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Gut-Aiderbichl-Gruender Michael Aufhauser posiert am Donnerstag (19.04.12) auf Gut Aiderbichl in Henndorf mit einem Schottischen Hochlandrind.

Happy Birthday, Michael Aufhauser!

Salburg - Gut-Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser feiert am Mittwoch seinen 60. Geburtstag - und wünscht sich natürlich Spenden.

Ernst nehmen wollte ihn zu Beginn niemand: „Vor zehn Jahren hat mich jeder belächelt, wenn ich Schweine gerettet habe“, erzählt Michael Aufhauser über die Anfänge seiner Tierschützerlaufbahn. Mittlerweile aber habe sich das Bewusstsein der Menschen gewandelt. Nicht nur das Retten von Hunden, auch das von Nutztieren sei gesellschaftsfähig geworden, sagt der Gründer des Gnadenhofs Gut Aiderbichl nahe Salzburg. So landete auch Kuh Yvonne in Deggendorf auf einem seiner Gnadenhöfe. Das Rindvieh hatte Kultstatus erlangt, nachdem es im vergangenen Sommer Politiker, Jäger, Medien und Tierschützer mehr als drei Monate lang mit seiner Flucht durch die bayerischen Wälder in Atem gehalten hatte. Im Jahr 2014 soll Yvonnes Geschichte in die Kinos kommen. Heute wird Aufhauser 60 Jahre alt.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

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Seit Aufhauser 1988 in Spanien miterlebt hat, wie 40 Straßenhunde vergast wurden, ist Tierschutz für ihn ein Herzensthema. „Bis dahin hatte ich 30 Jahre nur an mich gedacht, das langweilt ja auch“, erzählt er. Dabei hatte der gebürtige Augsburger einen anderen Berufswunsch. Als junger Mann besuchte er eine Schauspielschule bei München, entschied sich dann aber für einen Wechsel in die US-amerikanische Tourismusindustrie. „Ich war einfach kein guter Schauspieler“, gibt er offen zu. Er sei ein Antityp gewesen, viel zu brav für die damalige Zeit, in der jeder nackt auf der Bühne habe tanzen müssen. Mit der Medienbranche hat Aufhauser aber bis heute zu tun. Er ist immer präsent – mit dem Unterschied, dass er sich heute nur der Tiere zuliebe in den Mittelpunkt stellt, wie er betont. Das sei auch der Leitgedanke seiner großen Geburtstagssause, die am kommenden Samstag steigen wird.

Schon mehr als 2000 Gäste hätten zugesagt. Wer von seinen prominenten Unterstützern wie Moderator Dieter Thomas Heck oder Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann, kommen wird, will er nicht verraten. Geschenke möchte der Tierschützer keine. „Für mich wäre eine Kreuzfahrt mit einem Schiff eine Strafe, genauso wie ein Schmuckstück“, sagt er. Stattdessen wünscht sich der Jubilar Spenden. Die Gelder sollen – natürlich – Gut Aiderbichl zugutekommen. Das ursprünglich für seine Turnierpferde gedachte Gehöft war 2000 zu einer Stätte für gerettete Tiere ausgeweitet worden. Schnell kamen Außenstellen in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz hinzu. Mittlerweile finden auf den 20 Höfen mehr als 3800 Tiere Unterschlupf, und dort dürfen sie auch ihr weiteres Leben verbringen. Für einen komfortablen Aufenthalt sorgen 250 Tierpfleger und Landwirte. Bisher haben die Tiere mehr als 3,5 Millionen Gäste angelockt.

Dass Tierschutz aber kein Honigschlecken ist, weiß Aufhauser nur zu gut. Allein die Haltung der Tiere habe im vergangenen Jahr acht Millionen Euro gekostet. Entmutigen lasse er sich trotzdem nicht. Schließlich soll in Iffeldorf (Landkreis Weilheim-Schongau) im Dezember ein neuer Besucherhof seine Pforten öffnen, sagt der Tierschützer. Aufhausers starke Medienpräsenz bescherte ihm allerdings nicht nur Freundschaften. Viele Tierschutzorganisationen kritisieren, er suche zu sehr nach Aufmerksamkeit.

In Rente gehen will Aufhauser aber noch lange nicht. Er habe noch viele Träume, unter anderem ein Kompetenzzentrum für Tierpfleger zu schaffen und eine „Stadt“ für Hunde zu bauen. „Kein Gitterheim – es soll ein ästhetisch ansprechendes Areal für alte Hunde werden“, erklärt Aufhauser. Unmöglich? Vor zehn Jahren wurde er wegen seiner Idee belächelt, heute betreibt er den größten Gnadenhof Europas.

Von Hanna Jochum

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