Grimme-Preis: "Das Wunder von Lengede" räumt ab

- Essen - Heino Ferch und Jan Josef Liefers haben mit dem Bergbaudrama "Das Wunder von Lengede" bei der 40. Grimme-Preis- Auflage abgeräumt. Vier der begehrten deutschen Fernseh-Oscars hat der spannungsgeladene Sat.1-Zweiteiler eingeheimst. Zwei für die Schauspieler, zwei für die Macher hinter der Kamera.

<P>Heike Makatsch, Armin Rohde, Axel Prahl und Nadja Uhl dürfen sich mitgeehrt fühlen. Liefers und Ferch, Helden unter Tage beim Rettungsdrama von 1963, erhalten die Auszeichnungen stellvertretend für das ganze Darstellerteam.</P><P>Vier weitere Fernsehleistungen belohnten die Jurys mit besonderen Preisen. Das Heimkehrerdrama "Familienkreise" (ARD/BR) mit Götz George und die Dokumentation "Schleyer. Eine deutsche Geschichte" erhalten die höchste Auszeichnung "Grimme Preise mit Gold". Kabarettist Dieter Hildebrandt, Gründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, und Bildungs-TV-Experte Werner Reuß (BR alpha) werden mit der "Besonderen Ehrung" des Deutschen Volkshochschul- Verbandes ausgezeichnet, Hildebrandt für sein Lebenswerk.</P><P>An die öffentlich-rechtlichen Sender richtete Grimme-Chef Bernd Gäbler den Appell, an Informations- und Kultursendungen festzuhalten. "Das ist eine Domäne der Öffentlich-Rechtlichen. Das ist ein Tafelsilber. Ich hoffe, dass sie dabei bleiben."</P><P>"Das Wunder von Lengede" bleibt dennoch für die Grimme-Macher das Fernseh-Ereignis Nummer eins des Jahres 2003. Nach der ARD- Familiensaga "Die Manns" überzeugte erneut ein an wahren Ereignissen gehaltener Mehrteiler Publikum und Jury. "80 Prozent des Films ist Realität", betonte Produzent Michael Souvignier am Dienstag bei der Bekanntgabe der Preisträger in Essen. Die Dreharbeiten waren auch nicht ganz ungefährlich, auch wenn alle wussten, dass sie wieder rauskommen, meinte Regisseur Kaspar Heidelbach.</P><P>Damals waren nach einem Wassereinbruch 129 Kumpel in der Eisenerzgrube "Schacht Mathilde" verschüttet worden. 19 waren sofort tot, 79 konnten sich über Wetterschächte retten. Eine kleine Gruppe rettete sich damals in einen alten Schacht. Unten froren die Bergleute, oben startete eine dramatische Rettungsaktion. Souvignier ließ das Drama chronologisch nachspielen. "Das war körperlich wirklich anstrengend", sagte Heidelbach. Die Schauspieler waren unter Tage ständig nass, und wir haben Staub und Nebel hereingeblasen. Gedoubelt wurde nichts.</P><P>Insgesamt 26 Einzelpreise haben die Grimme-Jurys vergeben, dazu zwei "Besondere Ehrungen". Gar nicht dabei ist dieses Mal Dauergewinner Harald Schmidt. Götz George, der in "Familienkreise" einen heimkehrenden Auslandsreporter spielt, wird auch nur indirekt geehrt. Die goldene Auszeichnung für die Widerspiegelung "der Buddenbrook-Fabel der Gegenwart" erhalten Regisseur Stefan Krohmer und Buchautor Daniel Nocke.</P><P>In die Bresche für Sat.1-Lästermaul Harald Schmidt treten dieses Mal Spaßmacher Wigald Boning und Viva-Moderatorin Charlotte Grace Roche. Das Lob für freche und subversive Moderation stellte die Musikclip-Frontfrau erneut unter Beweis. "Ich lasse mich nicht vom Grimme Preis unter Druck setzen. Ich habe jetzt erst einmal in einer pornografischen Ausstellung gedreht", erklärte die Entertainerin.</P><P>Den voraussichtlichen Fortbestand süffisanter Promi-Interviews kündigte derweil Wigald Boning an, wenn auch wohl nicht beim ZDF. "Das ZDF wird die "WIB-Schaukel" nicht weiter verfolgen", meinte Boning. Die Crew wolle aber einen anderen Sender suchen.</P>

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