussagen vor Gericht bestärkt: Sie rief den Besitzer eines Comedy-Clubs in den Zeugenstand, nach dessen Aussage es der Familie des angeblichen Opfers nicht um Geld geht. Jacksons Verteidiger hatten vor allem die Mutter des angeblich missbrauchten Jungen mehrfach als geldgierig dargestellt und ihr vorgeworfen, sich mit den Anschuldigungen gegen den Popstar nur bereichern zu wollen.

Der Besitzer der "Lach Fabrik" an Hollywoods Sunset Strip, Jamie Masada, berichtete dem Gericht am Dienstagabend in Santa Maria (Kalifornien), dass die Mutter des krebskranken Jungen ein von ihm überbrachtes Geld-Angebot eines anderen Spenders zurückgewies. "Alles, was ich brauche, sind Freunde und Gebete. Ich brauche kein Geld", habe sie damals gesagt. Masada lernte den Krebspatienten 1999 kennen und stellte auf seinen Wunsch den Kontakt zu Jackson her.<BR><BR>Knapp vier Jahre später, im Februar 2003, erhielt er seiner Aussage zufolge nach der Ausstrahlung der Fernseh-Dokumentation "Leben mit Michael Jackson" einen Telefonanruf der verzweifelten Mutter. "Sie war völlig außer sich und den Tränen nahe", sagte Masada dem Gericht. "Sie halten mich mit meinen Kindern gegen meinen Willen hier fest. Ich muss hier raus", habe die Mutter gesagt und ihn am Telefon um Hilfe gebeten.<BR><BR>Der Film war durch Szenen in die Schlagzeilen geraten, die Jackson und den Jungen Händchen haltend zeigen. Daraufhin soll der Sänger den damals 13-Jährigen und seine Familie - nach Darstellung der Anklage in Verwahrsam genommen und zu Gegendarstellungen vor der Videokamera gezwungen haben.<BR><BR>Jackson (46) ist angeklagt, den Jungen im Februar und März 2003 mindestens zwei Mal auf seiner "Neverland"-Ranch missbraucht zu haben. Ihm drohen 20 Jahre Haft, sollte er in allen zehn Punkten der Anklage schuldig gesprochen werden. Am Montag hatte Richter Rodney Melville beschlossen, auch frühere Beschuldigungen der sexuellen Belästigung als Beweismaterial gegen Jackson zuzulassen.<BR><BR>Unterstützung für seine Positionen bekam der Popstar am Dienstag (Ortszeit) durch die Aussage der Stewardess Cynthia Bell. Sie erklärte den Geschworenen, dass sie Jackson in der Luft Weißwein in einer Cola-Dose serviert habe - aber auf eigene Initiative. Der Sänger sei auf Flügen nervös gewesen und trank darum Wein, hatte jedoch Bedenken, dies vor den Augen der Kinder zu tun. Bell schilderte den 13-jährigen Jungen als laut und recht unausstehlich während des Fluges. Jackson und seine Kinder hätten sich dagegen höflich verhalten.<BR><BR>Derweil meldete sich auch Jacksons Exfrau Lisa Marie Presley zu Wort. In einem Fernsehinterview am Dienstag sprach sie wohlwollend über ihre knapp zwei Jahre lange Ehe mit Jackson. Hatte der Popstar sie tatsächlich geliebt? "Ja, so sehr, wie er jemanden zu lieben im Stande war", sagte Presley. 

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