Spanisches Königshaus

Royales Beben inmitten der Corona-Krise: König Felipe VI. bricht öffentlich mit seinem Vater

  • Momir Takac
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Felipe VI. hat genug von den Eskapaden seines Vaters. Nach Berichten von dubiosen Zahlungen an Juan Carlos zieht Spaniens König die Reißleine.

  • Nach Berichten über dubiose Geldflüsse an Juan Carlos bricht Spaniens König mit seinem Vater.
  • Felipe VI. kündigte an, auf sein Erbe zu verzichten und entzog dem 82-Jährigen die Zahlungen.
  • In der Schweiz und in Spanien laufen die Ermittlungen.

Madrid - Als wäre die Krise rund um das grassierende Coronavirus* nicht schon genug, wird die spanische Bevölkerung auch noch mit einem schweren Beben in der Königsfamilie konfrontiert.

Während auch in Spanien die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten und -Toten stetig steigt, bricht König Felipe VI. öffentlich mit seinem Vater Juan Carlos. Die Beziehung zwischen den beiden ist bereits seit Langem nicht mehr intakt, doch ein neuerlicher Skandal des 82 Jahre alten Juan Carlos hat das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht.

Beben im spanischen Königshaus: Felipe VI. verzichtet auf Erbe von Juan Carlos

Nach Berichten über mutmaßliche Geldflüsse aus Saudi-Arabien an Juan Carlos kündigte Felipe an, auf das ihm zustehende Erbe seines Vaters zu verzichten. Zudem strich der 52-Jährige seinem Vater Zahlungen durch das Königshaus, die dieser seit seinem Rückzug vom Thron weiterhin bezog. 194.000 Euro sollen es jährlich sein.

Die Schweizer Zeitung Tribune de Genève hatte Anfang März berichtet, dass Juan Carlos 2008 über ein Schweizer Konto umgerechnet rund 90 Millionen Euro vom saudi-arabischen Königshaus empfangen habe. Das Schweizer Konto soll im Namen einer Stiftung mit Sitz in Panama geführt worden sein. Ein beträchtlicher Teil soll an Juan Carlos Ex-Geliebte Corinna zu Sayn-Wittgenstein weitergeflossen sein. 

Felipe VI. bricht mit seinem Vater: König soll Begünstigter von dubiosen Zahlungen gewesen sein

Allerdings: Bei dieser mutmaßlich dubiosen Zahlung tauchte auch der Name Felipes und der Kronprinzessin Leonor als Begünstigte der Stiftung auf - wohl ohne ihr Wissen, berichtet der britische Telegraph. In der Schweiz und in Spanien laufen die Ermittlungen. Noch genießt Juan Carlos allerdings Immunität.

„Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integres, ehrliches und transparentes Verhalten haben“, hieß es in einer Mitteilung des königlichen Palastes.

Felipe VI. erntet Lob für mutige Entscheidung

Felipe VI. erntete landesweit Lob für seine Entscheidung. Das Blatt El Mundo etwa schrieb: „In seinen wenigen Amtsjahren hat er sein festes Engagement für den vorbildlichen Charakter der ersten staatlichen Institution unter Beweis gestellt.“

Zu einem ähnlichen Knall führte in Großbritannien die Ankündigung von Prinz Harry* und Herzogin Meghan*, sich von ihren royalen Verpflichtungen zurückzuziehen. Die beiden hatten jetzt ihren letzten Auftritt als Royals. Doch auf Instagram möchten sie anscheinend weiter eine Vorbildrolle einnehmen - das kommt nicht gut an.

Der ehemalige spanische König Juan Carlos steht unter Korruptionsverdacht. In einem Brief teilte er seinem Sohn und Nachfolger Felipe VI. mit, dass er Spanien verlassen und ins Exil gehen wird.

mt/dpa

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Rubriklistenbild: © AFP / JAIME REINA

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