Günter Pfitzmann ist gestorben

- Berlin - Der populäre Berliner Schauspieler Günter Pfitzmann ist tot. Er erlag am Freitagmorgen in seiner Heimatstadt im Alter von 79 Jahren einem Herzversagen, teilte der Ärztliche Direktor des Deutschen Herzzentrums, Roland Hetzer, mit. Der Schauspieler, dem bereits 1986 vier Bypässe gelegt worden waren, war am Abend zuvor mit Anzeichen eines erneuten schweren Herzinfarktes eingeliefert worden.

<P>"Pfitze", wie der volkstümliche Darsteller von seinen Freunden genannt wurde, war für viele Fernsehzuschauer der Inbegriff des typischen Berliners: schlagfertig und mit trockenem Humor. Bekannt wurde er auf dem Bildschirm vor allem als volksnaher Kassenarzt Dr. Brockmann in der "Praxis Bülowbogen" im Schöneberger Kiez von Berlin, als Würstchen-Otto bei den "Drei Damen vom Grill" mit Brigitte Mira oder als Werftbesitzer im "Havelkaiser". In diesen Rollen meisterte er mit väterlichen Ratschlägen, pfiffigen Einfällen und verschmitztem Lächeln den ganz normalen Alltag und begleitete die Sorgen der so genannten kleinen Leute.</P><P><BR>Im Fernsehen sah man Pfitzmann seit 1958 unter anderem in "Gestatten - mein Name ist Cox", den Mehrteilern "Die Unverbesserlichen" mit Inge Meysel und "Am grünen Strand der Spree" sowie "Berliner Weiße mit Schuss". Zuletzt drehte er Ende 1998 zusammen mit Harald Juhnke das ARD-Großstadtmärchen "Letzte Chance für Harry" um einen Obdachlosen und einen Manager.</P><P><BR>Der am 8. April 1924 in Berlin geborene Pfitzmann eroberte sich auch die Bretter des Boulevard-Theaters wie die Kudamm-Bühnen mit Klassikern wie "Ein seltsames Paar" an der Seite von Harald Leipnitz. Einen seiner größten Bühnenerfolge feierte er in dem Musical "My Fair Lady" als Professor Higgins oder Oberst Pickering. Zusammen mit Wolfgang Gruner, Achim Strietzel und Jo Herbst gehörte Pfitzmann zu den "Männern der ersten Stunde" des Berliner Kabaretts "Die Stachelschweine", dem er bis 1957 angehörte und wo er später immer wieder mal auftrat.</P><P><BR>Der Schauspieler zeigte gesellschaftliches Engagement. Erkennbar wurde das in Antikriegsfilmen wie "Die Brücke" von Bernhard Wicki (1959). Zu seinen anderen Kinofilmen gehörten unter anderem "Hunde wollt ihr ewig leben?" (1958) und "Lieb Vaterland magst ruhig sein" (1975). Pfitzmann wurde unter anderem mit dem Goldenen Vorhang des Berliner Theaterclubs als bester Schauspieler und mit der Goldenen Kamera der "Hör zu" (1987) ausgezeichnet.</P><P><BR>Seit einer Kriegsverletzung hatte der Schauspieler immer wieder gesundheitliche Probleme. Zuletzt war er im Frühjahr 2000 mit einem Notarztwagen ins Deutsche Herzzentrum eingeliefert worden. Im Sommer 2001 zog er sich bei einem Sturz aus dem Bett auf der Ferieninsel Mallorca einen Oberschenkelhalsbruch zu. </P>

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