Meghan Markle trägt ein beiges Seidenkleid mit passendem Hut
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Meghans Interview-Aussagen sorgen für folgenschwere Diskussionen

Kettenreaktion

Nächstes Moderatoren-Aus: Meghan-Streit kostet erneut einen Promi den TV-Job

  • vonElisabeth Urban
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Moderator Piers Morgan schmiss nach dem Royal-Interview hin - eine Verkettung der Umstände führte jetzt auch für Kollegin Sharon Osbourne zum Aus.

London/New York - Das Skandal-Interview von Harry und Meghan bei Oprah Winfrey zieht nicht nur im Königshaus weitere Konsequenzen nach sich, sondern auch in einigen Medienhäusern. Neben dem andauernden Streit mit den Boulevardblättern, wie beispielsweise der britischen The Sun, die nach dem Interview eine unwahre Aussage zur Hochzeit des Paares entlarvte, gab es bereits kurz nach dem Interview die erste Kündigung eines britischen Moderators.

Piers Morgan, der in der Vergangenheit allgemein bereits immer wieder durch sexistische Kommentare negativ aufgefallen und außerdem vom einstigen Vertrauten Meghans zu ihrem Kritiker geworden war, stürmte nach einer Diskussion des Interviews bei der Show „Good Morning Britain“ wutentbrannt aus dem Studio - und kündigte kurz darauf seinen Moderatoren-Job. Seiner Meinung nach waren die Aussagen Meghans beim Interview „Hetzrede voller Geschwätz“, er glaube der Herzogin ihre Berichte von Depression, Suizidgedanken und Rassismus im Königshaus nicht. Es folgte ein Beschwerdenhagel über den Moderator und bei dessen Arbeitgeber.

Harry und Meghan im Interview: Sharon Osbourne solidarisiert sich mit Kritiker Piers Morgan

Moderatorin Sharon Osbourne legte ihren Job nieder.

Einen weiteren Moderatoren-Fall gab es jetzt in den USA, und das ausgerechnet beim Sender CBS, der das Interview ursprünglich ausstrahlte. Sharon Osbourne, die gebürtige Londonerin und die Ehefrau von „Black Sabbath“-Sänger Ozzy Osbourne ist, hatte auf Twitter dem erbosten Piers Morgan ihre Solidarität ausgedrückt: „Ich stehe zu dir. Die Leute vergessen, dass du für deine Meinung bezahlt wirst und dass du einfach nur deine Sicht der Dinge aussprichst“, schrieb Osbourne. Auf diesen Tweet wurde sie im Nachgang von ihrer dunkelhäutigen Co-Moderatorin Sheryl Underwood live auf Sendung angesprochen - die Situation eskalierte. „Ich fühle mich, als ob ich gleich auf den elektrischen Stuhl gesetzt würde, weil ich mit jemandem befreundet bin, von dem viele Leute denken er sei ein Rassist, und das anscheinend mich rassistisch macht?“, stellte Osbourne ihre Sicht der Dinge dar.

Sharon Osbourne: „Sag mir, wann du von ihm etwas Rassistisches gehört hast“

„Klär mich auf, sag mir, wann du von ihm etwas Rassistisches gehört hast“, forderte Osbourne sichtlich emotional von ihrer Kollegin, die ihr entgegnete: „Es geht nicht darum, dass er explizit rassistische Begriffe benutzt hat“, sondern vielmehr darum, dass Morgan Meghans Rassismus-Vorwürfe heruntergespielt und nicht ernst genommen habe. „Ich möchte nicht, dass irgendjemand das hier schaut und denkt, wir würden dich als rassistisch bezeichnen“, setzt Underwood nach der hitzigen Diskussion an. Osbourne wiegelte ab: „Ich glaube, dafür ist es zu spät.“

Rassismus-Vorwürfe tauchen nach Sendungs-Eklat auf - Sharon Osbourne kündigt

Tatsächlich wurde die Sendung von CBS nach dem Vorfall vorläufig pausiert, man leitete eine Untersuchung gegen die 68-Jährige ein, der zwei ehemalige Kolleginnen vorwarfen, sich mehrfach rassistisch und homophob geäußert zu haben. Osbourne, die sich auf ihrem Instagram- und ihrem Twitter-Account zunächst ausführlich für den Vorfall in der Sendung entschuldigt hatte, wies die aufgekommenen Anschuldigungen außerdem in einem Interview mit variety.com entschieden von sich. Sie gab zudem an, der Sender habe sie bei der Live-Übertragung vorgeführt - sie sei auf die Diskussion in keinster Weise vorbereitet gewesen und habe sich wie in einem Kreuzverhör gefühlt.

Schließlich zogen Moderatorin und Sender die Konsequenz aus den Vorfällen: Osbourne wird die Sendung, die sie bereits seit 2010 moderierte, endgültig verlassen. Vom ehemaligen Arbeitgeber wiederum gab es keine positiven Worte zum Abschied: Das Verhalten der Moderatorin in der ausschlaggebenden Episode „stimmte nicht mit unseren Werten eines respektvollen Arbeitsplatzes überein“, hieß es im Statement des Senders zum Aus der Britin. Man wolle die Mitarbeiter:innen zukünftig im Umgang mit sensiblen Themen wie Rassismus besser schulen. (eu)

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