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Kollege und Freund Hellmuth Karasek gratulierte Marcel Reich-Ranicki zum 90. Geburtstag.

Gratulationen zu Reich-Ranickis 90. Geburtstag

Frankfurt/Main - Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat am Mittwoch seinen 90. Geburtstag gefeiert und ist für seine Leistungen gewürdigt worden.

ZDF-Intendant Markus Schächter gratulierte dem im polnischen Wloclawek geborenen Publizisten zu seinem runden Geburtstag und erinnerte an den Erfolg der ZDF-Reihe “Das Literarische Quartett“: “Keine Literatursendung hatte einen gewaltigeren Ruf, jedes Nachfolgeformat muss sich zwangsläufig mit dem 'Literarischen Quartett' messen lassen“, erklärte Schächter. Die Sendung war zwischen 1988 bis 2001 und in den Jahren 2005/2006 als Sonderausgaben zu sehen.

Hellmuth Karasek, der langjährige Weggefährte Reich-Ranickis im “Literarischen Quartett“, sieht in dem 90-Jährigen einen Medienprofi, der sich selbst von Beginn an zu einer Marke machte. “Als Reich-Ranicki ins Fernsehen ging, war er von Anfang an jemand gewesen, über den die Kollegen die Nase rümpften, über den die Zuschauer aber herrlich begeistert oder ebenso herrlich entsetzt waren“, sagte Karasek im Deutschlandradio Kultur. Damit habe der gebürtige Pole einen Platz besetzt, den es so noch nie gab: “Er war ein Literaturkritiker, der zum Fernsehstar avancierte“, fügte Karasek hinzu. Reich-Ranicki habe der Literatur auf ungeheuere Art und Weise gut getan.

Karasek nannte Reich-Ranicki nicht nur einen bedeutenden Kritiker, sondern auch einen großen Schriftsteller. So seien die Memoiren des heute 90-Jährigen nicht nur ein Erinnerungsbuch, sondern auch “ein großes Stück Literatur“, sagte Karasek dem Sender MDR Info. Seine schönste Zeit mit dem Literaturkritiker habe er während des “Literarischen Quartetts“ erlebt. Reich-Ranicki sei der große Wortführer gewesen, der alle anderen angeregt habe, über Literatur nachzudenken. “Wenn man mit jemandem so lange zusammen ist, ist das, als wäre man zusammen über die Alpen gewandert; unsere Landschaft war die Literatur“, fügte der 76-Jährige Karasek hinzu.

Am kommenden Sonntag wird Reich-Ranicki in Frankfurt am Main mit der Ludwig-Börne-Medaille für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Bei der Veranstaltung in der Paulskirche werden unter anderem die Fernsehmoderatoren Thomas Gottschalk und Harald Schmidt erwartet, außerdem werden der “FAZ“-Mitherausgeber Frank Schirrmacher und der Autor Henryk M. Broder sprechen. Die Auszeichnung wird zum ersten Mal vergeben. Der Preis erinnert an den Frankfurter Schriftsteller und Journalisten Ludwig Börne (1786 bis 1837), der als Wegbereiter des politischen Feuilletons gilt.

apn

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