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Roberto Blanco.

Entertainer will sein Leben ändern

Großes Interview: Hier rechnet Roberto Blanco ab

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Ein Rosenkrieg mit der Ex-Frau Mireille, die Töchter Patricia und Mercedes, die den Kontakt abgebrochen haben, ein Streit mit seinem Münchner Rechtsanwalt, ein Schwächeanfall – Roberto Blanco hat die letzten Jahre viel durchgemacht. 

Update vom 2. November 2017: Sie zieht in der hüllenlosen Kuppel-Show auf RTL "blanco": Nach ihrem Auftritt beim Dschungelcamp ist Patricia Blanco nun eine Kandidatin bei „Adam sucht Eva“.

München - Als er Ende 2016 das Krankenhaus in Linz wieder verließ, fassten Blanco und seine zweite Ehefrau ­Luzandra Blanco einen Entschluss: Ihr Leben muss anders werden! Die beiden, er bald 80, sie halb so alt, haben lange überlegt, wohin ihre gemeinsame Reise gehen soll. Aufhören oder weitermachen? Auswandern oder dableiben? Kinderkriegen oder Reisen? Über all das spricht der sympathische Entertainer im großen Interview mit der tz.

Und zum ersten Mal auch über Enttäuschung, Schmerz und Schuldgefühle, die so ein Rosenkrieg hinterlässt. Auch musikalisch verspricht er Neues, denn vor einem hat der 79-Jährige am meisten Angst: Stillstand. Außerdem habe er sich nie abhängig gemacht, er sei immer sein eigener Herr gewesen. Ein Grundsatz, der ihm 60 Jahre Dauererfolg im Showbusiness gewährt hat. „Und ich glaube, das Publikum will mich noch haben.“ Deshalb gibt es jetzt den neuen Blanco – den Blanco mit ganz viel Seele. Ab sofort heißt es eben: Ein bisschen Seele muss sein...

Kompliment, Sie sehen gut aus. Sie haben sich nach Ihrem Schwächeanfall wieder richtig erholt.

Roberto Blanco: Ja, das habe ich, ich habe mir auch die Zeit genommen. An meinem Geburtstag im Sommer werde ich noch viel besser aussehen. Ich nehme jetzt ab, zwei Kilo sind bereits runter, jetzt noch einmal zwölf. Aber ich sage Ihnen was: Ich nehme keine Tabletten, nichts. Die Ärzte im Krankenhaus konnten das gar nicht glauben.

Was ist Ihr Diätrezept?

Blanco: Kein Alkohol, kein Zucker, keine Kohlehydrate.

Und dann wird am 7. Juni Ihr 80.Geburtstag gefeiert?

Blanco: Ja und wie! Große Party mit 400 Freunden, hier in München. Gerade planen wir das Fest, schauen uns verschiedene Hotels und Säle an.

Dann fehlt – nach 60 Jahren im Showgeschäft – doch nur noch Ihre Autobiografie?

Blanco: Ja, schon. Angebote gibt es natürlich. Aber ich sollte meine ganzen Affären reinschreiben. Und das mache ich nicht.

Waren es denn so viele?

Blanco: Sagen wir so: Liebe und Leidenschaft kamen nie zu kurz...

Sie sind noch immer ein Frauenschwarm. Die Stewardessen hier in der Hotellobby wollen alle ein Selfie mit Ihnen.

Blanco: Ach, die Stewardessen... Ich erinnere mich da an einen Urlaub in Brasilien, wo wir im gleichen Hotel wie die Stewardessen von Lufthansa, Varig, Pan Am und so waren. Ja, und jede Nacht sind wir mit einer anderen Airline geflogen (lacht).

Zur Musik – Sie haben Ende letzten Jahres viel Neues angekündigt ...

Blanco: Das mache ich auch! Ich habe ein Album aufgenommen mit einem Produzenten in Los Angeles – es wird 80 Jahre Roberto Blanco heißen. Es sind alte Songs, neue Songs, es wird fantastisch und es kommt natürlich zu meinem Geburtstag raus. Und dann wird es mit ­Christian Bruhn (der für Roberto u.a. Ein bisschen Spaß muss sein komponiert hat, Anm.) ein Album geben. Nur, ich bin abergläubisch und solange die Tinte nicht trocken ist, will ich nicht mehr sagen.

Luzandra: Aber eine Sache darf ich verraten, oder? Bitte, bitte... Christian hat ein Lied für mich beziehungsweise Roberto geschrieben. Es heißt: Die Frau, die ich liebe. Eine wahnsinnige Melodie, wunderschön, mit Klavier, mit Geigen. Ich weine, wenn ich das höre.

Viel Gefühl. Wie auf Ihrer neuen Homepage, wo Sie sich ganz verletzlich zeigen. „Von der Seele“ steht dabei. Der neue Roberto-Blanco-Slogan?

Blanco: „Von der Seele“ ist mir deshalb sehr wichtig, weil die Menschen oftmals Künstler und Menschen von öffentlichem Interesse mit rumänischen Tanzbären vergleichen. Sogar die zeigen ab und an mal eine Reaktion. Auf meine Kosten wurde ja schon so viel spekuliert. „Von der Seele“ ist simpel erklärt: Ich bin ein Mensch wie jeder andere. Bisher habe ich alles in mich hineingefressen. Doch von nun an möchte ich so gut es geht auch aus der Seele hinaussprechen, -singen, -schreiben.

Luzandra: In dieser Zeit im Krankenhaus hat er für mich seine Seele geöffnet. Er ist ein außergewöhnlicher Künstler, er spricht sieben Sprachen, und dieser Bassbariton, das ist selten. Er hat so viel erlebt und so viele Menschen glücklich gemacht. Und als ich dort neben ihm im Bett lag, habe ich mir gedacht, ich muss auch diese Seite sehen.

