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Heino will sich auf seine Tournee konzentrieren. Foto: Christiane Gläser

Heino verlässt DSDS-Jury für neue Tour - Rapper will er nicht werden

Heino will mit seinen 76 Jahren nicht daheim Däumchen drehen und nur Rentner sein. "Da werde ich ja verrückt", sagt der Sänger mit der unverwechselbaren Sonnenbrille. Also zieht er wieder die Lederjacke über und geht auf Tour. Dafür lässt er sogar Dieter Bohlen im Stich.

Würzburg (dpa) - Nach seinem Imagewechsel vom Liebling aller Schwiegermutter zum Coverlieder singenden Alt-Rocker will sich Sänger Heino (76) nun wieder verstärkt der Musik widmen. Dafür trennt er sich sogar schweren Herzens von der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS).

Heino wird in der nächsten Staffel nicht mehr DSDS-Juror sein. "DSDS hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich hätte es gern weitergemacht. Das Problem ist: Ich kann nicht beide Sachen machen", sagte Heino am Dienstag in Würzburg.

Die DSDS-Veranstaltungen in Köln würden zum Teil in seine Jubiläumstour fallen, die am 3. Oktober in Oberhausen startet. "Da bin ich in der Bredouille. Ich muss mich entscheiden. Ich will ja Erfolg haben mit dieser Tournee. DSDS muss dann hinten anstehen." Das letzte Wort sei allerdings noch nicht gesprochen, sagte der blonde Sänger mit der Sonnenbrille weiter. Zuletzt war die DSDS-Jury mit Mandy Capristo, Dieter Bohlen, DJ Antoine und Heino besetzt. Auch Capristo wird in der kommenden Staffel nicht mehr dabei sein.

Im Rahmen der Tournee "50 Jahre Heino: Schwarz blüht der Enzian" kommt Heino am 10. Oktober auch nach Würzburg. Deshalb hatte er hier zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dort gab er sich locker und entspannt. Er sprach über seinen Imagewechsel ebenso wie über seine Hoffnung für die deutsche Volksmusik.

"Es war keine Notwendigkeit, das zu tun. Aber ich wollte zeigen, dass ich das auch kann. Ich wollte wirklich mal anderes machen. Ich wollte nicht so enden wie viele meiner Kollegen, die zu Hause sitzen und auf einen Anruf warten, damit sie einen Job haben", plauderte er aus dem Nähkästchen. Seine Frau Hannelore habe noch gesagt, er solle "diesen Unfug" nicht machen. "Ich krieg' 1635 Euro (Rente) jeden Monat. Da hätte ich auch von leben können mit der Hannelore. Aber ich wollte was anderes machen, noch ein bisschen Musik machen und Freunde bereiten."

Dank der rockigen Cover-Songs von bekannten Bands wie Die Ärzte oder Rammstein habe sich sein Publikum auf einen Schlag um 40 Jahre verjüngert. "Und jetzt bin ich dadurch auch jünger geworden. Und jetzt lasse ich es krachen. Und das kann jetzt so weitergehen." Und das will der gebürtige Düsseldorfer so lange weitermachen, wie es geht. "Was soll ich zu Hause sitzen? Da werde ich ja verrückt. Ich habe 2008 schon mal gesagt: so jetzt mache Schluss - und ich war ungenießbar. Meine Frau hat mich rausgeschmissen", sagte Heino dazu.

In seiner Arbeit sehe er zudem den Sinn, dass er den jungen Leuten deutsche Volksmusik wieder näher bringen könne. "Ich spreche ja nicht von Humpda, Humpda, sondern von "Sah' ein Knab' ein Röslein steh'n" und "Am Brunnen vor dem Tore". Diese Lieder kann man in der heutigen Zeit wieder modernisieren und wieder schön machen." Er könne sich vorstellen, dass junge Leute schöne Volksmusik in einem modernen Kleid mögen würden.

Einen erneuten Imagewechsel, beispielsweise zum Rapper, schloss Heino übrigens kategorisch aus. "Ich kann schon vieles. Ich kann Handstand machen und Nusstorte backen. Aber das kann ich nicht."

Website Heino

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