Jean Paul Gaultier hat auch ein pfundiges Outfit für das Oktoberfest im Programm. Foto: Sven Hoppe
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Jean Paul Gaultier hat auch ein pfundiges Outfit für das Oktoberfest im Programm. Foto: Sven Hoppe
Einer der berühmtesten BHs: Jean Paul Gaultier hat ihn für Pop-Queen Madonna entworfen. Foto: Sven Hoppe
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Einer der berühmtesten BHs: Jean Paul Gaultier hat ihn für Pop-Queen Madonna entworfen. Foto: Sven Hoppe
Das Gesicht auf der Puppe ist eine Videoprojektion. Foto: Sven Hoppe
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Das Gesicht auf der Puppe ist eine Videoprojektion. Foto: Sven Hoppe
Jean Paul Gaultiers Teddybär befeuerte seine Kreativität. Foto: Sven Hoppe
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Jean Paul Gaultiers Teddybär befeuerte seine Kreativität. Foto: Sven Hoppe
In Jean Paul Gaultier steckt ein Punk. Foto: Sven Hoppe
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In Jean Paul Gaultier steckt ein Punk. Foto: Sven Hoppe
Mode für Pardiesvögel: "Bolero mit Papageienfedern" von Jean Paul Gaultier. Foto: Sven Hoppe
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Mode für Pardiesvögel: "Bolero mit Papageienfedern" von Jean Paul Gaultier. Foto: Sven Hoppe
Jean Paul Gaultier hat sich lange gegen eine Ausstellung gewehrt. Foto: Sven Hoppe
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Jean Paul Gaultier hat sich lange gegen eine Ausstellung gewehrt. Foto: Sven Hoppe

Gaultier fühlt sich zu alt für ein Enfant terrible

Jean Paul Gaultier macht mit einer Ausstellung über sein monströses Werk Halt in München. Die Schau für sich ist schon überwältigend. Unterhaltsamer ist nur noch, was der Modemacher über sich erzählt.

München (dpa) - Es ist eine Mischung aus ganz großer Modenschau und einem Wachsfiguren-Gruselkabinett: Der Designer Jean Paul Gaultier (63) hat am Mittwoch in München eine Ausstellung über sein Werk vorgestellt.

Die Höhepunkte: Schaufensterpuppen, die dank Videoprojektionen erschreckend menschlich aussehen. Sie tragen die spektakulären Kreationen des französischen Designers, der unter anderem mit Madonnas Bühnenoutfits zum großen Star der Modeszene wurde - und damit, dass er Männer in Röcke steckte.

"Ich kann heute nicht mehr sagen, dass ich das Enfant terrible der Haute Couture bin, weil ich weißes Haar habe. Früher war es gebleicht, inzwischen ist es echt", sagte Gaultier.

Für die Besucher der Ausstellung "From The Sidewalk To The Catwalk" (Vom Bürgersteig auf den Laufsteg), die vom 18. September an in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zu sehen ist, ist es ein Glück, dass der Modeschöpfer seine anfangs ablehnende Haltung zu einer Schau über seine Person geändert hat. Eigentlich sei er dagegen gewesen, denn: "Für mich klang eine Ausstellung ein bisschen nach Tod", sagte er. "Wenn man stirbt, kommt man ins Museum."

Die beeindruckende Sammlung hatte vorher schon im kanadischen Montreal und in Paris Station gemacht. "Es geht um so viel mehr als nur schöne Kleider", sagte der Direktor der Kunsthalle, Roger Diederen. Es gehe um Toleranz, Akzeptanz und die Vision einer offenen Gesellschaft.

Die Exponate geben einen Einblick in das kaum noch zu überblickende Werk des Mannes, der Modegeschichte geschrieben hat, ohne jemals eine Ausbildung absolviert zu haben. Chronologisch ist die Schau nicht aufgebaut, aber sie ist ein hervorragend choreographiertes Gesamtkunstwerk, für das viel Aufwand betrieben wurde: Um die Puppen zu frisieren, wurde zum Beispiel eigens ein Stylist engagiert.

14 Tonnen Material haben die Macher nach Angaben des Kurators Thierry-Maxime Loriot nach München gekarrt. Kurz vor dem Start des Oktoberfestes war noch ein besonderes Schmankerl dabei: ein Lederhosen-Outfit mit Korsett. Heidi meets Madonna.

Er habe sich immer für starke Frauen interessiert ("Frauen sind schlauer als Männer") und für Menschen, die ein bisschen anders sind, sagte Gaultier.

Auch Gaultiers alter Teddy ist in der Ausstellung zu sehen. Er steht für die ersten, zaghaften modischen Gehversuche des Designers. Als Kind (er war kein guter Schüler und schlecht im Fußball) habe er seinem Teddy BHs und Kleider angezogen, sagte Gaultier. Mit einer Puppe zu spielen, hätten seine Eltern ihm nicht erlaubt.

Das Entwerfen von Mode habe er sich später dann selbst beigebracht. Er stahl Modezeitschriften und sah sich die Entwürfe anderer Designer an, wie Gaultier in München erzählte. "Später habe ich die dann aber natürlich gekauft."

Für seine erste eigene Modenschau habe er die Models nicht bezahlen können. "Sie bekamen nichts, durften aber die Klamotten behalten."

Infos zur Ausstellung

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