Gesundheits-Experten warnen vor Klums Model-Show

- Münster/Berlin - Politiker und Experten für Essstörungen haben vor den gesundheitlichen Folgen von Model-Casting-Shows wie "Germany's Next Topmodel" gewarnt.

"Modelcastings im Fernsehen, in denen junge Mädchen mit einem übertriebenen Schlankheitswahn unter Druck gesetzt werden, sind unverantwortlich", sagte die Beauftrage für Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner, in Berlin. Der Sender ProSieben, der die zehnteilige Reihe seit dem 25. Januar ausstrahlt, wies die Vorwürfe zurück, Magersucht unter Mädchen zu fördern.

Der Wettbewerb präsentiere vor allem stark untergewichtige Mädchen und verbreite so ein gesundheitsgefährdendes Schönheitsideal, sagte dagegen der Psychotherapeut Johannes Maas von der Westfälischen Klinik Münster.

Zudem richte sich die von Topmodel Heidi Klum präsentierte ProSieben-Show vorrangig an die für Essstörungen besonders gefährdete Gruppe - Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren, ergänzte der Psychiater Alfred Wähner von der Ruhr-Universität Bochum. In der Casting-Sendung nach US-amerikanischem Vorbild buhlen junge Mädchen vor den kritischen Augen einer Jury um einen Model-Vertrag.

Das vermeintliche "Idealgewicht" sinke ständig, sagte die Psychologin der Hemeraner Hans-Prinzhorn-Klinik, Wiebke Kleebach, und warnte: "Bei länger dauernden exzessiven Hungerkuren besteht die Gefahr des Abrutschens in eine Essstörung." Dann drohten gefährliche Folgen wie Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen sowie hormonelle Entgleisungen.

ProSieben wies die Kritik zurück. "Die Sendung animiert auf keinen Fall zur Magersucht", sagte eine Sprecherin des Senders am Mittwoch. Heidi Klum und die anderen Juroren stellten in jeder Folge klar, dass ein Model essen müsse, gesund aussehen solle und Kurven brauche. "Aber natürlich fordert die Branche bestimmte Maße", sagte die Sprecherin.

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