George Clooney mit Dirk Sindermann

Schauspieler im Interview

Clooney: "Repariere mein Motorrad am Straßenrand"

Los Angeles - In George Clooneys Film "The Monuments Men" geht es um die Rettung von Kunstwerken vor den Nazis. Im Interview spricht er über Gurlitt-Gemälde, Julia Timoschenko und seine handwerkliche Begabung.

"In Gravity geht es darum wie George Clooney lieber ins All abschwirrt und stirbt als auch nur eine Minute mehr als noetig mit einer gleichaltrigen Frau zu verbringen." Diese Frotzelei gegen den Herzensbrecher war der Brüller bei der „Golden Globe“-Show. „Ich habe davon gehört“, wiegelt der 52-Jährige ab, kündigt aber gleichzeitig eine Revanche gegen die Lästermaeuler Tina Fey und Amy Poehler an. Dabei gibt es am Wahrheitsgehalt des Gags nichts zu deuteln. Innerhalb von fünf Jahren machte George mit drei erheblich juengeren Schoenheiten (Sarah Larson, 31, Elisabetta Canalis, 33 und Stacey Keibler, 34) Schluss, ehe es zum Ja-Wort kommen konnte. Nur eine Beziehung dauert für Clooney-Verhältnisse schon eine Ewigkeit. Eine beruflich-freundschaftliche. Mit Grant Heslov, seinem Drehbuch- und Produktions-Partner in Filmen wie „Good Night and Good Luck“, „The Ides of March“ und jetzt als neusten „The Monuments Men“.

George Clooney: Wir haben einen Doppelschreibtisch, an dem wir gemeinsam schreiben. Erst neulich ist mir aufgefallen, dass wir uns in all den Jahren noch nie gestritten haben. Überhaupt, meine Freunde und ich fuehlen uns wohl zu alt zum Streiten.

Bei den vielen Filmprojekten haben Sie wahrscheinlich auch keine Zeit dazu. 

In den letzten anderthalb Jahren war ich maximal zwei Wochen zuhause. Neun Monate alleine in Deutschland, um „The Monuments Men“ zu drehen.

Wie hat Ihnen Deutschland gefallen?

Es war einmalig. Ein sehr schoenes Land. Berlin ist eine meiner Lieblingsstädte auf der ganzen Welt. Wenn es nur nicht monatelang saukalt gewesen wäre.

Was haben Sie da am meisten vermisst.

Meine Freunde und meine Familie. Mitte Februar werde ich mir eine kurze Auszeit gönnen und freue mich jetzt schon riesig auf das Wiedersehen.

Wenn man älter wird, sieht man Dinge aus anderen Blickwinkeln. Was sehen Sie heute anders als vor 20 Jahren?

Ich kann heute viele Entscheidungen meiner Eltern nachvollziehen, für die ich sie früher gehasst habe. Die meisten würde ich heute wahrscheinlich genau so machen. Älter werden heisst, viele Sachen verstehen zu lernen.

Schätzen Sie Frauen heute anders als frueher oder hat sich das überhaupt nicht verändert?

Oje, das dürfte mich in grosse Schwierigkeiten bringen. Alles, was ich sage, kann gegen mich verwendet werden…

Gut, dann anders formuliert: Wonach suchen Sie heute in einer Beziehung?

In meinem Leben spielen Frauen eine grosse Rolle. Jeder ist auf der Suche nach Glück und Frieden und auch ich werde diese Suche nie aufgeben.

Zweifeln Sie manchmal an sich?

Sehr häufig! Nie kommt mir der Gedanke "Ich habe alles richtig gemacht".

Aber es gibt Talente, auf die Sie stolz sind? 

Ich bin ein guter Handwerker und repariere fast alles

Zum Beispiel?

Vor einem Monat ist das Auto meines Kumpels kaputt gegangen und ich habe den Keilriemen ersetzt. Das Kupplungsseil meines Motorrades habe ich schon unzählige Male ausgetauscht. Manchmal am Strassenrand.

Woher haben Sie die Begabung? Vom Vater?

Gott behüte. Wenn ich ihm einen Hammer gebe, ist er völlig überfordert. Meine Mutter ist der Handwerker im Haus und ich habe alles von ihr gelernt. Sie hat sogar das Dach unseres Hauses gedeckt. Zum Geburtstag hat sie sich eine Tischsäge gewünscht.

In "The Monuments Men" spielen Sie einen Kunstexperten. Haben Sie auch so viel Ahnung von Kunst wie von Mechanik?

Ich bin kein grosser Kunsthistoriker. Ich habe zwar viele Bilder zuhause, aber nicht jeder mag sie.

Für Stilsicherheit leistet man sich in Hollywood Innenarchitekten

Die sagen einem "Das ist, was Sie wollen". Und ich sage "Das ist genau das, was ich in meinem Haus nicht will". 

Was wollen Sie denn?

Erinnerungswerte. Für mich ist jedes Bild etwas Besonderes. Eins habe ich bei meinem ersten Besuch in Paris gekauft, das andere in Madrid. Jedes hat eine andere Geschichte zu erzählen.

Dann besteht Ihre Einrichtung aus kunterbunten Bildern aus aller Welt?

Zum Teil. Ich habe aber auch viele Fotos von meiner Familie und meinen Freunden. Das macht mein Haus noch wohnlicher und auf eine bestimmte Art wärmer. Ein 50.000 Dollar teures Gemälde zu besitzen, bringt mir nicht viel.

Im Film setzen die "Monuments Men" zum Ende des 2. Weltkriegs ihr Leben aufs Spiel, um von den Nazis geraubte Kunstschätze wieder zu finden. Gibt es Gegenstände, für die Sie ein so hohes Risiko eingehen würden?

Für Objekte? Das glaube ich nicht. Wenn Familienmitglieder oder vielleicht der Hund in einem brennenden Haus gefangen sind, dann würde ich mein Leben riskieren. Aber wenn ich mir aussuchen müsste, welchen persönlichen Gegenstand ich retten würde, dann wäre das meine Kollektion handgeschriebener Briefe unter anderem von Paul Newman und Gregory Peck. Heutzutage schreibt man ja keine Briefe mehr ...

In München sind mehr als 600 Gemälde aufgetaucht, für die sich die "Monuments Men" sicher interessiert hätten. Halten Sie es für richtig, diese Kunst ihren rechtmässigen Besitzern zurück zu geben, wie Sie es im Film getan haben?

Das wäre definitiv fair. Oder die Gemälde mit dem Einverständnis der Besitzer in Museen ausstellen, was vielleicht noch besser wäre. Diese Bilder haben eine historische Bedeutung und daher sollte sie jeder ansehen koennen.

Sie tragen ein interessantes T-Shirt. Das hat sicher auch einen persönlichen Hintergrund

Auf dem Shirt sieht man Julia Timoschenko, die ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine. Sie ist eine politische Gefangene, aber hat kein Verbrechen begangen. Ich denke nicht, dass sich genug Menschen damit beschäftigen. Deshalb trage ich gerne T-Shirts, die auf wichtige Ereignisse aufmerksam machen.

Interview: Dirk Sindermann

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