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Goldie Hawn und Kurt Russell.

Langzeit-Beziehung mit Kurt Russel

Goldie Hawn verrät im Interview: So klappt es dauerhaft im Bett

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Goldie Hawn führt eine der längsten Beziehungen, die Hollywood je gesehen hat. Wie das funktioniert, auch im Schlafzimmer, verrät uns die Schauspielerin im Interview. 

Los Angeles - Wie reagiert Frau, wenn der Mann öffentlich ausplaudert, was in der ersten Nacht der beiden ablief? Mit einer Strafpredigt? Oder gar Ohrfeigen? Nicht wenn die Frau Goldie Hawn heißt. 

Die Hollywood-Schauspielerin fand es einfach amüsant, dass ihr Lebensgefährte in einem Interview aus dem Nähkästchen von Hollywoods längster Nicht-Ehe - die beiden leben seit 34 Jahren zusammen - geplaudert hatte. Und dann auch noch verriet, dass es schon beim ersten Date zur Sache ging.

Goldie Hawn: (lacht schallend) Ja, wir hatten eine Menge Spaß. Ich wollte Kurt mein Haus zeigen, das ich gerade umbaute. Wir saßen auf der Treppe und ich sagte ”Was würde jetzt passieren, wenn wir beiden zusammen lebten?”. So fing es an. Wir sind in meinem Schlafzimmer gelandet, in dem natürlich keine Möbel standen.

Und dann kam die Polizei...

Hawn: Die glaubte, wir seien Einbrecher. (seufzt schmunzelnd) Es war eine wunderschöne Nacht.

Der sicher noch viele folgten. Was ist das Geheimnis Ihrer erfolgreichen Beziehung?

Hawn: Vielleicht, dass wir nie geheiratet haben. Ich mochte schon immer die Vorstellung, seine Freundin zu sein und er mag es, mein Freund zu sein. Eine Ehe könnte dazu verleiten, mit Hauruck eins werden und Dinge erzwingen zu wollen. Wir brauchen beide unsere Unabhängigkeit und akzeptieren das Verlangen des anderen. Außerdem lieben wir es, den Anderen zu überraschen. Einfach mal neue Sachen auszuprobieren, auszubrechen aus dem Alltag. Mal ein neues Outfit ins Bett anzuziehen.

War es bei Kurt Liebe auf den ersten Blick?

Hawn: Nicht wirklich. Ich wollte ihn für einen Film, den ich produzierte. Ich mochte ihn auf Anhieb, weil er witzig war und nicht auf cool machte. Er sah zwar schrecklich gut aus, hat das aber nicht raushängen lassen. Ich glaube der Moment als der Funke übersprang, war am Ende des Vorsprechens. Ich stand auf und ging kurz raus. Als ich zurück kam, meinte Kurt nur trocken „Ich wusste nicht, dass du sooo eine tolle Figur hast“.

Ist Ruhm manchmal eine Bürde?

Hawn: Nein. Mir hilft es, mein Verantwortungsbewusstsein zu steigern. Ich muss mich so verhalten, um meines Bildes in der Öffentlichkeit würdig zu sein. Ohne natürlich dabei meine Authentizität zu verlieren.

Sie sind nach 14 Jahren in der Komödie „Mädelstrip“ wieder auf der Leinwand zu sehen. Warum die lange Hollywood-Pause?

Hawn: Es ist mir als Frau in Hollywood nicht anders ergangen als anderen auch. Mit dem Älterwerden werden die Rollenangebote spärlicher.

Was haben Sie in Ihrer schöpferischen Pause getan?

Hawn: Ich habe mit meiner Goldie Hawn Stiftung ein Programm namens „MindUp“ ins Leben gerufen. Kurz gesagt, ich habe mit Hilfe von Psychologen ein Meditationsprogram für Kinder entwckelt. Das unterstützt gesunde Gehirntätigkeit und soll ihr Leben erleichtern. Über 1 Million Kids machen mittlerweile in neun Ländern mit und die Ergebnisse sind fantastisch. Im Schnitt hebt sich ihre positive Einstellung um 80 Prozent und ihre Aggressivität vermindert sich um 30 Prozent.

