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Auch die Royals müssen den Gürtel enger schnallen: Nur noch Königin Beatrix, Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Maxima dürfen gratis fliegen.

Gratisflüge für niederländische Royals gestrichen

Amsterdam - Nach scharfer Kritik am luxuriösen Lebenswandel der niederländischen Royals auf Steuerzahlerkosten werden private Gratisflüge für die meisten Mitglieder des Königshauses gestrichen.

Außerdem will die Regierung Steuervergünstigungen für Angehörige von Königin Beatrix teilweise kürzen. Das umstrittene Bauvorhaben einer Ferienvilla in Afrika für Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Prinzessin Máxima wird die Regierung aber nicht stoppen, wie ein Sprecher am Freitag bestätigte.

Die Sparmaßnahmen kündigte Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende als Reaktion auf Vorhaltungen zahlreicher Abgeordneter des niederländischen Parlaments an. Sie kritisierten am Vortag, dass die Regierung eine leichte Erhöhung des Budgets für das Königshaus beschloss, während sie zugleich unter Hinweis auf die Wirtschaftskrise staatliche Ausgaben in vielen anderen Bereichen um 20 Prozent kürzte.

Künftig sollten nur noch Königin Beatrix sowie der Thronfolger Prinz Willem-Alexander und dessen Frau Prinzessin Máxima private Flugreisen vom Staat erstattet bekommen oder mit Regierungsmaschinen unternehmen dürfen. Bislang genossen alle zehn erwachsenen Mitglieder der königlichen Familie, die eventuell für die Thronfolge infrage kommen würden, mit ihren Kindern dieses Privileg. Dafür waren bisher jährliche Kosten von rund 610 000 Euro eingeplant.

Möglicherweise müssen die Nordsee-Royals auch auf anderen Gebieten den Gürtel enger schnallen. Balkenende, der als Regierungschef für das Budget des Königshauses verantwortlich ist, ordnete eine generelle Überprüfung der staatlichen Ausgaben für die Monarchie an. So soll die Befreiung von der Schenkungssteuer zumindest eingeschränkt werden.

Auf keinen Fall will die Regierung die persönlichen Bezüge der Monarchin und ihres Thronfolgers antasten. Königin Beatrix bekommt im laufenden Finanzjahr für sich selbst 834 000 Euro, Kronprinz Willem- Alexander und seine Frau jeweils 248 000 Euro. Insgesamt beläuft sich das Königshaus-Budget auf 39,6 Millionen Euro. Eine Reihe von Kosten sind den Budgets verschiedener Behörden zugeordnet - so kann allein das Verteidigungsministerium mehr als 100 000 Euro für die Instandhaltung der königliche Jacht “Groene Draek“ (“Grüner Drache“) ausgeben.

Balkenende wies Forderungen der Partei für die Freiheit (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders zurück, sämtlichen Zahlungen für das Königshaus pauschal um 20 Prozent zu kürzen. Er wandte sich auch gegen Forderungen linker Abgeordneter, der Königin und dem Thronfolger künftig nur noch rein zeremonielle Aufgaben zuzugestehen und selbst die kleinste politische Rolle zu unterbinden. Die konstitutionelle Monarchie sei außerordentlich wichtig für “Kontinuität, Stabilität und Identität der Niederlande“.

Den Bau einer Ferienvilla für Kronprinz Willem-Alexander und dessen Familie auf der mosambikanischen Halbinsel Machangulo werde die Regierung nicht behindern, sagte Balkendende. Die damit verbundenen Risiken sehe er als vertretbar an. Zudem sei das privat finanzierte Projekt einer Stiftung übertragen worden, so dass der Thronfolger im Falle von Problemen nicht persönlich rechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.

Gegen die Projektentwickler hatte es in Mosambik und Südafrika Betrugsvorwürfe gegeben. Zudem sollen Hilfeversprechen für die arme örtliche Bevölkerung nicht eingehalten worden sein. Das Thronfolgerpaar habe erklärt, es verstehe die Zweifel in der Bevölkerung an dem Projekt, besonders angesichts der Wirtschaftskrise. “Der Prinz und die Prinzessin glauben an das Projekt.“ Der Thronfolger sei “mit Afrika sehr verbunden“.

dpa

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