"Gottschalk zieht ein": Reality-Kritiker steht am Herd

- Hamburg - Mit den neuen Formen des Mediums Fernsehen hat sich Thomas Gottschalk immer kritisch auseinander gesetzt. Vor allem die Realityshows waren ihm oft ein Dorn im Auge.

 Jetzt wird der 54- jährige ewige Sonnyboy des deutschen Fernsehens selbst zum Star einer Show mit dieser modernen, aber gefährlichen Mischung aus Wirklichkeit und Wunschdenken der Fernsehmacher geworden. "Gottschalk zieht ein" kündigt das ZDF für diesen Donnerstag um 20.15 Uhr an - und der "Wetten, dass..?"-Zampano stellt das Leben einer sechsköpfigen Familie aus Lüdenscheid eine Woche lang auf den Kopf. <P>Seine Kritik am Reality-TV hat der blond gelockte Moderator angesichts seines neuen Experiments neu formuliert. "Vor einigen Jahren noch habe ich in der Zeit, als ich Late-Night-Talker bei RTL war, versucht, Kontakt zu Familien aufzunehmen, um etwas Ähnliches zu machen", berichtet Gottschalk. "Doch es gelang mir nicht. Erst jetzt sind viele Menschen erst in der Lage, sich auf natürliche Weise im Fernsehen zu präsentieren. Sie haben gelernt, mit dem Medium TV umzugehen - die Verspannung ist verschwunden."</P><P>Diese Machart sei aber noch lange nicht auf eine Stufe zu stellen mit dem Reality-TV-Verständnis vieler anderer Programmanbieter. "Bei uns wird nicht in Kakerlaken gebadet, und es werden auch keine Würmer gefressen", ergänzt Gottschalk in Abgrenzung zum Ekel-TV. "Gottschalk zieht ein" mutet trotzdem eher als logische Ergänzung zu Fernsehformaten an, die in der RTL-Gruppe beheimatet sind: RTL II zelebrierte mit beachtlichem Erfolg den "Frauentausch", RTL schickt ab 16. Juli die Dokusoap "Ich tausche meine Familie" auf die Reise durchs Fernsehen - das Fernsehen ist ein Haifischbecken.</P><P>Um seine Fans auf den anderen Gottschalk einzustimmen, hat sich der clevere TV-Profi, der seine Geschäfte im Fernsehen und in der Werbung in enger Abstimmung mit seinem Bruder Christoph betreibt, der Öffentlichkeit bereits von einer anderen, privateren und familiären Seite geöffnet. Im "Stern" gab er das erste Interview mit seinem Sohn Roman (21). Außerdem publiziert der Autor Gert Heidenreich im August die erste Gottschalk-Biografie. Ob das Format "Gottschalk zieht ein" erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Denn mit seinen "Hobbys" neben "Wetten, dass..?" hat er nicht immer Glück gehabt.</P><P>Vier Mal im Jahr will der Wahl-Amerikaner jeweils andere Familien mit seiner Anwesenheit beglücken. Der Vater muss ausziehen, und Gottschalk darf alle häuslichen Pflichten übernehmen, bis auf die ehelichen. Als einzige Bedingung bei der Auswahl seiner Gastgeber legte er fest, ein eigenes Schlafzimmer mit eigenem Badezimmer zu bewohnen, denn morgens sehe er immer aus "wie der japanische Botschafter", erklärte Gottschalk dem "Spiegel". Die Sendung wird produziert von der Münchner Firma Tresor TV, die bereits für ProSieben das Format "Popstars" inszeniert hat.</P><P>In der ersten Ausgabe zieht er zur Familie Hein nach Lüdenscheid. Mama Friederike (43) schickt ihren Gatten Norbert zu einem Freund nach Dresden. Vier Kinder bestaunen die Ankunft des Showmasters und des 16-köpfigen TV-Teams. Gottschalk übernimmt die Küchenarbeiten, wäscht ab, zerbricht einen Messbecher und reinigt die Gehwegplatten, während Frederike beim Friseur sitzt und dem Figaro anvertraut, dass der neue Gast eigentlich doch zu etwas zu gebrauchen sei.</P>

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