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Besonders edel: Der Ring, den Prinz William seiner künftigen Frau Catherine – Kate – Middleton an den Finger steckt, wurde aus einem in Wales geschürften Goldklumpen gefertigt. Das ist royale Tradition.

Freitag, 12.16 Uhr: „I will“

London – Es war die Hochzeit des Jahres: Prinz William und Kate haben sich am Freitag das Ja-Wort gegeben. Die Zeremonie lief streng nach Plan – bis auf eine Kleinigkeit: Der Ehering klemmte kurz am Braut-Finger.

Nicht einer, es waren zwei. Zwei royale Küsschen auf dem Balkon des Buckingham Palastes. Monatelang hatten Millionen von Fans auf diesen Moment hingefiebert. Freitag, 14.27 Uhr deutscher Zeit, ist es so weit: Prinz William und seine Braut Catherine küssen sich. Ein Kuss auf den Mund. 0,7 Sekunden lang. Jubel bricht aus. Und es folgt – eine Zugabe! Das Paar küsst sich erneut, diesmal 1,1 Sekunden lang – und diesmal wirken beide entspannter, lachen, winken. Die Welt blickt nach London, auf das britische Königshaus. Ja, die Windsors haben endlich ein neues Traumpaar: den Herzog und die Herzogin von Cambridge.

Den Titel des Herzogs bekam William von seiner Großmutter, der Queen. „Es ist ein persönliches Geschenk, ein Zeichen ihrer Wertschätzung für den Enkel“, sagt Royal-Expertin Jennie Bond. Zwei weitere Titel dürfen William und Kate nun auch führen: Graf und Gräfin von Strathearn und Baron und Baronin Carrickfergus. Aus „Waity Katie“, wie die Millionärstochter von den Boulvards oft verunglimpft wurde, weil sie jahrelang auf den Heiratsantrag des Prinzen warten musste, ist nun die Frau des Thronfolgers Nummer zwei geworden.

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„I will“, haucht die bürgerliche Kate um 12.16 Uhr in der Westminster Abbey vor rund 1900 geladenen Gästen, als sie der Erzbischof von Canterbury fragt: „Catherine Elizabeth, willst Du diesen Mann als Deinen Dir angetrauten Ehemann nehmen, um mit ihm nach Gottes Ordnung im heiligen Stand der Ehe zu leben?“ Kates Vater nimmt die Hand seiner Tochter, legt sie in die Hand des Erzbischofs. Der Erzbischof legt die Hand der Braut in Williams Hand. „Ich, William Arthur Philip Louis, nehme Dich, Catherine Elizabeth, zu meiner anvertrauten Ehefrau von diesem Tag an“, sagt der Prinz. Es ist ganz still in der Kirche. Minuten später, 12.18 Uhr, steckt William seiner künftigen Frau einen schmalen Goldring an den Finger; er selbst wird keinen Ehering tragen. Der Ring klemmt, aber nur kurz. Die Protokollanten atmen auf. Wie es die Tradition vorschreibt, wurde er aus einem in Wales geschürften Goldklumpen gefertigt. Aus dem selben Stück Gold waren die Ringe der Queen Mum, von Queen Elizabeth II., Tochter Prinzessin Anne, der Queen-Schwester Prinzessin Margret und von Prinzessin Diana.

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Die Braut trägt auch ein Diadem von der Queen, das hat ihr Elizabeth II. geliehen. Es ist das „Geborgte“, das man bei der Hochzeit neben etwas Neuem, Altem und Blauen anlegen soll. Das edle Schmuckstück wurde 1936 bei Cartier gefertigt. Der Vater der Queen, König Georg VI., hatte es für seine Frau, die spätere „Queen Mum“ gekauft. Die schenkte es ihrer Tochter Elizabeth zum 18. Geburtstag. Überhaupt sieht Kate an ihrem großen Tag „wunderschön“ aus, findet Designerin Anna von Griesheim. Ihr Brautkleid – ein Traum, schwärmt auch Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Und vor allem: eines der bestgehüteten Geheimnisse seit der Verlobung. Niemand sollte erfahren, wie Kate zum Traualtar schreiten würde. Sie selbst entschied sich schon bald für eine Robe des Kult-Labels Alexander McQueen. Ein cremeweißes Korsagenkleid aus Satin mit V-Ausschnitt, Arme und Schultern in feine weiße Spitze gehüllt, die Schleppe 2,7 lang – und damit rund fünf Meter kürzer als 1981 bei Dianas Hochzeit mit Prinz Charles. „Kate hat sich ein eigenes Markenzeichen geschaffen. Sie kombiniert Tradition mit Moderne – und typisch Britischem“, heißt es. Auch der Bräutigam überrascht die Untertanen: Er trägt eine rote Uniform der Irish Guards. Die Garde ist eines der Leibregimenter seiner Großmutter, der Queen. William wurde zwar vor wenigen Wochen der Ehrentitel des Oberst der Irish Guards verliehen. Er ist aber Leutnant bei der Royal Air Force und arbeitet als Rettungshubschrauber-Pilot. Deshalb dachten viele, dass er die blaue Luftwaffen-Uniform tragen würde.

„Gott, unser Vater, lass’ uns im Alltagstrubel auf das schauen, was im Leben echt und wichtig ist“, beten Kate und William bei ihrem Hochzeitsgottesdienst. Ihr Gebet haben sie selbst geschrieben, nicht zuletzt „für das Glück unserer Ehe“. Es ertönt die Hymne „God Save the Queen“, danach verlässt das Brautpaar die Westminster Abbey. Langsam schreitet es über den roten Teppich, lächelt, dahinter kommt die Hochzeitsgesellschaft; Prinz Harry, Williams jüngerer Bruder und sein Trauzeuge, Pippa Middleton, Kates jüngere Schwester und ihre Trauzeugin.

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Draußen warten auf die Frischvermählten eine offene Kutsche, weiße Pferde – und rund eine Million Menschen. Die Untertanen säumen den Weg zum Buckingham Palast. Bald ist es so weit: der royale Hochzeitskuss. Als Kate und William sich zweimal küssen, bricht Jubel aus. Der Herzog und die Herzogin schauen in die Menge, lächeln, und ziehen sich schließlich zurück. So ziemt es sich – gleich ist ein Empfang mit 650 Gästen geplant. Die Queen lädt ein zu Häppchen Marke Wachteleier mit Selleriesalz. Am Abend kommen 300 Gäste, die engsten Freunde. Der Zeitplan ist dicht. Doch es bleibt ein Stündchen – für eine Fahrt in einem dunkelblauen Aston-Martin-Cabrio aus den 60er-Jahren durch die Prachtstraße „The Mall“.

mm

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