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Günther Kaufmann war gebürtiger Münchner.

Im engsten Familienkreis

Günther Kaufmann beigesetzt

München - Sein Leben war filmreif. Da wünschte sich seine Familie für ihn einen ruhigen und würdevollen Abschied. Schauspieler Günther Kaufmann wurde beerdigt - im engsten Familienkreis mit Liedern von Dean Martin und Chris Rea.

Mehr als einen Monat nach seinem Tod ist der Schauspieler Günther Kaufmann in München beerdigt worden. Die Urne sei am Montag im engsten Familienkreis auf dem Nordfriedhof beigesetzt worden, sagte ein Sprecher der Friedhofsverwaltung und bestätigte damit Medienberichte.

Zum Abschied wurden auf dem Friedhof nach Informationen von “tz“ und “Bild“-Zeitung die Lieder “Memories are made of this“ von Dean Martin und Chris Reas “Josephine“ gespielt. Seine Familie wollte den Termin bis nach der Beisetzung geheim halten. “Sein Leben war so aufreibend und unruhig, dass wir ihm wenigstens einen ruhigen und würdevollen Abschied bescheren wollen“, sagte Kaufmanns Sohn Dave der “Bild“. Nur 20 enge Angehörige hätten die Urne des einstigen Fassbinder-Stars zum Kaufmann'schen Familiengrab geleitet.

Der gebürtige Münchner Kaufmann, der seit einigen Jahren in Berlin lebte, war am 10. Mai in Berlin-Grunewald bei einem Spaziergang einem Herzinfarkt erlegen. Er wurde nur 64 Jahre alt.

Nicht nur sein Job, sondern sein ganzes Leben war filmreif: Im Jahr 2002 ließ sich Kaufmann - aus Liebe zu seiner krebskranken Frau Alexandra - zu 15 Jahren Haft verurteilen. Fast drei Jahre saß er ab - und er hätte bis zuletzt hinter Gittern gesessen, wären nicht überraschend die wahren Täter dingfest gemacht worden. Das Opfer war der Steuerberater von Kaufmann und seiner Frau. 2001 wurde er erstickt in seiner Villa gefunden. Der Verdacht fiel auf Kaufmann - Alexandra hatte den Steuerberater um mehr als 500 000 Euro betrogen. Nach einer fünfstündigen Vernehmung legte Kaufmann ein falsches Geständnis ab.

Bevor er mit diesem realen Krimi für Schlagzeilen sorgte, wurde Kaufmann als Krimi-Darsteller in Serien wie “Derrick“ und “Der Alte“ bekannt und als Fassbinder-Schauspieler berühmt. In den 70er und 80er Jahren spielte er in mehr als einem Dutzend Filmen von Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) mit, darunter “Berlin Alexanderplatz“ und “Die Ehe der Maria Braun“.

“Der weiße Neger vom Hasenbergl“ - so nannte der Sohn eines US-Soldaten und einer Deutschen sich selbst und seine Autobiografie. Zuletzt war Kaufmann erst in diesem Jahr in einer Nebenrolle in dem Kinofilm “Türkisch für Anfänger“ zu sehen. Außerdem trat er in verschiedenen Musicals auf.

dpa

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