TV-Millionäre im Exklusiv-Interview

Die Geissens: "Mit Hauptschule weit gekommen"

München - Die Geissens sind stinkreich. Im Exklusiv-Interview sprechen Robert und Carmen Geiss über Neid, die Bedeutung von Geld und darüber, ob ein Hauptschulabschluss reicht - Macho-Sprüche inklusive.

Update vom 4. Februar 2015: Schönheits-OPs hatte Carmen Geiss schon jede Menge. Nun hat sie darüber auch erstmals öffentlich gesprochen. In der Talk-Show "Menschen bei Maischberger" erzählte sie ausführlich über die verschiedenen Eingriffe und verriet sogar, welche OPs schief gegangen sind.

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Robert Geiss, bekannt aus der RTL-II-Serie "Die Geissens", ist zurück in der Modebranche. 18 Jahre, nachdem er das Sportbekleidungsunternehmen "Uncle Sam" mit seinem Bruder Michael für ingesamt 140 Millionen D-Mark verkauft hat, nimmt er die Arbeit mit seiner neuen Marke "Roberto Geissini" wieder auf. Wir haben Robert und Carmen Geiss in München zum großen Exklusiv-Interview getroffen.

Sie sind zurück in der Mode-Branche. Neider sagen, dass Sie vielleicht aus Geldgründen wieder arbeiten müssen.

Robert Geiss: Nein, ich muss natürlich aus Geldgründen nix Neues machen. Es lag daran, dass ich keine Lust habe, mir andauernd neue T-Shirts zu kaufen. Wegen unseres Erfolgs in der Dokusoap (dort trug er bereits "Roberto Geissini"-Kleidung, Anm. d. Red.) fragen mich die Leute dauernd, woher ich die T-Shirts habe und wo es sie zu kaufen gibt. Weil ich aus der Mode-Branche komme und dort genügend Freunde und Kollegen habe, die sich auskennen, liegt es nahe, daraus eine eigene Kollektion zu machen. Das Geld nehme ich am Ende des Tages natürlich mit. Wer hat schon genug?

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Carmen: Genug kann man nie haben!

Wird in USA und in Monaco mit Reichtum anders umgegangen als in Deutschland?

Carmen: Neid gibt's da nicht.

Robert: In Amerika zeigt man den Luxus. Da ist man stolz auf das, was man geschaffen hat. In Monaco laufen natürlich ganz viele Leute herum, die auf dem gleichen Level reich sind. Da ist der Bentley ein Volkswagen. Wenn wir in Miami mit dem Rolls Royce über den Ocean Drive fahren, bekommen wir "Daumen hoch". Da freuen sich die Leute, so was zu sehen. Wir freuen uns ja auch, wenn wir ein Boot sehen, das geil lackiert ist oder ein Auto, das geil aufgemotzt ist. Ich wäre da niemals neidisch.

Wie ist es in Deutschland?

Robert: Kann ich gar nicht so sagen. Wir sind seit 18 Jahren weg. Die Deutschen haben das einfach in den Genen, dass man neidisch ist – meistens aber nur auf den Nachbarn. Nicht auf den, der ganz, ganz viel hat, weil die meistens so weit weg sind, dass man gar nicht mehr neidisch sein muss.

Carmen: Ich bin damals schon Porsche gefahren. Kratzer waren die klassische Nummer, je nach dem, wo er stand.

Robert: Klassisch ist, dass du auf den neuen Rasenmäher oder den neuen Sonnenschirm des Nachbarn neidisch bist, wenn die ersten Sonnenstrahlen herauskommen. Oder auf den Maschendrahtzaun (lacht).

Carmen: Für mich ist Neid eine Krankheit – eine böse Krankheit. Die Menschen nehmen sich zuviel Zeit, Neid oder Hass zu zeigen. Das Schlimme ist, dass sie dabei selbst nichts auf die Reihe kriegen. Neidische Menschen sind so sehr mit ihrem Neid beschäftigt, dass sie gar keine Zeit dafür haben, etwas zu tun.

Trifft Sie das, wenn Sie in Deutschland unterwegs sind?

Carmen: Nö. Unsere Fans sind fantastisch. Zum Glück bin ich jemandem, der so richtig neidisch auf uns ist, noch nicht begegnet.

Robert: Wenn wir ihm begegnen, ignorieren wir ihn. Nicht eliminieren, nur ignorieren (lacht).

Carmen: Er muss uns auch nicht gucken. Wir leben schließlich nicht mehr in den 70ern, wo es nur drei Fernsehprogramme gab. Da wurde man genötigt, das zu gucken. Heute haben wir 600 Programme, und man kann umschalten, wann man will. Wer keine Fernbedienung hat, muss halt aufstehen. Ganz einfach.

Robert und Carmen beginnen, sich darüber zu zanken, ob es heutzutage noch Fernseher ohne Fernbedienung gibt. Am Ende gibt er klein bei.

Comeback! Das ist die neue Mode der Geissens

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Was ist für Sie denn heute noch Luxus?

Carmen (überlegt): Ausschlafen ist für mich Luxus, weil ich die Kinder in die Schule bringen muss.

