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Der junge Grazer Musiker Andreas Gabalier sorgt mit „Volks-Rock ’n’ Roll“ für Furore. Nächstes Jahr kommt er nach München.

Nächstes Jahr in München

Gabalier: Sehnsucht nach Nashville

München - Der junge Grazer Musiker Andreas Gabalier sorgt mit „Volks-Rock ’n’ Roll“ für Furore. Nächstes Jahr kommt er nach München.

Man sieht sie gleich, die Tätowierung am Wadl. „Volks-Rock ’n’ Roller“ in Blau und Rot, so ist es eingestochen in die Haut von Andreas Gabalier (27). Die Haut jenes Mannes, der noch vor eineinhalb Jahren ein Unbekannter in Deutschland war – und der jetzt die Volksmusikszene aufmischt.

Wobei: „Volksmusik“ darf man ja gar nicht sagen. Da ist Rock drin und Country und Schlager, alles. Gabalier sagt: „Ich mach’ einfach mein Ding.“ Denkt nicht nach, ob er die Oma verschreckt, weil’s zu rockig ist. Oder ob er die Enkelin enttäuscht, weil’s zu schnulzig ist. Nein, keine solchen Gedanken mehr. Einfach Musik machen. Was rauskommt, nennt Gabalier eben „Volks-Rock ’n’ Roll“ – und hat einen Riesenerfolg damit. Gold- und Platin-Platten, volle Hallen. Nebenbei noch einen Echo gewonnen – eine irre Erfolgsgeschichte.

Andreas Gabalier - der Shootingstar der Volksmusik

Das ist Shooting-Star Andreas Gabalier

Und angefangen hat alles irgendwie auch in München, vor ziemlich genau einem Jahr. Da trat Gabalier bei einer Party im P 1 auf. Er sagt: „Das war einer meiner ersten Auftritte in München, ich kann mich noch gut erinnern. Ich habe nicht auf einer Bühne gesungen, sondern direkt auf der Tanzfläche.“ Mit seinem Hit „I sing a Liad für di“ spielte sich Gabalier in die Ohren der Gäste.

Damals waren wohl gut tausend Leute im Club, jetzt nimmt Gabalier Anlauf auf mehr. Am vergangenen Samstag gastierte er bei Florian Silbereisen in der ARD-Sendung „Überraschungsfest der Volksmusik“ und im nächsten Jahr, am 8. November 2013, singt er in der Olympiahalle, der Vorverkauf ist gerade angelaufen. Gut möglich, dass die Halle dann voll ist. Ausverkauft? Tatsächlich? Was meinen Sie, Herr Gabalier? „Man hofft, und man bemüht sich.“ Musik ist nicht bloß Gaudi und Gesang, sie ist auch Arbeit und Schweiß.

Überhaupt ist die große Bühne nur ein Teil von Gabaliers Leben. Oft sagt er die Worte „daheim“ und „bei uns“. Damit ist die Steiermark gemeint. Graz, da kommt er her. Passt, das ist gar nicht so viel anders als Bayern. Gabalier: „Uns verbindet das Bodenständige. Wenn ich mich zum Beispiel in dieser Wirtschaft umschaue: Das ist ein gstandener Tisch, da steht Brot drauf. Und die Kellnerin hat ein Dirndl an.“ Gabalier schaut sich um hier im Wirtshaus Osterwaldgarten, dann beißt er ins Schweinswürschtl. Viel mehr braucht’s nicht fürs Glück, oder?

Doch, natürlich braucht’s mehr. Gabalier hat auch einen Hang zum Ausgefallenen. Als Mikrofonständer hat er ein grün beleuchtetes Hirschgeweih: „Es liegt wohl in meiner Natur, dass ich immer irgendwas anders machen muss als die anderen. Und einen normalen Ständer hat ja jeder.“

Dazu passen die Pläne für die nächsten Monate – auch sie außergewöhnlich. Gabalier: „Im Januar oder Februar werde ich nach Nashville reisen, wenn’s geht. Ich möchte die Atmosphäre da spüren, ein paar Konzerte anhören. Und ich möchte dort in einem Studio ein, zwei Lieder aufnehmen.“ Nashville. Das Zentrum der amerikanischen Countrymusik. Da, wo sie sich noch nie was drum geschert haben, ob ihre Musik cool ist oder nicht. Ob man sich vielleicht bei den Kollegen dafür schämen muss, dass man so was hört. Die machen einfach ihr Ding. Vermutlich wird sich Andreas Gabalier dort wohlfühlen

Von Uli Heichele

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