Gedrängel auf dem Roten Teppich - Partyleben in der Hauptstadt 2003

- Berlin - Kreischen für Leonardo DiCaprio, Tanzen im Technorausch und Schwelgen beim Zarenball - auch im Jahr 2003 will Berlin seinem Ruf als Partyhauptstadt der Republik gerecht werden. Bis zu 1500 Veranstaltungen wird es täglich geben: von der Ausstellungseröffnung bis zum großen Bankett. Bereits am 9. Januar stattet eine ganze Riege von Hollywoodstars Berlin einen Besuch ab.

 Im Vorfeld der Internationalen Filmfestspiele rühren Regie-Altmeister Martin Scorsese, Mädchenschwarm Leonardo DiCaprio und die verführerische Cameron Diaz die Werbetrommel für ihren lang erwarteten Film "Gangs of New York".<P>Der europäische Hochadel trifft sich am 18. Januar zum vierten Zarenball anlässlich des russischen Neujahresfestes, darunter Maja Prinzessin von Hohenzollern, Eduard Prinz von Anhalt, Irina von Bismarck, Luitpold Prinz von Bayern und Anna Prinzessin von Sachsen. Gefeiert wird mit höfischer Pracht aus der Zeit Alexander I., viel Wodka und einem ausladenden Büfett im Hotel Adlon.</P><P>Großes Gedrängel auf dem Roten Teppich wird es dann zur Eröffnung der Berlinale am 6. Februar geben. Die Hollywoodstars Richard Gere, Renée Zellweger und Catherine Zeta Jones stellen zum Auftakt der 53. Internationalen Filmfestspiele die Verfilmung des Broadway-Musicals "Chicago" vor. Kurz vor Festivalstart wird außerdem traditionell die Goldene Kamera verliehen. Mit rund 1000 geladenen Gästen gilt die von Thomas Gottschalk moderierte Gala am 4. Februar im Konzerthaus am Gendarmenmarkt als gesellschaftliches Top-Ereignis.</P><P>Entscheidungsschwierigkeiten werden die Promis am 15. Februar haben: Am selben Abend werden dann nämlich im Berlinale-Palast die Goldenen und Silbernen Bären vergeben und im Messezentrum ICC bei der Echo-Verleihung die erfolgreichsten Musiker gekürt. Popstar Herbert Grönemeyer und die US-Rockband Red Hot Chili Peppers haben sich schon entschieden: Sie gehen natürlich zur Echo-Gala. Die Publikumskarten für die Musikpreis-Verleihung sind schon lange ausverkauft.</P><P>Ohne Karte und ganz kostenlos können sich die Berliner beim großen Karnevalsumzug am 2. März amüsieren. Beim stilechten Feiern helfen den Hauptstädtern wieder Karnevalisten vom Rhein. Der Festzug startet am Brandenburger Tor. Bis in den Sommer hinein wird dann paradiert. Dabei macht der Karneval der Kulturen der wummernden Love Parade mittlerweile kräftig Konkurrenz. Berliner aller Nationalitäten feiern vom 6. bis 9. Juni auf den Straßen Kreuzbergs eine temperamentvolle Karnevalsparty, bei der vom Kind bis zum Rentner alle Altersgruppen willkommen sind.</P><P>Homosexuelle aus ganz Deutschland werden am 28. Juni zum Christopher Street Day nach Berlin pilgern, um gewohnt schrill und ausgelassen für ihr Recht auf Gleichberechtigung zu demonstrieren. Am 12. Juli wollen sich dann die Technofans zur bereits 15. Love Parade versammeln. Die Parade-Veranstalter und das Land Berlin unterzeichneten kurz vor Weihnachten eine Vereinbarung, die das Techno-Spektakel bis zum Jahr 2006 sichert. Die Zukunft des Riesen- Raves ist dennoch ungewiss. Im vergangenen Jahr gab es einen massiven Besuchereinbruch und immer weniger Sponsoren. 2002 tanzten nur noch 600 000 bis 750 000 Technofreaks im Tiergarten. Ein Jahr zuvor waren es noch mehr als eine Million Raver gewesen.</P><P>Höhepunkte der Freilichtsaison sind unter anderem Konzerte von Herbert Grönemeyer am 3. bis 5. Juni und von der US-Band R.E.M am 4. Juli, beide in der Waldbühne. Am 15. Juni rocken die Rolling Stones im Olympiastadion. Robbie Williams gibt sich am 8. Juli in der Wuhlheide und am 9. Juli in der Waldbühne die Ehre.</P><P>Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober wird wie immer mit einer Party zwischen Brandenburger Tor und Rathaus gefeiert. Ob die Bambi-Verleihung auch 2003 in Berlin stattfindet, das ist noch offen. Für den Bundespresseball steht dagegen der 21. November als Termin fest. Und dann kommt schon wieder der Jahreswechsel: Mit der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor.</P>

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