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Farrah Fawcett.

Krebs! Farrah Fawcett ist tot

Los Angeles - “Charlies Engel“ ist tot: Die amerikanische Filmschauspielerin Farrah Fawcett erlag am Donnerstag im Alter von 62 Jahren ihrem schweren Krebsleiden.

Bei ihr war 2006 ein schnell wachsender Anal-Tumor festgestellt worden; zu Therapien hielt sie sich mehrmals an deutschen Kliniken auf.

Mit der Fernsehserie “Drei Engel für Charlie“ war die schöne Texanerin mit der blonden Lockenmähne zum Weltstar aufgestiegen. Es blieb ihre berühmteste Rolle, auch wenn sie als Charakterdarstellerin viel Anerkennung fand.

Ihr langjähriger Lebensgefährte Ryan O'Neal hatte noch am 22. Juni bekanntgegeben, dass sie heiraten wollten. Doch Farrah Fawcett lag bereits im Sterben. Ihre Freundin Alana Stewart, Exfrau von Rod Stewart, dokumentierte ihren Kampf gegen den Krebs in einem Video-Tagebuch, das im US-Fernsehen gesendet wurde. Sie begleitete sie mit der Kamera auch nach München zur Mednord-Klinik.

Der Leiter der gynäkologischen Chirurgie, Norbert Pfützenreuter, sagte der “Bild“-Zeitung, Fawcett habe einen für April dieses Jahres geplanten Eingriff abgesagt, weil sie zu schwach zum Reisen sei. “Obwohl es ihr in München stets erfreulich gut ging, wussten wir doch immer um den tödlichen Verlauf der Krankheit“, wird er zitiert. “Es ist überraschend und ein Erfolg, dass sie trotz ihrer schweren Erkrankung so lange lebt.“ An der Frankfurter Unversitätsklinik soll Farrah Fawcett eine Chemo- und Stammzellentherapie erhalten haben. Zugleich setzte sie auf alternative Heilmethoden in einer Klinik im bayerischen Bad Wiessee am Tegernsee.

Bilder aus dem Leben von Farrah Fawcett

Farrah Fawcett: Bilder aus ihrem Leben

Trend mit Lockenmähne gesetzt

Fawcett wurde als Kind katholischer Eltern am 2. Februar 1947 in Corpus Christi (Texas) geboren. Sie brach ihr Studium für eine Schauspielkarriere ab, verdiente ihren Lebensunterhalt aber zunächst vor allem als Fotomodell und mit Werbespots für Shampoo.

Nach Auftritten in den TV-Serien “Bezaubernde Jeannie“ oder “The Partridge Family“ und anderen kleineren Rollen hatte sie 1976 ihren Durchbruch mit “Drei Engel für Charlie“. In der Rolle der Detektivin Jill Munroe war sie eine weibliche Ausgabe von James Bond: Sie fährt Sportwagen, strotzt vor Fitness und stellt einen überlegenen Charme zur Schau. Mit dieser selbstbestimmten Power prägte Farrah Fawcett ein neues Frauenvorbild, das in den 80ern zur Aerobic-Welle führte. Bewundert wurde sie aber auch schon allein für ihre üppige blonde Lockenmähne, mit der sie einen Trend setzte. Und ein Poster, auf dem sie in koketter Pose im roten Badeanzug zu sehen ist, erreichte eine Auflage von acht Millionen. Ihr Erfolg brachte Konflikte mit Ehemann Lee Majors, mit dem sie seit 1973 verheiratet war. Von dem Serienstar (unter anderem Held in “Ein Colt für alle Fälle“) trennte sie sich 1977. Die Scheidung folgte erst 1982.

Extreme Frauenfiguren

Seit 1979 war sie mit Ryan O'Neal liiert, der mit “Love Story“ zum Hollywood-Star aufgestiegen war. Im Januar 1985 kam der gemeinsame Sohn Redmond James zur Welt. 1986 geriet das Paar auf dem Weg zur Hochzeit in einen Schneesturm und gab die Heiratspläne auf. Nach 17 Jahren, im Februar 1997, trennte es sich.

Fawcetts neuer Freund, der Autor und Produzent James Orr, wurde Anfang 1998 festgenommen, weil er sie verprügelt hatte. Farrah Fawcett war die erste Schauspielerin gewesen, die das Tabu häuslicher Gewalt brach: Im TV-Film “Das brennende Bett“ (1984) spielte sie mit großer Intensität eine verzweifelte Mutter von vier Kindern, die nach jahrelangem Ehemartyrium ihren Mann im Bett mit Benzin übergießt. In “Extremities“ (1986) zeigte sie sich noch radikaler bei der Rollenwahl: Sie spielte eine Frau, die erst in der Hand eines sadistischen Verbrechers ist und dann den Spieß umdreht. In “Blick in den Abgrund“ (Small Sacrifices) war sie 1989 als Täterin zu sehen, die für ihre abgöttische Liebe zu einem Mann ihre drei Kinder umbringt und behauptet, Opfer eines Überfalls geworden zu sein. Die Rolle als Millionenerbin Barbara Hutton in “Armes reiches Mädchen“ trug ihr 1988 einen Golden Globe ein. Weniger Erfolg hatte sie in der Rolle der “Nazi-Jägerin“ Beate Klarsfeld.

Als Rollenangebote für Film und Fernsehen nachließen, spielte Farrah Fawcett auch erfolgreich auf Theaterbühnen. Im Kino war sie nur noch in zwei Filmen zu sehen: In “Apostel!“ (1997) als vernachlässigte Ehefrau eines Predigers (Robert Duvall) und in der Satire “Dr. T. & the Women“ (2000) die Ehefrau eines beliebte Frauenarztes (Richard Gere).

AP

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