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Fürst Albert lobt in seiner Rede die Meeresforschung in Deutschland. Foto: Markus Scholz

Fürst Albert mahnt Engagement zum Schutz der Meere an

Hoher Besuch an der Förde: Fürst Albert II. von Monaco wird für sein Engagement als Meeresschützer in Kiel mit dem Deutschen Meerespreis ausgezeichnet. Der Fürst ist nicht der erste in seiner Familie, der sich für die Meeresforschung engagiert.

Kiel (dpa) - Fürst Albert II. von Monaco hat mehr Engagement für den Schutz der Meere gefordert. "Wir alle müssen uns weiter für die Belange der Meere engagieren. Ohne sie werden wir nicht überleben", sagte er am Montag in Kiel. Dort wurde er mit dem Deutschen Meerespreis 2016 geehrt.

Er erhielt die Auszeichnung als Präsident des Mittelmeerforschungsrates (CIESM) und für seinen langjährigen Einsatz. Der Fürst eröffnete im Anschluss an die Preisverleihung den 41. CIESM-Kongress.

Zu der Veranstaltung werden in den kommenden Tagen mehr als 500 Wissenschaftler aus 50 Ländern erwartet. Der Rat tagt erstmals in Deutschland. Hier werde hervorragende Meeresforschung betrieben, daher freue er sich, dass der Mittelmeerforschungsrat in Deutschland tagt, sagte der Fürst.

Der EU-Kommissar für Maritime Angelegenheiten, Karmenu Vella, sagte in seiner per Videobotschaft übertragenen Laudatio, ohne Initiativen wie CIESM könnten keine Antworten auf die drängenden Fragen zur Zukunft unserer Weltmeere gefunden werden. Die Ozeane seien lange Zeit respektlos als unendliche Ressourcen genutzt worden. Doch glücklicherweise habe sich das Bewusstsein vielerorts gewandelt.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte: "Für die meisten Menschen ist das Meer noch immer ein Sehnsuchtsort." Allerdings sei dieser Sehnsuchtsort bedroht, beispielsweise durch Überfischung, Artensterben, Versauerung und Klimawandel. Und er sei ein Ort, über den die Menschen trotz der immensen Bedeutung noch zu wenig wüssten. Forschung auf diesem Gebiet sei sehr wichtig, auch gerade mit Blick auf Interessenkonflikte, die sich zwischen Nutzung und Schutz der Meere ergeben, sagte Wanka.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Schirmherr des Meerespreises, bezeichnete den Preisträger als einen Mann, der politische Entscheidungsmacht mit einem tiefen Wissen um die Belange der Meere verbinde. Albig erinnerte daran, dass Meerespolitik nie kleinstaatlich sein dürfe: Müll und Gift hielten sich leider nicht an internationale Seegrenzen. "Gute Meerespolitik ist international." Und sie brauche internationale Meeresforschung.

Das monegassische Staatsoberhaupt engagiert sich nicht nur im Mittelmeerforschungsrat, der auf Initiative von Fürst Alberts Urgroßvater, Albert I., 1919 gegründet wurde. Der Fürst setzt sich darüber hinaus persönlich für den Schutz der Meere ein, etwa durch eine nach ihm benannte Stiftung zum Schutz der Natur in der Arktis. Auch unterstützt er Forschungsprojekte zur Klimaerwärmung und Ozeanversauerung. Diese Themen gehören nach Ansicht Wankas zu den aktuellsten Herausforderungen im Bereich der Meeresforschung.

Der Deutsche Meerespreis wird vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und der Deutschen Bank seit 2009 jährlich verliehen. Er ist mit 10 000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der ehemalige Bundesminister und Exekutivdirektor des United Nations Environment Programms (UNEP), Klaus Töpfer, der Bestsellerautor Frank Schätzing, der Klimaforscher Mojib Latif und der Premierminister der Republik Kapverden, Jose Maria Neves.

Deutscher Meerespreis

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