Fürst Albert II. seit einem Jahr im Amt

- Monaco - Jede Menge Champagner, Partyhäppchen und Rockmusik hatten seine Amtsübernahme vor einem Jahr begleitet. Dann setzte der Wandel in kleinen wie in großen Dingen ein.

Frauen dürfen im Palast des Fürsten von Monaco an der Côte d'Azur nun auch Hosen tragen, das Protokoll ist entstaubt. Sein engster Mitarbeiterstab setzt sich aus dynamischen vier Männern und einer Frau in den Vierzigern zusammen.

Am 12. Juli 2005 hatte Albert II. (48) als der 30. Fürst der Grimaldi-Dynastie das Schicksal des reichen Kleinstaats in die Hand genommen, den sein Vater Rainier III. mehr als ein halbes Jahrhundert lang traditionell-autoritär gelenkt hatte. Seitdem krempelt der neue Fürst des 21. Jahrhunderts die Ärmel auf. Er tritt seinen Untertanen offen entgegen und schafft auch in seiner Junggesellen-Vergangenheit Ordnung. Monaco soll sich so harmonisch zum Nutzen aller entwickeln.

Da sind zunächst die mitunter eher unspektakulären Details, mit denen Albert nun Akzente setzt. So soll der Kleinstaat, in dem jeder Quadratmeter Gold wert ist, dennoch nicht mehr so hoch hinaus: Albert wünscht keinen Neubau mehr mit mehr als zehn Stockwerken. Der Fürst fährt Elektro-Autos, will umweltfreundliche Transportsysteme und die Forschung für die ökologisch angegriffenen Weltmeere verstärken. Das Osterfest verbrachte er auf einem Hundeschlitten am Nordpol - genau ein Jahrhundert nach der Spitzbergen-Expedition seines Ururgroßvaters Albert I. Eine Werbeaktion für die vom Klimawandel bedrohte Umwelt.

Und der Ton hat sich geändert. "Wir wollen auch mehr medizinische Forschung nach Monaco holen", sagte der Fürst jüngst dem Magazin "Le Point" in einem seiner seltenen Interviews: "Und wenn ich dabei "wir" sage, dann ist das kein pluralis majestatis, sondern schließt meine Regierung und mein Kabinett mit ein." Was nicht heißen will, dass der Herrscher über den Felsen, der ein florierender Finanzplatz ist und etwa 50 Banken mit 70 Milliarden Euro in den Depots Herberge bietet, nun daran denkt, sich bei den 7700 Monegassen (bei 32 500 Einwohnern) anzubiedern. Auch wenn ihm nachgesagt wird, unverblümt zu sein, so bleibt der Sohn der Gracia Patricia alias US-Filmstar Grace Kelly ein Mann mit gebremstem Temperament. Nur im Liebesleben war das anders.

Stille Wasser sind tief, und so hat der Bruder der Prinzessinnen Caroline und Stéphanie auch privat etwas aufräumen müssen, zumal "ich mir nicht vorstellen kann, zu lange allein zu sein." Albert ist also nicht nur, wie er bereits vor einem Jahr einräumte, Vater des kleinen Alexandre aus einer Liaison mit der togolesischen Ex-Flugbegleiterin Nicole Coste. Kürzlich machte er es offiziell, auch eine uneheliche Tochter zu haben - die 14-jährige Amerikanerin Jazmin Grace. "Ich will, dass mein privates und öffentliches Leben zusammenpassen", sagt der Herr über den Mini-Staat, der das Wort Ethik für sich und Monaco groß schreibt. Dass er heiraten werde, hat Albert II. oft bekräftigt. Den Monegassen führte er bei dem Formel-1-Rennen in Monaco die blonde südafrikanische Schwimmerin Charlene Wittstock vor. Wird sie es sein?

Alberts konstitutionelle Monarchie ist aber vor allem auch die milliardenschwere "Monaco AG", die abgestützt und ausgebaut werden will. Also geht es darum, dort fortzufahren, wo der 2005 gestorbene Vater aufgehört hat, und dem Mittelmeer abgerungenes Land sinnvoll zu bebauen. "Unser kosmopolitischer Stadtstaat an der Schnittstelle von Europa und Mittelmeer hat die natürliche Berufung, international offen zu sein", sagt der Fürst vor dem Jahrestag des Amtsantritts in einer Bilanz. Immerhin geht es darum, Wirtschaftswachstum und 43 000 Arbeitsplätze zu sichern und Monaco mit Elan in die Zukunft zu führen.

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