Gefallene Pop-Diven plaudern aus dem Privatleben

- New York - Die beiden großen amerikanischen Pop-Diven der 80er und 90er Jahre, Whitney Houston und Mariah Carey, haben das Schweigen über geheimnisumwitterte Tiefen in ihrem Privatleben und ihren Karrieren gebrochen. In Interviews zweier US-Fernsehsender, die ihren Bemühungen um ein Comeback mit neuen Alben dienen sollen, wiesen die beiden Grammy-Gewinnerinnen jeweils Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Monate als weit übertrieben zurück.

<P>Houston räumte aber ein, mit einem Drogenproblem zu kämpfen. Carey hingegen nannte alle ungünstigen Medienberichte, besonders jene über ihren mutmaßlichen Selbstmordversuch im Sommer 2001, "absolut falsch".</P><P>Die 39-jährige Houston, die einst vom Magazin "People" zu den schönsten Frauen der Welt gezählt worden war, erschien bis auf die Knochen abgemagert beim Sender ABC. Das zeigten Vorab-Ausschnitte des Interviews der Starjournalistin Diane Sawyer, das am Mittwochabend ausgestrahlt werden sollte. Houston gab zu, sich mit Rauschmitteln aufgeputscht zu haben. Spekulationen, sie sei wegen Drogensucht psychisch und körperlich am Ende, wies die Sängerin jedoch zurück.</P><P>"Ich bin keine Person, die sterben will. Ich bin eine Person, die Leben in sich hat und die leben will", sagte Houston nach vorab veröffentlichten Passagen. Auf die Frage von Sawyer, ob Alkohol, Marihuana, Kokain oder Pillen ihr Problem seien, sagte Houston, sie habe zeitweise alles auf einmal eingenommen. Das sei aber "vorbei". "Ich bete jeden Tag, Diane. Ich bin nicht immer die Stärkste, aber auch nicht die Schwächste. Und ich werde nicht zerbrechen."</P><P>Anstelle einer Entziehungskur versuche sie selbst, den Drogenkonsum unter Kontrolle zu bringen. "Ich kann stark genug sein, diese Schlacht zu schlagen." Angesprochen auf ihre Abmagerung betonte Houston: "Ich bin nicht krank, ich war immer ein dünnes Mädchen." Sie wurde von ihrem Ehemann, dem Popmusiker Bobby Brown, begleitet, der ebenfalls mehrfach wegen Drogengeschichten ins Gerde gekommen ist.</P><P>Ähnlich äußerte sich in der Nacht zum Mittwoch Mariah Carey. "Ich kam an einen Punkt, wo ich mir gesagt habe, vergiss jetzt diese ganze Karriere, denn das ist einfach zu viel für mich (...) Ich bin unendlich müde, ich kann das nicht schaffen als menschliches Wesen", sagte sie dem NBC-Journalisten Matt Lauer. "Aber keiner wollte diese beiden Worte am Ende hören - "menschliches Wesen"."</P><P>Dass sie im Sommer vergangenen Jahres einen Nervenzusammenbruch erlitten und versucht habe, sich die Pulsadern aufzuschneiden, sei jedoch von den Medien frei erfunden worden, betonte sie zum wiederholten Male. "Ich bin viel zu gläubig, um an einen solchen Punkt zu kommen. Wann es für mich Zeit ist, zu gehen, entscheidet Gott", sagte Carey, die in den 90er Jahren mehr CDs verkaufte als jede andere Pop-Sängerin.</P><P>Sie war am 25. Juli 2001 mit Schnittwunden an den Handgelenken in ein Krankenhaus nahe New York gebracht worden, nachdem ihre Mutter den Notdienst alarmiert hatte. Anschließend hatte sie abgeschirmt von der Öffentlichkeit zwei Wochen in der Klinik Silver Hill für psychisch Kranke im US-Bundesstaat Connecticut zugebracht. Ihre damalige Schaffenskrise sei längst überwunden, sagte Carey nun. Sie habe einfach nur mal "fünf Stunden Schlaf gebraucht".</P><P>Ihr früheres Label Virgin Records hatte im vergangenen Jahr gegen eine Ablösesumme von 28 Million Dollar (etwa 28 Millionen Euro) den Vertrag mit der Sängerin aufgelöst. Zuvor hatten sich ihr Film und das gleichnamige Album "Glitter" als Flops erwiesen. Careys neues Label Island Def Jam brachte am Mittwoch in den USA ihr neues Album "Charmbracelet" heraus, das meist nur freundlich-verhaltene Kritiken bekam.</P><P>Houstons neues Album "Just Whitney" - das erste mit neuem Songmaterial seit 1998 - war mehrfach verschoben worden und soll nun in den USA am 10. Dezember in die Läden kommen. Die zuvor ausgekoppelte Single "Whatchulookinat", in der Houston die Skandal-Berichterstattung der Boulevardmedien scharf kritisiert, war rasch wieder aus den Radiosendungen verschwunden.</P> 

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