Robert: Das Problem habe ich natürlich nicht. Ich schlafe ja immer aus. Aber es ist Luxus, sich den Tag so einrichten zu können, wie es dir selbst gefällt, ohne aufs Bankkonto achten zu müssen – ohne Vorschriften, um neun Uhr im Büro sein zu müssen.

Carmen (wiederholt): Ich bin ein bisschen eingeschränkt durch die Kinder.

Robert: Die Frau ist ja auch Hausfrau. Die Frau muss Verpflichtungen haben. Der Mann braucht das nicht unbedingt.

Bekommen Sie für solche Sprüche zuhause Ärger, wenn die Kamera aus ist?

Robert: Ne, ich bekomme meistens nur Ärger, wenn die Kamera an ist und ich dumme Sprüche mache. Ansonsten hat die Frau sich nach 30 Jahren daran gewöhnt. Die blöden Kommentare gehen im einen Ohr rein und am anderen heraus.

Mögen Sie Ihren Mann auch deswegen so sehr?

Carmen: Wir haben eine wunderschöne Ehe. Bei uns war es nie langweilig. Deswegen sind wir jetzt 31 Jahre zusammen, Herr Geiss.

Robert: Muss ja nicht jeder wissen. Genug erzählt aus dem Nähkästchen.

Carmen: Doch, das ist wichtig. Seine Sprüche gehören dazu, ich habe ja auch meine.

Robert: Die Frau ist einfach gut erzogen, man muss sie gut erziehen. Gut behandeln, gut erziehen, gut dressieren. Dann hast du auch lange was davon (grinst).

Carmen: Mein Mann ist aber auch gut erzogen. Er ist bei mir, er ist lieb, er geht nie alleine weg ...

Robert: So geht das! (beide lachen)

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Hat das Geld Sie über die Jahre verändert?

Carmen: Nein, überhaupt nicht. Ich habe alte Freunde gefragt. Die sagen, wir sind so bekloppt, wie wir immer waren. Das ist ein schönes Kompliment. Ich finde es schrecklich, wenn Geld Menschen verändert.

Wie wichtig ist Ihnen Geld überhaupt?

Carmen: Geld ist ja nur ein Mittel zum Zweck.

Robert: Geld ist nicht alles, aber man sollte natürlich genug davon haben. Sonst macht's auch keinen Spaß. Es ist einfach, das zu sagen, wenn man Geld hat. Wenn du keines hast, spielt Geld schon eine große Rolle. Das Bankkonto sollte am Ende des Monats immer noch einen bestimmten Betrag aufweisen.

Carmen: Es erleichtert einem das Leben.

Wissen Sie, wieviel Geld Sie haben?

Robert: Ich habe das ganz gut im Auge. Ansonsten haben wir dafür Banker, die darauf aufpassen und Auswertungen schicken.

Rechnen Sie nach, ob das Geld bis zum Lebensende reicht?

Carmen: Mit unseren Immobilien haben wir ja indirekt gearbeitet. Wir bauen Häuser und verkaufen sie seit 15 Jahren. Das machen wir immer noch.

Robert: Wenn wir sehen, dass wir zuviel ausgeben, schränken wir uns ein. Wenn es sehr gut läuft, gönnt man sich ein neues Boot oder leistet sich einen Ferrari.

Carmen: Wir lassen unser Geld arbeiten.

Robert: Irgendeiner muss ja arbeiten, auch bei den Geissens. Wenn's nicht der Mann ist, dann die Knete ...

Carmen: ... denn ohne Knete keine Fete!

Welche Karriere sollen Ihre beiden Töchter mal einschlagen?

Carmen: Das sollen sie selbst entscheiden. Ich will sie in keine Richtung drängen. Wenn die eine Ärztin und die andere Friseuse werden will, ist mir das ganz egal. Meine Unterstützung haben sie. Wir können ihnen nur die beste schulische Ausbildung bieten.

Robert: Wenn sie nichts daraus machen und weiter Töchter bleiben ...

Carmen: Das wird auf keinen Fall passieren. Dafür bin ich zu streng. Das geht nicht. Sie werden auf jeden Fall ihren Weg gehen.

Sie haben es ohne Uni-Abschluss geschafft. Wie wichtig ist eine gute Ausbildung?

Robert: Ich habe nicht so viel auf der Schule verbracht. Ich hatte auch keine Lust dazu. Mit meiner Hauptschule bin ich aber Gott sei Dank weit gekommen. Meine Ausbildung habe ich anschließend mit Ach und Krach auf die Reihe bekommen. Jetzt kann ich mich auch Kaufmann schimpfen. Man braucht keinen Doktor-Titel, um reich zu werden. Wir versuchen aber, unseren Kindern ein bisschen mehr mitzugeben. Das ist sicher nicht von Nachteil. Sie sollen drei oder vier Sprachen, lesen und rechnen können. Mit Hauptschule wird's schwer, es geht aber auch mit Hauptschule.

Interview: Tobias Kimmel

Die fünfte Staffel der Geissens startet am Montag, 22. April, auf RTL II.

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