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Früh verstorbene Stars: Die man nicht vergisst

München – Die Trauerwelle um Michael Jackson bricht über die „Neverland-Ranch“ herein. Wo sein Grab liegen wird, ist unklar. Fast sicher ist, dass es eine Pilgerstätte wird – wie bei fast allen Stars, die jung und tragisch starben.

Sie rüsten sich für den Ansturm. Im hügeligen Hinterland von Santa Barbara in Kalifornien, wo viele Landwirte und Weinbauern leben, bewohnte einst der „King of Pop“ sein Wolkenkuckucksheim. Jetzt sind Bauarbeiter und schwere Maschinen auf der „Neverland Ranch“ eingetroffen, 195 Kilometer nordwestlich von Los Angeles. Gärtner und Floristen bringen Kränze. Man munkelt, dass sie die Beisetzung von Michael Jackson vorbereiten. Aber so genau weiß das keiner.

Von einer Autokolonne ist die Rede, mit 30 Fahrzeugen, die die Leiche des Popmusikers aus LA nach Nimmerland bringen soll, das fand das Klatsch-Portal TMZ.com heraus. Am Freitag soll Jackson aufgebahrt werden, damit die Fans Abschied nehmen können. Der Neverland-Investor Thomas J. Barrack hat sich an die Einwohner gewandt: Sie mögen Jacksons Familie, Freunde und Fans mit „Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Toleranz“ empfangen. Man fürchtet ein Verkehrschaos.

Ein Altar für Jacko in München

Ein Altar für Jacko in München

Manche wollen, dass auf „Neverland“ eine Gedenkstätte entsteht, in der Art des „Graceland“-Anwesens von Elvis Presley. Andere finden, die Ranch liege zu weit ab vom Schuss, wieder andere fürchten Touristenströme wie in Memphis/Tennessee: Seit „Graceland“ 1982 aufgesperrt wurde, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei, rund 600 000 Menschen pilgern jedes Jahr zum „King of Rock’n’Roll“, der hier begraben liegt. Was Michael Jackson angeht, steht zumindest eines fest: Er kann nur auf „Neverland“ begraben werden, wenn seine Leiche verbrannt wird. Denn kalifornisches Recht erlaubt Erdbestattungen lediglich auf einem Friedhof. Nur bei einer Einäscherung dürfen die sterblichen Überreste auf privaten Anwesen aufbewahrt werden.

Elvis Presley (1935-1977) hat eine halbe Milliarde Tonträger verkauft. Schon zu seinen Lebzeiten erschienen 89 Alben.

Der Vorschlag russischer Fans, Jacko einzubalsamieren und für ihn das Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau freizuräumen, dürfte andernorts wenig Zuspruch finden. Naheliegender wäre da ein Grab auf dem „Forest Lawn Memorial Park“ in Hollywood , einem edlen Ruhepark für die Filmikonen und Stars der Unterhaltungsindustrie. Abenteuerheld Errol Flynn liegt hier begraben, der wie Jackson nur 50 Jahre alt wurde. Auf dem nahen Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles ruhen ebenfalls tragisch früh verschiedene Stars: Natalie Wood etwa, die 1981 im Alter von 43 Jahren ertrank, als sie mit ihrem Gatten Robert Wagner beim Segeln war. Oder Marilyn Monroe, die 1962 mit nur 36 Jahren an einer Überdosis Tabletten starb. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Verehrer das Grab mit frischen Blumen schmückt.

Noch jünger, mit 24 Jahren, starb 1955 James Dean („Giganten“, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“): Der Film-Rebell fuhr mit seinem silbernen Porsche 550 Spyder auf einem Highway nördlich von Los Angeles frontal in einen Ford – was das konservative Amerika weniger tragisch fand als die revoltierenden Teens und Twens. Deans Leichnam kam per Flugzeug nach Indiana, beerdigt hat man ihn auf dem Park Cemetery in Fairmount. Der Pilgerstrom ist nie versiegt.

Tote Stars und ihre Gedenkstätten

Tote Stars und ihre Gedenkstätten

Zu John Lennon, der 1980 vor seinem Haus erschossen wurde, pilgert niemand: Der Ex-Beatle hat kein Grab hinterlassen, sogar der Verbleib seiner Urne ist unbekannt. Er wollte nicht vergöttert werden – ganz anders als der Wiener Popmusiker Johann Hölzel, weltbekannt als „Falco“. Der starb 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik, vollgepumpt mit Alkohol und Drogen. Beerdigt ist er am Zentralfriedhof , wie es sich für einen echten Wiener gehört. Ein riesiger Obelisk und ein bombastisches Plexiglas-Kunstwerk zieren das Grab. Es hätte Falco gefallen.

In Paris, auf dem Friedhof Père Lachaise, trampeln sich die Jim-Morrison-Fans mitunter gegenseitig auf den Füßen herum – auch wenn das Ableben schon lange her ist: Der Rockmusiker („The Doors“) starb 1971 in einer Pariser Badewanne. Ein dreiviertel Jahr vor ihm hatte sich Sänger-Kollegin und Woodstock-Legende Janis Joplin mit Heroin getötet. Ihre Asche wurde im Pazifik verstreut.

Diana Spencer (1961-1997) galt auch aufgrund ihres sozialen Engagements als „Königin der Herzen“, war unglücklich verheiratet und starb im Autotunnel.

Auf einer Insel liegt Lady Diana Spencer begraben – mitten in einem See auf dem Landgut der Familie. Rund 2,5 Milliarden Menschen sahen 1997 die Trauerfeier, nun ruht die verunglückte Princess of Wales in Frieden. Ebenfalls bei einem Autounfall kam der einstige Filmstar Grace Kelly 1982 ums Leben. Das Grab von Gracia Patricia liegt in der St.-Nicholas-Kathedrale von Monaco – wie es einer monegassischen Fürstin gebührt.

Als letzte Ruhestätte für Michael Jackson hat sich derweil seine Geburtsstadt Gary/Indiana angeboten. Bürgermeister Rudy Clay ließ Jacksons Familie wissen, dass er für „Indianas liebsten Sohn und den größten Entertainer aller Zeiten“ ein denkwürdiges Begräbnis auf die Beine stellen würde. Das wäre auch das Mindeste, was Jacko-Fans erwarten.

Von Robert Arsenschek (mit ap/dpa)

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