Haben Sie Ihre alte Karriere wirklich nicht vermisst?

Hawn: Nein, überhaupt nicht. Ich war viel zu beschäftigt. Ich bin um die Welt zu Konferenzen mit Nobelpreisträgern gereist und habe mich vor Ort von dem Erfolg unseres Programms überzeugt. Ich war in England, in China, in Australien und in Südamerika und habe jede Sekunde genossen.

Wie haben die Produzenten es dann geschafft, Sie aus dem Vorruhestand zu locken?

Hawn: Ganz easy. Amy (Schumer, Anm.d.R.) hat mir angeboten, ihre Mutter zu spielen und ich konnte mir keine aufregendere und bessere Rolle vorstellen. Ich wusste einfach, dass es das Richtige für mich war.

Wie wichtig war die Beziehung zu Ihrer eigenen Mutter für Ihr Leben?

Hawn: Mütter haben die wichtigste Rolle auf der Welt, weil wir unsere Kinder und deren Zukunft prägen. Meine Mutter hat sich unglaublich aufopferungsvoll um mich gekümmert, war aber nicht übermäßig liebevoll. Sie hat mich immer unterstützt, war aber auch meine größte und ehrlichste Kritikerin. Ich habe mich geliebt und geborgen gefühlt und das habe ich auch meinen Kindern vermittelt. Das ist das Wichtigste überhaupt.

Im Film sind Sie überängstlich…

Hawn:Also genau das Gegenteil von mir privat. Ich habe nie Angst, bin bei manchen Dingen aber schon vorsichtig. Ich habe zum Beispiel aufgehört mit dem Skifahren. Weil ich finde, dass ein Sport schlecht ist, wenn unten am Hang immer ein Notarztwagen auf dich wartet. Ansonsten lass ich mich nicht ins Bockshorn jagen.

Ich weiß, es klingt wie eine Floskel, aber es stimmt bei Ihnen. Sie sehen jünger und fitter aus als viele Frauen, die Jahrzehnte jünger sind als Sie. Was ist ihr Jungbrunnen?

Hawn: Das ist lieb (lächelt). Ich treibe jeden Tag Sport. Ich laufe, mache Stretch- und Atemübungen und hebe Gewichte. Ich habe meine Karriere als Tänzerin begonnen. Und ich glaube Tänzerinnen sind einfach von Natur aus zu stolz auf ihren Körper, um sich jemals gehen zu lassen.

Wer sich fit hält, lebt oft auch länger. Machen Sie sich über das Sterben Gedanken?

Hawn: Ich will noch eine sehr lange Zeit leben – solange ich gesund bin. Ich würde es nicht wollen, krank und voller Schmerzen vor mich hin zu vegetieren. Das wäre kein schönes Ende. Ich brauche Lebensqualität. Ich will happy sein.

Was macht Sie happy?

Hawn: So viele kleine Dinge im Leben. Ich erlebe ständig Sachen, die das Glücksgefühl weiter vertiefen. So wie heute Morgen auf den Balkon zu gehen und meine blühenden Rosenbüsche zu sehen. Oder mit meinen Kindern und Enkelkindern zu reden, Musik zu hören, zu meditieren.

Haben Sie nach 50 Jahren Hollywood eigentlich eine Traumrolle, die sie unbedingt noch spielen wollen?

Hawn: Es gab eine. Julia in „Romeo und Julia“. Aber die habe ich schon in der Highschool bekommen (lacht). Meine Traumrolle im Leben ist es, das Beste aus meinen Wunschträumen zu machen. Und zu helfen, dass Kurt, meine Kinder und meine Enkel sich wohlfühlen. 

Das Interview führte Dierk Sindermann

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