Geschworenengericht klagt Jackson wegen Kindesmissbrauchs an

- Los Angeles - Die Anklage gegen Popstar Michael Jackson wegen Kindesmissbrauchs ist von einem kalifornischen Geschworenengremium bestätigt worden. Dies berichteten die US-Sender CNN, ABC und MSNBC am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Die Grand Jury sei zu dem Schluss gekommen, dass das vorliegende Beweismaterial ausreicht, um gegen Jackson einen Prozess zu eröffnen. Eine offizielle Bestätigung dieser Entscheidung durch die Staatsanwaltschaft gab es zunächst nicht.

CNN zufolge bekräftigten Jacksons Anwälte, dass sich der Sänger auch bei einer Grand-Jury-Anklage "nicht schuldig" bekennen werde. Die 19 Bürger aus dem Bezirk Santa Barbara hatten seit Ende März 13 Tage lang hinter verschlossenen Türen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft geprüft und auch die Verteidigung gehört. Für eine Anklage durch das Geschworenengremium müssen sich mindestens zwölf Jury-Mitglieder dafür ausgesprochen haben.  <BR><BR>Bei den Anhörungen, die an geheimen Orten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, kam unter anderem der jetzt 14-jährige Junge zu Wort, der den Sänger des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Auch seine Eltern, ein Bruder, Psychologen und Anwälte sagten vor der Grand Jury aus. Nach Medienberichten wurde auch ein junger Mann angehört, der 1993 im Alter von 13 Jahren Vorwürfe gegen den Popstar erhob, die damals aber nicht zu einem Prozess führten. Pressevertreter waren nicht zugelassen. Einzelheiten der Aussagen wurden nicht bekannt.<BR><BR>Nach der Jury-Entscheidung muss Jackson nun erneut zur offiziellen Verkündung der Anklage vor dem Gericht in Santa Barbara (Kalifornien) erscheinen und noch einmal erklären, ob er sich "schuldig" oder "nicht schuldig" bekennt. Nach Meinung von Rechtsexperten könnte dies in der kommenden Woche geschehen. Bislang hatte der 45-jährige Popstar alle Schuld von sich gewiesen und von einer Lügenkampagne gesprochen.<BR><BR>Jackson befindet sich gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar auf freiem Fuß. Er war am 20. November 2003 verhaftet und kurz darauf freigelassen worden. Im Januar hatte er vor Gericht auf "nicht schuldig" plädiert. Die Staatsanwaltschaft wirft Jackson vor, im Frühjahr 2003 den damals 12-jährigen Jungen sieben Mal sexuell missbraucht und ihn in zwei Fällen unter Alkohol gesetzt zu haben. Der zuständige Richter, Rodney Melville, sagte zuvor, dass er einen Prozessbeginn im Dezember anstrebe. <BR>

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