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Kitsch meets Kulturerbe: Die Ausstellung im Schloss Versailles ist umstritten. 

"Herabwürdigend": Protest gegen Künstler Murakami

Versailles - Die Ausstellung des japanischen Künstlers Takashi Murakami im Schloss von Versailles entzweit schon vor der Eröffnung die Kunstszene in Frankreich.

Verfechter des französischen Kunsterbes gehen auf die Barrikaden: Die Vereinigung “Sauvegarde du Château de Versailles“ rief zu Protesten vor dem Schloss in Versailles auf; eine weitere Vereinigung “Coordination de défense de Versailles“ protestierte im Internet gegen die Skulpturenschau, die vorwiegend knallbunte Manga-Figuren und Gänseblümchen zeigt.

Seine Gegner wehren sich gegen die Konfrontation von klassischer mit zeitgenössischer Kunst und gegen “herabwürdigende“ Ausstellungen im Schloss von Versailles, das ein Symbol der französischen Geschichte und Kultur sei.

“Jeder hat das Recht, eine Ausstellung zu kritisieren. Doch finde ich es empörend, dass man a priori verurteilt, ohne eine Ausstellung gesehen zu haben“, sagte Jean-Jacques Aillagon, Leiter des Schlossmuseums und ehemaliger Kulturminister.

Die Ausstellung, die am Dienstag offiziell ihre Türen öffnet und bis zum 12. Dezember dauert, findet in den königlichen Appartements des Schlosses statt. Ein Drittel der Arbeiten, die im Wesentlichen von der japanischen Manga-Kultur und Konsumästhetik inspiriert sind, wurde eigens für die Ausstellung geschaffen.

Der 48-jährige Murakami zählt zu den Stars und Spitzenverdienern der internationalen Kunstszene. Schockieren will er nach eigener Aussage nicht. Seine Absicht ist es, "eine Kunst präsentieren, die unangenehm aufstößt. Ich will die japanische Welt auf, sagen wir, verdauliche Art darstellen und mit der westlichen konfrontieren. Beide sind ganz verschieden und schwer kompatibel. Missverständnisse in der Rezeption seiner Werke ist Murakami gewöhnt: “Meine Kunst ist nicht wirklich fröhlich, auch wenn sie farbenfroh ist. Dahinter versteckt sich eine Kritik an der Konsumgesellschaft und dem Verlust traditioneller Werte.““

Auf die Frage, warum seine erotischen Comic-Figuren in Versailles nicht zu sehen sein werden, sagte Murakami: “Die Auswahl der Werke habe nicht ich getroffen, sondern die Kuratoren. Ich habe Vorschläge gemacht, jedoch ihre Entscheidung respektiert.“

Seit 2008 lädt Versailles zeitgenössische Künstler in seine Gemächer ein. Der Amerikaner Jeff Koons eröffnete den Reigen und löste mit seinen aufgeblasenen Figuren eine ähnliche Polemik aus.

dpa 

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