Volksmusik trauert

"Das Kufsteiner Lied"-Interpret Franzl Lang ist tot

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München - Dieses Stück kennt jeder Volksmusik-Fan: das Kufsteiner Lied. Nun ist der Interpret des Heimatliedes, Franzl Lang, im Pflegeheim gestorben.

Ein strahlendes Lächeln und ein Jodler, dass einem das Herz aufgeht: So kannten die Fans ihren Franzl Lang. Das Kufsteiner Lied, das er gesungen hat, ist mehrfach preisgekrönt, auf der Wiesn schwelgt die halbe Welt in den Zeilen von der Perle Tirols. Franzl Lang selbst hat jetzt ganz leise Abschied genommen: Mit 84 Jahren starb der Münchner in einem Pflegeheim. „Er konnte nicht mehr“, sagt seine Frau Johanna (76).

Geboren in Sendling, hatte Lang Werkzeugmacher gelernt. Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy holte ihn ins Platzl. 1968 sein größter Erfolg: das Kufsteiner Lied. „Den Jodler hat ihm sein Freund Egon Frauenberger dazugeschrieben, Franzl wurde zum Superstar“, erinnert sich Moderatorin Carolin Reiber. Lang war oft zu Gast in ihrer Volkstümlichen Hitparade. „Er war ein wahnsinnig netter Mensch.“ Und ein erfolgreicher: über zehn Millionen verkaufte Tonträger, 20 Goldene und eine Platin-Schallplatte - produziert von Frauenberger.

¬Beruflich an der Spitze, befand sich Lang privat in einem tiefen Tal. 1995 starb sein geliebter Sohn Franz an einer Blutkrankheit. „Er hat sich davon nie richtig erholt“, sagt Ehefrau Johanna. Die letzten Jahre zog sich der Volksmusikstar immer mehr zurück, litt an Diabetes und Grauem Star. „Er konnte zum Schluss fast nichts mehr sehen, nicht mehr gehen. Er hatte einen Katheter und Muskelschmerzen.“

Nach verschiedenen Klinikaufenthalten kam Franz Lang am 30. November ins Münchner Pflegeheim Residenzia. „Meine Tochter Christl und ich haben ihn am 5. Dezember das letzte Mal besucht“, sagt Johanna Lang. „Ich habe zwar versucht, ihm Mut zu machen, aber wir haben gewusst, dass wir uns verabschieden.“ Am Sonntag erhielt sie die Todesnachricht: „Eine Art multiples Organversagen.“

Die Trauerfeier und das Urnenbegräbnis finden am 12. Januar auf dem Waldfriedhof statt. „Mein Mann hat sein Publikum bis zum Ende geliebt, deshalb sollen sich die Leute auch von ihm verabschieden können.“ Am 28. Dezember möchte Johanna Lang in ihrem Garten in Forstenried Teelichter aufstellen – da wäre ihr Franzl 85 geworden. „Ich bin gläubig und weiß, dass wir uns wiedersehen“, sagt sie. Und für seine Fans bleibt er mit seinem Lied unvergessen.

Martina Williams

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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