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Claude Chabrol ist tot: Im vergangenen Jahr war dem Altmeister des französischen Kinos die Berlinale-Kamera verliehen worden. 

Filmregisseur Claude Chabrol gestorben

Paris - Der französische Regisseur Claude Chabrol ist am Sonntag im Alter von 80 Jahren gestorben. Das teilte die Stadtverwaltung von Paris mit.

Chabrol zählte mit mehr als 60 Kinofilmen zu den bedeutendsten Cineasten Frankreichs. Zu seinen Klassikern gehören “Eine untreue Frau (1968)“, “Das Biest muss sterben (1969)“ sowie “Der Schlachter (1969)“. Einer seiner letzten Filme war “Kommissar Bellamy“, der 2009 auf der Berlinale zu sehen war.

Seine bevorzugten Themen waren Obsession und Abhängigkeit, Bourgeoisie und Bigotterie. In seinen Filmen blickte er schonungslos hinter die Fassade der bürgerlichen Gesellschaft und tief in die menschlichen Abgründe.

Chabrol wurde am 24. Juni 1930 in Paris als Sohn eines Apothekers geboren. Er begann das Studium der Pharmazie und Literatur nur seinem Vater zuliebe. Zum Film kam er nicht wie viele seiner Zeitgenossen als Regieassistent, sondern als Kritiker der Fachzeitschrift “Cahiers du cinéma“. Der Franzose gehörte zusammen mit François Truffaut, Jacques Rivette und Jean-Luc Godard zu den Begründern der Nouvelle Vague, eine Bewegung, die sich gegen das etablierte, verkrustete und angepasste Kino wehrte und nach einer neuen Ausdruckssprache im Film suchten. Das Schlagwort des “Autorenfilms“ entstand, dessen Markenzeichen der unverkennbare, individuelle Stil des jeweiligen Regisseurs ist.

Über das Alter machte sich Claude Chabrol nur lustig, und von steiler Karriere hielt der französische Regisseur auch nicht viel. “Triumphe sind der Tod eines Filmemachers. Ich hatte schöne kleine Erfolge“, zog Chabrol erst im Juni zu seinem 80. Geburtstag Bilanz.

dapd/dpa

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