Geschmack von Prinz Charles kostet Millionen

London - Weil ihm die moderne Architektur nicht gefiel, stoppte Prinz Charles 2009 den Bau eines Wohnkomplexes aus Glas und Stahl. Das Veto des Prinzen hat jetzt teure Konsequenzen.

Prinz Charles' Abneigung gegenüber moderner Architektur hat einen millionenschweren Rechtsstreit ausgelöst: Nachdem der Prinz von Wales im vergangenen Jahr den Bau eines modernen Gebäudes im Londoner Edelstadtteil Chelsea gestoppt hatte, klagt die betroffene Immobilienfirma jetzt gegen den Besitzer aus dem arabischen Emirat Katar.

Die Firma forderte am Montag vor einem Londoner Gericht rund 81 Millionen Pfund (95,4 Mio. Euro) von ihrem früheren Geschäftspartner. Die Immobilienbesitzer hätten gegen den Vertrag verstoßen, als sie die schon vereinbarten Baupläne von Stararchitekt Richard Rogers nach dem Eingreifen des britischen Thronfolgers doch noch ablehnten.

Das Hausbau-Projekt war eines der teuersten Großbritanniens. Ein ehemaliges Kasernengelände in Chelsea sollte in einen luxuriösen Wohnkomplex mit einer modernen Stahl- und Glaskonstruktion umgebaut werden. Als Charles davon hörte, habe er an den Premierminister von Katar geschrieben, der auch der Chef der Immobilienfirma sei, sagte der Anwalt der Kläger. Er habe ihn gebeten, die Pläne zu überdenken und einen eigenen, klassischeren Entwurf hinzugelegt.

Charles sei für seine Abneigung gegenüber modernen Bauweisen bekannt, sagte der Anwalt. Statt sich nach der Beschwerde schnell für oder gegen die Pläne zu entscheiden, habe die Firma “herumgezappelt“. Dann hätten sie den Bauantrag zurückgezogen. Der Gerichtsprozess ist noch nicht zu Ende.

Der britische Architekt Rogers ist unter anderem für das Centre Pompidou in Paris oder das Lloyd's-Gebäude in London bekannt. Der Prinz hingegen ist ein Verfechter traditioneller Architektur. Die Königsfamilie von Katar hatte die Kaserne für umgerechnet mehr als 1,1 Milliarden Euro erworben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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