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Melissa McCarthy bei der Premiere ihres neuen Films "Ghostbusters".

Zum Start von „Ghostbusters“

Melissa McCarthy im tz-Interview: Ihr geheimer Plan B

Los Angeles - Sie ist die umstrittene Queen des Comedy: Melissa McCarthy sprüht vor Energie, Witz und positiver Lebenseinstellung. Im Interview verrät sie uns ein kleines Geheimnis.

In Hollywood ist Melissa McCarthy (45) die unbestrittene Königin der Comedy. In ihren Filmen bleibt vor Lachen kein Auge trocken. Den Durchbruch hatte sie mit der Serie Gilmore Girls (2000), danach folgten weitere Erfolgsgeschichten wie die Sit-Com Mike & Molly (2010) oder Filme wie Brautalarm (2011) und Taffe Mädels (2013). Mittlerweile ist sie eine der bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt, hat eine eigene Modelinie auf den Markt gebracht und ist aktuell in einem der meistdiskutierten Filme des Jahres zu sehen: Ghostbusters. In dem Remake des Klassikers von 1984 gehen diesmal vier Frauen in New York auf Geisterjagd, angeführt von McCarthy. Im tz-Interview spricht sie über den neuen Film, ihre beiden Töchter und ihren geheimen Plan B, falls der Erfolg mal ausbleibt:

Sie sind erfolgreich wie nie. Wie toll ist es gerade, Melissa McCarthy zu sein?

Melissa McCarthy: Toll und überwältigend. Ich hatte schon immer große Ideen und Pläne. Wenn diese plötzlich so gut funktionieren, ist das fantastisch.

Ist der Erfolgsdruck groß, wenn man das Remake eines Kultfilms wie „Ghostbusters“ dreht?

McCarthy: Natürlich. Aber Regisseur Paul Feig hat mich überzeugt. Es war an der Zeit, den Spieß umzudrehen und vier Frauen als kluge Heldinnen zu haben.

Dafür gab es im Vorfeld Kritik. Hat Sie das geschockt?

McCarthy: Wenn jemand meint, sexistischen Hass verbreiten und Frauen runterziehen zu müssen, dann blende ich das aus. Als Mutter von zwei Töchtern sehe ich ein tolles Konzept hinter Ghostbusters und das sollte in unserer Welt eigentlich auch normal sein.

Ihre Tochter Vivianne ist neun Jahre alt, Ihre jüngere, Georgette, sechs. Haben die beiden schon realisiert, dass ihre Mama ein Star ist?

McCarthy: Sie wissen, was ich tue und dass ich im Kino zu sehen bin. Wie bekannt ich bin, haben sie aber nicht wirklich begriffen. Wenn ich auf der Straße angesprochen werde, dann halten sie das für normal.

Ihr Mann Ben Falcone ist auch Schauspieler und hat in fast allen Ihrer Filme eine Gastrolle gehabt.

McCarthy: Nur so ist es möglich, dass wir alle gemeinsam am Set sein können. Das schweißt uns als Familie zusammen. Wir sind wie ein reisender Zirkusakt.

Haben Ihre Töchter auch Ihren Sinn für Humor geerbt?

McCarthy: Definitiv. Sie sind sehr witzige und selbstbewusste Mädchen. Mein Mann und ich tun unser Bestes, sie nicht zu sehr zu formen. Sie sollen sich frei entfalten können.

Wie schaffen Sie das?

McCarthy: Sie sollen sich niemals für ihre Gedanken und Ideen, die sie äußern, entschuldigen. Ich fordere sie auf, zu sagen, was ihnen durch den Kopf geht, und dann können wir darüber diskutieren. So wachsen sie zu starken Frauen heran.

Wie verschieden sind Ihre Töchter?

McCarthy: Die Große ist eher ruhig, die Kleine eine echte Naturgewalt. Sie lässt sich von nichts und niemandem etwas gefallen. Sie geht mit dem Kopf durch die Wand.

Ganz die Mama. Haben Sie sich so durch die Männerdomäne „Comedy“ gekämpft?

McCarthy: Ich hatte es nicht schwerer als andere Frauen in anderen Branchen. Ich kann nur jeden Tag aufstehen und mein Bestes geben – für mich und meine Familie. Wichtig ist, dass man sich nicht ändert, nur um anderen zu gefallen.

Eine schöne Lebenseinstellung. Woher haben Sie die?

McCarthy: Von meinen Eltern. Sie haben mir schon früh mitgegeben, dass ich alles erreichen kann, wenn ich hart genug arbeite und gut zu anderen Menschen und zu mir selbst bin.

Das hat sich offenbar gelohnt.

McCarthy: Dafür brauchte ich aber eine Menge Geduld. Es hat 20 Jahre gedauert, bis ich meinen ersten Job als Schauspielerin bekam. Aber jetzt läuft es.

Und wenn Sie keine Rollen mehr bekommen? Gibt es einen Plan B?

McCarthy: Dann produziere ich einen Film und heuere mich selbst an. Das kann ich mir jetzt leisten (lacht).

Waren Sie immer überzeugt, dass Sie das Zeug haben, sich in Hollywood durchzusetzen?

McCarthy: Ich habe es mir immer vorgemacht, aber nie damit gerechnet. Wer das tut, der wird in Hollywood keinen andauernden Erfolg haben.

Zwischen Ihren ganzen Jobs und der Familie – haben Sie auch mal Zeit für sich selbst?

McCarthy: Das kommt auch mal vor (grinst). Gerade habe ich meine beste Freundin eingeladen, die ich von der Highschool kenne. Zusammen mit meinen besten Freunden aus College-Zeiten. Wir kennen uns alle über 25 Jahre, und es ist toll, solche Menschen in meinem Leben zu haben.

Man merkt, Sie genießen Ihr Leben!

McCarthy: Und wie. Ich habe gerne Spaß. Man weiß ja nie, was kommt. Ich könnte ja morgen von einem Bus überfahren werden. Hoffentlich nicht… 

Hier lesen Sie die Kritik zum neuen "Ghostbusters"-Film.

Interview: Dierk Sindermann

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