Gabriele Pauli neues "Schlappmaul"

Kitzingen - Gabriele Pauli nimmt selten ein Blatt vor den Mund: Ihre Offenheit und ihr Mut, auch ungewöhnliche Vorschläge wie eine Ehe auf Zeit zu machen, haben der Fürther Landrätin nun den närrischen Schlappmaulorden der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) eingebracht.

Der 50-jährigen früheren CSU-Rebellin ist die Auszeichnung am Donnerstagabend bei der KiKaG-Prunksitzung in Kitzingen verliehen worden. Pauli hatte mit ihrer Kritik an der Amtsführung des damaligen Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) maßgeblich zu dessen Rückzug beigetragen.

Pikanterweise folgt sie als Trägerin des Schlappmaulordens unmittelbar auf Stoibers Nachfolger Günther Beckstein (CSU). Üblicherweise hätte Beckstein als Vorjahresträger die Laudatio auf die rothaarige Landrätin halten sollen. Stattdessen überreichte der Bundesvorsitzende der Freien Wähler und Landrat des Kreises Main-Spessart, Armin Grein, Pauli den Orden aus Bronzeguss.

Beckstein zog am Donnerstagabend einen Empfang für ehrenamtlich engagierte Bürger im Landkreis Ebersberg dem Auftritt bei der Kitzinger Karnevalsgesellschaft KiKaG vor. Dies brachte ihm seitens des Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Franz Maget, prompt den Vorwurf des Kneifens ein. "Ich hätte ihm mehr Souveränität zugetraut", ließ Maget mitteilen. Beckstein verdanke sein Amt gewissermaßen Frau Pauli. "Er hätte einen Teil der Dankesschuld abtragen können", erklärte Maget.

"Politik führt oft zu Verdruss, ein Schlappmaul zu sein ist ein Genuss!", verkündete Pauli in ihrer humoristischen Dankesrede. In weißem Kostüm, geschmückt mit einer klassischen Narrenkappe, gab die "schöne Landrätin", die die CSU mittlerweile verlassen hat, in der Bütt kecke Reime zum Besten. Zu ihrer "Rebellion" in der CSU mutmaßte sie: "Viele haben's heimlich gedacht - Pauli hat's auf den Punkt gebracht". Stummes Protestieren komme ihr jedoch auch weiterhin nicht in den Sinn. Mit ihrem Titel als "Königsmörderin" könne sie leben, auch wenn er anderen CSU-Politikern zukommen müsste. "War ich ein Schandmaul?", fragte sie und versicherte: "Gerne bin ich ein mutiges Schlappmaul!".

"Gabriele Pauli ist auch ohne karnevalistische Verkleidung, ohne Heiligenschein und ohne Latexhandschuhe auf alle Fälle eine der attraktivsten Politikerinnen der Republik", sagte Grein in der Laudatio. Sie sei ein attraktives, schlagkräftiges, mutiges, originelles und elegantes "Schlappmaul". "Sie hat gelernt, wie man, wenn nötig, scharf schießt", sagte Grein mit Blick auf ihre Auftritte auf dem politischen Parkett. "Dass Edmund Stoiber einmal über eine aufmüpfige Landrätin stolpern würde, hätte er wohl am wenigsten erwartet."

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