Heinz Sielmann ausgezeichnet

- Osnabrück - Der Tierfilmer Heinz Sielmann (88) erhält für seine Lebensleistung den Deutschen Umweltpreis 2005. Auch der frühere schleswig-holsteinische Umweltminister Prof. Berndt Heydemann (75) und der Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, Prof. Joachim Luther (64), werden mit dem mit insgesamt 500 000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Mittwoch in Osnabrück mit. Der Deutsche Umweltpreis ist die höchst dotierte Umweltauszeichnung Europas.

"Heinz Sielmann hat die Natur ins Wohnzimmer gebracht", sagte DBUGeneralsekretär Fritz Brickwedde. Sielmanns Filme seien lehrreich, ohne belehrend zu sein und damit Werbefilme im besten Sinn für Tiere und Pflanzen. In Filmen und Fernsehsendungen wie "Expeditionen ins Tierreich", "Herrscher des Urwalds", "Galapagos - Trauminseln im Pazifik" gebe Sielmann Eindrücke fremder Welten, so dass sie auf Augenhöhe erlebbar würden.

Der Umweltschutzfachmann und Hochschullehrer Heydemann war von 1988 bis 1993 parteiloser Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung in Schleswig-Holstein. 1998 gründete er in Mecklenburg-Vorpommern die "Nieklitzer Ökologie- und ÖkotechnikStiftung" (NICOL) mit dem Hauptprojekt "Zukunftszentrum Mensch-NaturTechnik-Wissenschaft" (ZMTW). Dort werden in einem FreiluftThemenpark Prozesse in der Natur modellhaft dargestellt.

In das ZMTW habe Heydemann nicht nur seine gesamte Energie und Zeit, sondern vor allem auch sein Privatvermögen gesteckt, würdigte die DBU. Mit seinen bisherigen Leistungen habe der Wissenschaftler eine Vorbildfunktion übernommen und zur Lösung verschiedener Umweltprobleme maßgeblich beigetragen.

Der Physiker Joachim Luther wurde 1974 bereits mit 33 Jahren ordentlicher Professor für Experimentalphysik an der neu gegründeten Universität Oldenburg. 1993 wechselte er an die Universität Freiburg und leitete gleichzeitig das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme.

Unter seiner Leitung hat sich das Institut mit heute über 400 Mitarbeitern zum größten europäischen und einer der weltweit führenden Solarforschungseinrichtungen entwickelt. Sein Wirken habe entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland international zu den Spitzenreitern in der Nutzung der Solarenergie zähle, begründete die DBU die Auszeichnung.

Die Auszeichnung wird am 16. Oktober von Bundespräsident Horst Köhler in Lübeck verliehen. Sie war erstmals 1993 vergeben worden. Zu den Preisträgern zählen Politiker, Wirtschaftsführer und Wissenschaftler wie der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, Kanzlergattin Loki Schmidt oder der Textilunternehmer Klaus Steilmann.

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