Mehr als 40.000 Beschwerden gegen ihn

Heftiger Streit über Oprah-Interview: Meghans Chef-Kritiker stürmt aus TV-Studio - und schmeißt Job hin

In Großbritannien hat das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan nun auch personelle Konsequenzen. Moderator Piers Morgan verlässt die Sendung nach hasserfüllten Attacken.

London - Seit Jahren wirkt es so als befände sich Journalist und Moderator Piers Morgan auf einem persönlichen Feldzug gegen Meghan Markle - und vielleicht ist das tatsächlich so. Nachdem seine Kommentare zum aufsehenerregenden Interview des Paares aber auf massive Kritik stießen, stürmte er aus dem Studio von „Good Morning Britain“ und verlässt die Sendung dauerhaft.

Piers Morgan gegen Meghan Markle: Jetzt schaltet sich die Medienaufsicht ein

Mehr als 40.000 Beschwerden gingen laut Spiegel bei der britischen Medienaufsichtsbehörde ein, da Morgan am Montag im Frühstücksfernsehen kommentierte, er würde Meghan Markles Berichte über Rassismus, Depressionen und Suizidgedanken nicht glauben. Die Herzogin hatte im Interview mit Oprah Winfrey erzählt, dass die andauernd negative Berichterstattung der britischen Boulevardpresse und die Isolation innerhalb der Königsfamilie für sie psychisch fatale Folgen gehabt hatten. Morgans Reaktion: „Ich würde Meghan nicht einmal glauben, wenn sie den Wetterbericht vorliest.“

Nicht nur Zuschauer und Beratungsstellen fanden die Bemerkungen des berühmten Moderators höchst unpassend. Morgan würde psychische Erkrankungen herunterspielen, hieß es. Die Medienaufsichtsbehörde Ofcam leitet jetzt ein Untersuchungsverfahren ein. Auch Morgans Co-Moderator Alex Beresford schienen die Tiraden seines Kollegen wohl nicht länger erträglich. Er verteidigte die Herzogin gegenüber den Angriffen und warf Morgan vor, er würde nur aus verletzter Eitelkeit handeln. Seine Attacken gingen zu weit. Daraufhin stürmte Piers Morgan erbost aus dem Studio und kündigte wohl. Am Dienstag gab der Sender ITV, der „Good Morning Britain“ ausstrahlt, bekannt, dass er die Sendung nicht länger moderieren wird.

Piers Morgan ist seinen Job los: Darum hat er Meghan Markle im Visier

Morgan zählt zu den bekanntesten Journalisten Großbritanniens. Er war mit Meghan befreundet gewesen, bevor diese Harry geheiratet hatte. Danach hatte sie aber den Kontakt zu ihm abgebrochen. Seither hat sich der Journalist zu einem ihrer schärfsten Kritiker entwickelt. Regelmäßig arbeitete er sich in der Sendung an ihr ab. Im Visier hatte Morgan oft aber auch andere Politiker und Prominente. Polarisierende und provokante Aussagen sind zu einer Art Markenzeichen für den 55-Jährigen geworden. In den vergangenen Jahren sind tausende von Beschwerden wegen seiner Äußerungen eingegangen.

Nun scheint es, als habe er den Bogen in Bezug auf Herzogin Meghan und Prinz Harry endgültig überspannt. Er nannte das Interview der beiden unter anderem einen „schändlichen Verrat an der Königin und der königlichen Familie“ und nannte Meghans Aussagen „Unsinn“. Er schlug zudem vor, sie für das Interview für den Oscar als beste Schauspielerin zu nominieren. Auch nach seinem dramatischen Abgang und seinem Aus bei „Good Morning Britain“, bleibt er aber bei seinen Aussagen. Auf Twitter beschwert er sich als „rassistischer Tyrann“ zu gelten, nur weil er Markle kritisiere. (mam)

Rubriklistenbild: © Jonathan Brady/dpa

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