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Der Rapper "Kollegah" steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Prozess wegen Körperverletzung

Freispruch für Rapper "Kollegah"

Laufen - Für Rapper "Kollegah" stand vieles auf dem Spiel: Jetzt ist das Urteil im Prozess wegen Körperverletzung fallen. Er wurde freigesprochen.

Das Urteil im Prozess gegen den Rapper „Kollegah“ mit bürgerlichem Name Felix Blume ist gefallen. "Kollegah" war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil er Ende Juni 2013 einen Discobesucher nach einem Auftritt in Freilassing niedergeschlagen und auch noch dessen zu Hilfe eilenden Bekannten mit Schlägen verletzt haben soll.

„Kollegah“ hatte am 29. Juni 2013 in der Disco gerappt. Als er und seine beiden Begleiter das Tanzlokal spätnachts verließen, rief ein unbekannter Gast angeblich „Kollegah, Du Hurensohn“. Daraufhin, so die Anklage, traktierte das Trio sein Opfer am Kopf mit Fäusten und ging auch noch auf einen Freund des Mannes los. Eine Platzwunde, Prellungen und ein gebrochenes Nasenbein waren die Folge. Beide Attackierte hatten mit dem beleidigenden Ausspruch nichts zu tun.

Kollegah beteuerte Notwehr

Im Prozess stellte sich der Rapper als das Opfer einer Attacke dargestellt. Er präsentierte sechs Zeugen, die alle gesehen haben wollen, wie "Kollegah" von den beiden Männern und drei weiteren Discobesuchern getreten wurde. „Es war reine Notwehr“, beteuerte der 30-Jährige vor Gericht. „Ich wurde angegriffen und musste mich verteidigen.“ Im Prozess hatte der Jurastudent auf die Frage der Staatsanwältin, wie er generell zum Thema Gewalt stehe, geantwortet: „Ich bin absolut gegen Gewalt.“ In seinem letzten Wort sagte der verheiratete Vater: „Ich werde doch meine Karriere und mein Zukunft nicht aufs Spiel setzen.“

Freispruch mangels Beweisen

Für das Amtsgericht Laufen (Landkreis Berchtesgadener Land) ist deshalb nicht erwiesen, dass der 30-Jährige zwei Männer zusammenschlug. Das Schöffengericht sprach den Rapper mit dem Künstlernamen „Kollegah“ am Mittwoch nach zwei Prozesstagen mangels Beweisen frei. „Die Hauptverhandlung hat keinen ausreichenden Schuldnachweis erbracht“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Hippler. Zwar habe der Rapper zugeschlagen, es könnte aber Notwehr gewesen sein, befand das Gericht.

Gegen die beiden Mitangeklagten - der Backgroundsänger des Künstlers und sein Bodyguard - war das Verfahren bereits zu Prozessbeginn vor gut zwei Wochen wegen geringer Schuld eingestellt worden

Staatsanwaltschaft geht in Revision

Die Staatsanwältin dagegen hatte eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren für "Kollegah" gefordert - und das ohne Bewährung. Sie zweifelte die Aussagen von sechs Zeugen an, die „Kollegah“ im Prozess zu seiner Entlastung aufbot. Sie leitete gar ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage gegen die Zeugen ein. Nach dem Urteil kündigte die Staatsanwältin an, in Revision zu gehen.

Rapper triumphiert nicht offen

Nach dem Urteil triumphierte der Rapper nicht offen. Kein Victory-Zeichen für einen Sieg war zu sehen nach dem Spruch, nicht einmal ein Grinsen im Gesicht. Wenn, dann freute sich der 30-Jährige still am Mittwoch im Großen Sitzungssaal des Amtsgerichtes Laufen im Berchtesgadener Land über das Urteil. Dafür zeigten die rund 60 jungen Fans, die in den Gerichtssaal gekommen sind, um ihr Idol zu sehen, ihre Begeisterung. Den Freispruch quittierten sie mit Beifall und stürmten danach hinaus, um ein Selfie mit dem Rapper zu schießen.

dpa

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