Sie liebt Sie wirlich...

Blanco: Ich weiß.

Luzandra: Normalerweise, nach dem Krankenhaus, hätte ich gesagt: So, Papi, jetzt hörst du auf, jetzt genießen wir das Leben. Doch wir haben lange darüber gesprochen und Roberto hat gesagt, dann wird er nicht mehr er selbst sein. Okay, habe ich gesagt, dann gehen wir gemeinsam den Weg, aber wir machen es anders.

Wie?

Blanco: Also, der Liebe Gott sagt, was passiert. Eines meiner Ziele ist, ihr zu zeigen, was ich alles gesehen habe.

Also Reisen und gleichzeitig Singen?

Blanco: Überall wo wir sind, verlängern wir. Ich freu mich, sie glücklich zu sehen.

Aber es ist keine Abschiedstournee?

Luzandra: Neeiin...

Blanco: Mami, darf ich was sagen? Ich bin kein Typ, der sagt, ich mache jetzt meine letzte Tournee und danach komme ich wieder. Wie viele Kollegen, verstehen Sie? Aber wenn ich mich verabschiede, dann richtig. Abschiedstournee klingt nach Ende, nach Endgültigkeit. Dafür liebe ich meinen Beruf zu sehr.

Großer Spaß: tz-Kolumnistin Maria Zsolnay traf Roberto und Luzandra zum Interview im Westin Grand Hotel.

Wo bleiben Sie dabei?

Luzandra: Ich als Ehefrau sollte mir eigentlich wünschen, dass er aufhört, um mit mir das Leben zu genießen. Aber ich weiß, das wäre für ihn als Künstler ein trauriger Moment. Er liebt die Bühne. Er wird nie aufhören.

Also wandern Sie nicht ganz nach Kuba aus?

Blanco: Kuba ist unser Kraftort, wir haben Familie dort. Wenn ich dort bin, tanke ich auf. Die Familie, die Sonne, das Meer, die Musik, Tanzen (wiegt sich in den Hüften). Aber wir sind Europäer. Wo wir jetzt wohnen, bei Salzburg, das ist nicht weit weg von München und der Schweiz. Dort haben wir auch Familie.

Ihre älteste Tochter, Mercedes, lebt ja dort...

Blanco: Ja, aber auch meine Neffen. Meine ältere Schwester, die leider gestorben ist, hat einen Sohn und eine Tochter und die haben wiederum Kinder. Da sind wir in engem Kontakt.

Mercedes hat aber keine Kinder und Sie somit keine Enkelkinder, oder?

Blanco: Nein. Der Einzige, der sein eigenes Enkelkind gemacht hat, bin ich. Ich habe doch einen Sohn, Robin, er wird jetzt 17 Jahre alt.

Entstanden aus einer Affäre. Haben Sie denn noch Kontakt?

Blanco: Ja, na klar. Er ist toll. Er sieht mir ähnlich, ach was, er sieht viel besser aus. Die Mädels laufen ihm hinterher. Helle Café-au-lait-Haut, volle Haare. Er ist aber nicht in München, sonst wäre er hier bei mir. Es ist ein toller Kontakt.

Im Gegensatz zu anderen Teilen Ihrer Familie...

Blanco: Für mich ist wichtig: Was geschehen ist, ist geschehen, das ist Vergangenheit. Ich wünsche trotzdem Mireille, Patricia und Mercedes Gesundheit, Zufriedenheit und so. Was sie mit mir gemacht haben, vergesse ich, ist abgeschlossen. Ich schaue nach vorne. Was soll ich machen? Ich sage es ehrlich, ich fühl mich nicht schuldig, für gar nichts. Ich habe nichts gemacht. Warum Patricia so gegen mich ist, weiß ich nicht. Ich wollte immer nur ihr Bestes. Versuchte, ihr bei der Karriere zu helfen, habe gesagt, sie soll daran arbeiten. Bei anderen Leuten steht immer Model, Moderatorin, Sängerin. Bei Patricia steht immer nur: Tochter von ­Roberto Blanco. Ich meine, ich freue mich, dass ich ihr meinen Namen gegeben habe. Aber sie lebt von meinem Namen. Und das Publikum glaubt ihr nicht, egal was sie sagt. Aber Ende.

Wie lange hat das gedauert, bis Sie diese Enttäuschung verarbeitet hatten?

Blanco: Ahh, das hat lange gedauert. Sehr lange. Ich wollte nie darüber reden. Aber ich habe ein reines Gewissen, ich habe immer die Wahrheit gesagt.

Luzandra: Ach, Papi, diese alten Geschichten...

Habe ich das jetzt richtig gehört? Sie sagen zu ihrer Liebsten Mami? Und sie zu Ihnen Papi?

Blanco: Das ist kubanisch. In Deutschland gibt es doch auch Kosenamen wie Schatzi, Liebling, Mausi. In Kuba sagt man Mami, Papi, sogar die jungen Leute sagen das. Aber weich, nicht so wie in Deutschland Vater, Mutter, so hart. Nur: Wenn wir in Kuba in ihrer Familie sind und sie Papa ruft, dann meint sie ihren Vater. Ich bin Papi. Am Anfang haben wir uns immer beide umgedreht.

Wollten Sie keine Kinder mehr?

Blanco: Ich habe ihr die Entscheidung überlassen, ich meine, sie müsste sich hauptsächlich kümmern. Wenn ich 90 bin, wäre mein Kind erst zehn. Aber wenn sie gewollt hätte, dann schon.

Luzandra: Wir haben natürlich darüber geredet. Ich habe mich entschieden, keine Kinder zu haben. Er ist mein Kind (lacht und nimmt ihn in den Arm).

Das Interview führte Maria Zsolnay

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