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Heino ist der "arglistigen Täuschung" überführt.

Heino verliert Prozess gegen Versicherung

Köln - Heinos Versicherung muss nicht für die 2007 wegen Gesundheitsproblemen abgesagte Deutschlandtournee des Schlagersängers haften.

Das Kölner Oberlandesgericht hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil die Entscheidung des Landgerichts Köln bestätigt. Damit bleiben der 71-jährige Sänger und der Veranstalter Kult Musik auf Kosten von 3,5 Millionen Euro sitzen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Heino die Versicherung beim Abschluss der Ausfallversicherung getäuscht und Vorerkrankungen verschwiegen hatte.

Der Sänger hatte vor seiner Tournee im Jahr 2007 bei der Gothaer Allgemeine Versicherung AG eine Tournee-Ausfallversicherung in einer Gesamthöhe von 3,6 Millionen Euro abgeschlossen. Dann musste er alle Auftritte absagen, weil er im September des Jahres in seinem Haus in Bad Münstereifel zusammenbrach und wegen Tinnitus und einer Verengung der Herzkranzgefäße mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt werden musste.

Der Konzerveranstalter Kult Musik, an dem Heino beteiligt ist, verlangte daraufhin von der Versicherung die Zahlung von 3,5 Millionen Euro. Die Gothaer verweigerte dies jedoch und beschuldigte den Sänger, in seiner Gesundheitserklärung vor Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht und Vorerkrankungen verschwiegen zu haben. Insbesondere habe er in der im Juli 2007 abgegebenen Gesundheitserklärung Tinnitus als Vorerkrankung sowie die Einnahme eines bestimmten Medikaments nicht angegeben.

Der Veranstalter argumentierte, die Fragen nach der Gesundheit seien unklar formuliert und zielten letztlich nur auf die “Veranstaltungsfähigkeit“ des Sängers ab. Diese sei gegeben gewesen, als die Erklärung abgegeben wurde. Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht gaben jedoch der Versicherung Recht und warfen Sänger und Veranstalter arglistige Täuschung vor. Zeugenaussagen belegten in ihren Augen, dass Heino die Gesundheitsfragen teilweise nicht korrekt beantwortet hatte. Die Richter gingen davon aus, dass die Versicherung den Vertrag bei wahrheitsgemäßer Beantwortung der Fragen nicht oder nur zu anderen Konditionen abgeschlossen hätte.

Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts sind keine Rechtsmittel mehr möglich. Der Prozess hatte im Dezember 2008 vor dem Landgericht Köln begonnen. Heino hatte gesagt, er sei bis zur Erkrankung im Jahr 2007 immer gesund gewesen. Die Vorsitzende Richterin hatte ihm jedoch vorgehalten, er sei in zwei Jahren 120 Mal beim Arzt gewesen. Nach der Beweisaufnahme, bei der auch Heinos Hausärztin vernommen wurde, zeigte sich das Gericht überzeugt, dass der Sänger bereits seit vielen Jahren an Tinnitus leide und diese Vorerkrankung bei Abgabe der Gesundheitserklärung verschwiegen habe. Das gleiche gelte für die Einnahme eines verschreibungspflichtigen Medikaments.

apn

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