Harry Potter liebt jetzt die Sex Pistols

- London (dpa) - Harry Potter hört jetzt am liebsten die Punk-Rocker Sex Pistols und liest in seiner Freizeit "Hundert Jahre Einsamkeit" von Nobelpreisträger Gabriel García Márquez. Daniel Radcliffe (13), der zur Zeit vielleicht bekannteste Kinderstar der Welt, wirkte am Freitag in London streckenweise schon wie ein reifer junger Mann. Nur bei der Frage nach seinem Liebesleben kam er noch etwas ins Stottern, um dann schließlich zu gestehen: "Ich habe noch nicht so etwas wie eine Freundin."

<P> "Harry Potter und der Stein der Weisen" war der erfolgreichste Film nach "Titanic", und nun kommt am 14. November die Fortsetzung in die Kinos, "Harry Potter und die Kammer des Schreckens". 300 Tage haben Daniel und seine beiden Co-Stars Rupert Grint (Ron Weasley) und Emma Watson (Hermine Granger) in den vergangenen beiden Jahren vor der Kamera gestanden. Am Freitag stellten sie sich in der Londoner Gildehalle - die mit ihren gotischen Fenstern, Kronleuchtern und Statuen ungefähr so aussieht wie die große Halle des Zauberschlosses Hogwarts - der Weltpresse: Drei Kinder vor rund 250 Journalisten und zwölf Kameras. Drei Kinder, die gleichwohl beteuern, dass sich in ihrem Leben wenig geändert habe. </P><P>Gut, Rupert spielt seit kurzem Golf, und Emma verdient jetzt so viel, dass ihre Eltern es vorgezogen haben, die Summe vor ihr geheim zu halten. Aber sonst sei noch alles so wie vorher. Außer vielleicht, dass sie sich weiterentwickelt haben, menschlich und schauspielerisch. Der Regisseur Chris Columbus ("Kevin allein zu Haus") lobt: "Eine Beziehung zu diesen drei jungen Leuten aufbauen zu dürfen - das war eine der größten Bereicherungen meines Lebens." Der Produzent David Heyman glaubt, dass sie "wirklich gereift" sind. Das sind sie in der Tat: Daniel hat den Stimmbruch hinter sich, Emma trägt ein figurbetontes, bauch- und schulterfreies Oberteil.</P><P>Vielleicht verläuft der Reifungsprozess sogar etwas zu schnell. Bald könnte Daniel zu alt für die Rolle des Zauberlehrlings sein. Wie es nach dem für nächstes Jahr geplanten dritten Film weitergeht, weiß noch niemand. Ob es dann noch mit der derzeitigen Besetzung weitergeht, soll auch davon abhängen, wie schnell die drei Hauptdarsteller im nächsten Jahr wachsen. Daniel selbst sieht keinen Grund, warum er den Jungen mit der Narbe auf der Stirn nicht noch viele Jahre weiterspielen soll: "In den Büchern wächst Harry doch auch."</P><P>Die Schauspielerei macht den Dreien ganz offensichtlich großen Spaß. Rupert haben diesmal die Szenen am besten gefallen, "wo ich die Schnecken erbreche und das fliegende Auto steuere". Daniel schlug in der Kammer des Schreckens so begeistert auf eine Riesenschlange ein, dass das Ungeheuer immer wieder stundenlang repariert werden musste. Den Vorwurf, manche Szenen seien für Kinder kaum geeignet und passten eher in einen Horrorfilm, lässt er nicht gelten: "Das steht doch nun mal so im Buch, und wenn man das Gruselige da rausnehmen würde, dann würde man den Büchern nicht gerecht."</P><P>Beim nächsten Mal führt nicht mehr Chris Columbus Regie, sondern der für einen erotischen Teenager-Film bekannte Mexikaner Alfonso Cuarón. Voreiligen Schlüssen trat der Produzent jedoch gleich entgegen: "In "Harry Potter" gibt es nicht viel Sex, machen Sie sich darüber keine Sorgen."</P>

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