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Die Schauspielerinnen Juliane Köhler (l) und Hannelore Elsner posieren vor der Premiere des Films "Das Blaue vom Himmel" in der Lichtburg in Essen.

"Das Blaue vom Himmel"

Hannelore Elsner brilliert in Familiendrama

Berlin - Jahrzehntelang hat Marga ein dunkles Geheimnis für sich behalten. Doch jetzt ist die elegante Dame dement - und ihre Erinnerungsfetzen enthüllen eine Tragödie. „Das Blaue vom Himmel“ bietet Hannelore Elsner die Bühne für einen brillanten Auftritt.

Fasta ungehalten reagiert die Journalistin Sofia, als sie den Anruf aus der psychiatrischen Klinik erhält. Sie soll ihre aus einem Heim ausgebüxte Mutter Marga abholen. Die elegante ältere Dame redet wirres Zeug, unglaubwürdige Erinnerungsfetzen. Erst nach und nach wird klar: Margas Demenz bringt ein lange gehütetes Familiengeheimnis zum Vorschein. Das deutsch-baltische Familiendrama„Das Blaue vom Himmel“ läuft am Mittwoch um 20.15 Uhr auf Arte. In der Hauptrolle glänzt Hannelore Elsner (70).

Sie spielt Marga, die mehr und mehr in der Vergangenheit lebt. So spielt auch der Kinofilm von Regisseur Hans Steinbichler („Hierankl“, „Winterriese“) auf zwei Zeitebenen: in den 1990er Jahren und in den 30ern, als Marga noch in Lettland war, ihr geliebter Mann Juris sie betrog und sie schließlich mit einem Kind vor der Sowjetarmee nach Deutschland flüchtete.

Der Film lebt von der ungeheuren Präsenz Hannelore Elsners in der Rolle der Frau, die aus Liebe ihr ganzes Leben auf einer Lüge aufgebaut hat. Nun erzählt Marge ihrer Tochter Sofia (Juliane Köhler), die ihr nicht besonders nah steht, von den schicksalhaften Ereignissen in ihrer alten Heimat. Die beiden begeben sich auf Spurensuche in Lettland, auch weil Sofia auf eine journalistische Story hofft. Das baltische Land löst sich gerade von 50 Jahren sowjetischer Herrschaft, die Frauen geraten in die revolutionäre Umbruchsstimmung.

Mal entrückt, mal verbissen leidenschaftlich ist Elsners Marga eine beeindruckende Frau. Auch Karoline Herfurth, die die junge Marga der 30er-Jahre spielt, nimmt der Zuschauer die verzweifelt Liebende ab. Blass bleibt dagegen Juliane Köhler als Sofia, die zwischen Starrheit und hektischem Erstaunen pendelt.

Steinbichlers Film ist immer dann am besten, wenn er sich ganz auf die Frauen und ihre Konflikte konzentriert. Nicht ganz überzeugend und etwas illustrativ sind allerdings die in Riga gedrehten Szenen, die den historischen Rahmen für dieses sehr private Familiendrama bilden.

dpa

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